Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forscher der Hochschule Anhalt (FH) entwickeln Verfahren zur Bio-Energie-Gewinnung aus Algen

28.07.2008
Algen bergen ein enormes Potenzial als Wertstoffproduzent und Energieträger. Sie nutzen Sonnenlicht als Energiequelle, um Biomasse zu produzieren und fixieren Kohlendioxid (CO2). Dies gewährleistet eine ökologische Nachhaltigkeit, die für die Gewinnung von Öl und Biogas genutzt werden kann.

Der Einsatz von Algen zur Minderung des Treibhausgases Kohlendioxid und als Alternative zu fossilen Energieträgern rückt zunehmend in den Mittelpunkt des Interesses. Eine verschärfte Umweltgesetzgebung, steigende Rohölpreise und die Knappheit von Ressourcen fördern dies zusätzlich. Bisher entwickelte Verfahren zur Nutzung von Algen konnten aufgrund verfahrenstechnischer Probleme noch nicht in der Wirtschaft etabliert werden.

Das bisher wenig genutzte Potenzial der Algen erschließen gegenwärtig die Köthener Algenbiotechnologen unter Leitung und Koordination von Prof. Dr. Carola Griehl, Hochschule Anhalt (FH), in zwei Forschungsprojekten. Gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft werden folgende Aspekte untersucht:

1. Ein Projekt beschäftigt sich mit der Gewinnung von Öl aus Algen unter Nutzung von CO2 aus Abgasen. Dabei soll ein Verfahren zur Biomasse- bzw. Ölproduktion aus Mikroalgen unter Verwertung von CO2 aus Abgasen aus industriellen Verbrennungs- und Produktionsprozessen entwickelt werden. Ziel ist, neben dem Reduzieren der industriellen CO2-Emissionen, die Gewinnung von Öl für energetische Anwendungen wie beispielsweise Biotreibstoff. Die Untersuchungen hierzu erfolgen im Rahmen des Centers of Life Sciences der Hochschule Anhalt (FH) und werden durch industrielle Partner unterstützt.

... mehr zu:
»Abgas »Biogas »Mikroalge

2. Aber nicht nur der CO2-Anteil aus Abgasen wird zur Produktion von Biomasse- und Wertstoffen aus Mikroalgen genutzt, auch den im Biogas enthaltenen energetisch nicht nutzbaren Kohlendioxidanteil können die Algen verwenden, um Biomasse aufzubauen. Durch die Kopplung der Biogasreinigung mit der Kultivierung CO2-fixierender Mikroalgen entsteht einerseits besser verwertbares Biogas für Blockheizkraftwerke und andererseits wird Algenbiomasse produziert. Die Algenbiomasse kann nach der Wertstoffgewinnung wieder in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden.

Damit können sowohl die produzierten Wertstoffe als auch ein methanangereichertes Biogas einer Vermarktung zugeführt werden. Gleichzeitig werden die entstehenden Abfallstoffe umweltfreundlich und kostengünstig entsorgt. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Verbund-Forschungsprojekt mit der Hochschule Bremen wird von der Hochschule Anhalt (FH) koordiniert. Die Praxispartner sind MAL GmbH Stollberg (BiLaMal Unternehmensgruppe), Regio Biogas AG, algatec und L.U.M. GmbH.

Das Thema der Algenbiotechnologie ist an der Hochschule Anhalt (FH) kein Neues. Die vorindustriellen Forschungen von Prof. Dr. Carola Griehl und ihrem Team sind eng mit bereits laufenden Forschungsprojekten zur Wertstoffgewinnung aus Algen und zur Biogasgewinnung aus organischen Reststoffen verknüpft.

Kontakt:
Hochschule Anhalt (FH)
Eileen Klötzer
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +49-3496 67 1010
E-Mail: presse@hs-anhalt.de

Eileen Klötzer | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-anhalt.de

Weitere Berichte zu: Abgas Biogas Mikroalge

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Besser lernen dank Zink?
23.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht Raben: "Junggesellen" leben in dynamischen sozialen Gruppen
23.03.2017 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen