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Der Sexappeal der Wespenmännchen

24.06.2008
Wissenschaftler der Freien Universität Berlin und der Technischen Universität Berlin entschlüsseln den Bildungsweg eines Sexuallockstoffes

Wissenschaftlern der Freien Universität Berlin und der Technischen Universität Berlin ist es gelungen, den Bildungsweg des Sexuallockstoffes der parasitisch lebenden Wespenart Nasonia vitripennis zu entschlüsseln und dessen Produktionsort zu lokalisieren.

Sie fanden heraus, dass der nur auf unverpaarte Weibchen attraktiv wirkende Stoff 5-Hydroxy-4-decanolid im Enddarm der Männchen produziert wird. Die Ergebnisse wurden in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA publiziert.

Als parasitische Wespen bezeichnet man eine artenreiche Gruppe von Insekten, die sich in oder auf anderen Insektenarten entwickeln. Nasonia vitripennis befällt die Puppen zahlreicher Fliegenarten und wird nur etwa 1-2 Millimeter groß. Die Wissenschaftler beobachteten, dass die Männchen regelmäßig mit ihrem Hinterleib den Boden markierten und dass diese Orte verstärkt von Weibchen besucht wurden.

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»Sexuallockstoff

Um aus der Vielzahl der Drüsen im Hinterleib von Insekten diejenige herauszufinden, die den Sexuallockstoff produziert, entzifferten sie den genetischen Code des Enzyms Epoxidhydrolase, das an der Produktion des Lockstoffs beteiligt ist und markierten das Gen durch einen fluoreszierenden Farbstoff. Zu ihrer Überraschung fanden die Forscher heraus, dass das Gen ausschließlich in Zellen des blasenförmig erweiterten Enddarms der Männchen aktiv war - dort orteten sie auch den Sexuallockstoff.

Die Berliner Forscher vermuten, dass die Männchen, die als erwachsene Tiere kaum noch Nahrung zu sich nehmen müssen, ihren Verdauungstrakt teilweise umfunktioniert haben, um hier den Lockstoff zu produzieren, der für ihre Fortpflanzung so wichtig ist.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:
Priv. Doz. Dr. Joachim Ruther, Institut für Biologie der Freien Universität Berlin (AG Angewandte Zoologie/ Ökologie der Tiere), Tel.: 030 / 838-55910, E-Mail: ruther@zedat.fu-berlin.de
Literatur:
Abdel-latief, M., Garbe, L.-A., Koch, M. & Ruther, J. (2008) An epoxide hydrolase involved in the biosynthesis of an insect sex attractant and its use to localize the production site. Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA.

Carsten Wette | idw
Weitere Informationen:
http://www.fu-berlin.de

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