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Andrew W. Mellon Foundation finanziert Digitalisierung wertvoller Typusbelege

15.05.2008
Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin-Dahlem erhalten 294.000 $

Ab dem 15. Mai finanziert die amerikanische Andrew W. Mellon Stiftung mit 294.000 $ die Digitalisierung weiterer wertvoller Typusbelege, die sich im Besitz des Botanischen Gartens und Botanischen Museums Berlin-Dahlem (BGBM) der Freien Universität Berlin befinden. Mit der aktuellen Fördersumme kann der BGBM ca. 15.000 Typusbelege aus aller Welt digitalisieren und frei zur Verfügung stellen.

Die Andrew W. Mellon Foundation unterstützt die Strategie des BGBM, seine wissenschaftlich bedeutendsten Bestände digital frei zur Verfügung zu stellen. Im Herbar des BGBM liegen eine große Anzahl von Typusbelegen von Pflanzenarten aus aller Welt, die bisher nur begrenzt über eine Ausleihe oder einen Forschungsbesuch vor Ort zugänglich sind.

Ein Typusbeleg ist der originale Referenzbeleg einer Pflanze, der einem Wissenschaftler für die Beschreibung eines neuen Taxon (z.B. einer neuen Art) vorgelegen hat. Für jegliche nachfolgende wissenschaftliche Bearbeitung dieser Art liefert der originale Referenzbeleg die Grundlage und muss in jegliche wissenschaftliche Betrachtung mit einbezogen werden. Die Zugänglichkeit der Typusbelege ermöglicht und fördert wissenschaftliches Arbeiten weltweit.

... mehr zu:
»BGBM

Die digitalisierten Bilder werden der Andrew W. Mellon Foundation zusammen mit in einer Datenbank aufbereiteten wissenschaftlichen Zusatzinformationen zur Verfügung gestellt, um sie über eine gemeinnützige Einrichtung für wissenschaftliche und pädagogische Zwecke zu vertreiben. Dem BGBM bleiben jedoch uneingeschränkte Nutzungsrechte für die erstellten Bilder und Daten erhalten.

Die Andrew W. Mellon Foundation fördert bereits seit 2004 die Digitalisierung wertvoller Typusbelege des BGBM aus Afrika und Lateinamerika in hoher und standardisierter Qualität. Somit konnten von 2004-2008 bereits fast 27.000 Belege digitalisiert werden und sind heute frei zugänglich. Darunter finden sich z. B. Typusbelege aus Südamerika von Humboldt & Bonpland und afrikanische Typusbelege aus dem Herbar von Willdenow. Mit dem aktuellen dritten Projekt in Folge erhöht sich die gesamte Fördersumme seit 2004 auf 784.500 $.

Zugang zu den digitalen Typusbelegen:
Alle über BGBM: http://ww2.bgbm.org/Herbarium/Default.cfm
Afrikanische Pflanzen über ALUKA (Andrew W. Mellon Foundation): http://www.aluka.org

Die verwendete Software zur Bildbetrachtung wurde in beiden Fällen von der Abteilung Biodiversitätsinformatik des BGBM spezifiziert und ist weltweit führend in diesem Bereich. Sie ermöglicht die Untersuchung der Digitalisate weitgehend wie an den Originalbelegen: So kann an den hochauflösenden Bildern z. B. mittels einer Lupenfunktion die Behaarung untersucht werden. Integrierte praktische Tools erlauben z. B. problemlos und schnell Längenmessungen durchzuführen, wie das Bestimmen des Blütendurchmessers oder der Blattlänge.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen gern:
Prof. Walter Berendsohn, Tel. 030 / 838 50 143, E-Mail: w.berendsohn@bgbm.org
Die Andrew W. Mellon Foundation fördert weltweit die Digitalisierung für nicht-kommerzielle Bildungszwecke. Bekannt wurde sie v. a. Mitte der 90er Jahre durch die Etablierung von JSTOR, einer nicht kommerziellen Organisation zur online Archivierung führender Fachzeitschriften. JSTOR wird heute bereits weltweit von fast 4500 Organisationen in 135 Ländern genutzt.

Die Andrew W. Mellon Foundation fördert im Rahmen ihres Umweltprogrammes aktuell die Digitalisierung pflanzlichen Typusmaterials in 85 Herbarien weltweit.

Christine Boldt | idw
Weitere Informationen:
http://www.aluka.org
http://ww2.bgbm.org/Herbarium/Default.cfm

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