Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Potsdamer Wissenschaftler entwickeln neue Materialien für Katalyse und Energiespeicherung

08.05.2008
Effiziente und umweltschonende chemische Prozesse gewinnen ebenso an Bedeutung wie eine effektive Gasspeicherung für Anwendungen in der Energietechnik.

Weltweit werden daher neuartige Gasspeicher und Katalysatormaterialien entwickelt. Da für diese Anwendungen große Oberflächen und eine gewisse Temperaturstabilität wichtig sind, haben insbesondere stabile, hochporöse Materialien, sogenannte metallorganischen Netzwerke, weltweit die Aufmerksamkeit der Forscher erregt.

Eine internationale Forschergruppe unter der Leitung von Andreas Taubert, Juniorprofessor für Supramolekulare Chemie an der Universität Potsdam und am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Golm, hat nun in der renommierten Fachzeitschrift "Journal of the American Chemical Society" einen neuen Typ poröser Materialien vorgestellt.

Die sogenannten Metall-Peptid-Netzwerke bestehen aus Kupfer- oder Calcium-Ionen, die über kurze Proteinfragmente, sogenannte Peptide, miteinander verbunden sind. Die Substanzen weisen, analog zu den bisher bekannten metallorganischen Netzwerken, Hohlräume auf, die beispielsweise mit Wasserstoff beladen und in der Energiespeicherung Anwendung finden könnten. Der Vorteil der neuen Stoffe liegt in ihrer einfachen Strukturvariation durch Variation der Peptidbausteine.

Da Peptide aus noch kleineren Komponenten, sogenannten Aminosäuren, aufgebaut sind, die fast beliebig gegeneinander ausgetauscht werden können, sind mittels ein und derselben Methode viele verschiedene Netzwerkstrukturen und damit verschiedene Eigenschaften erreichbar. So kann zum Beispiel ein Netzwerk für die Speicherung von Wasserstoff optimiert werden, wohingegen der Austausch einer einzigen Aminosäure im Peptid zu einer höheren Affinität zu Methan führen könnte und das entsprechende Material daher eher in der Methanspeicherung eingesetzt würde. Je nach Bedarf würde beispielsweise ein Auto eher mit einem für Wasserstoff oder für Methan optimierten Speichermaterial ausgerüstet.

Der Beitrag der Potsdamer Wissenschaftler ist veröffentlicht in:
Alexandre Mantion et al., J. Am. Chem. Soc., 2008, 130, 2517. und Eur. Pat. Appl. 07150118.3-2104.

Andrea Benthien | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-potsdam.de/pressmitt/2008/pm097_08.htm

Weitere Berichte zu: Energiespeicherung Methan Peptid Wasserstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop
16.01.2017 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht Nervenkrankheit ALS: Mehr als nur ein Motor-Problem im Gehirn?
16.01.2017 | Leibniz-Institut für Neurobiologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Feinstaub weckt schlafende Viren in der Lunge

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Energieeffizienter Gebäudebetrieb: Monitoring-Plattform MONDAS identifiziert Einsparpotenzial

16.01.2017 | Messenachrichten

Nervenkrankheit ALS: Mehr als nur ein Motor-Problem im Gehirn?

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie