Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Insekt liefert innovatives Insektenschutzmittel

19.03.2008
Natürliches Abwehrsekret verursacht keine Nebenwirkungen

Einem Forscherteam der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) ist es gelungen, ein neues Abwehrmittel gegen Ameisen zu entwickeln. Der Wirkstoff ist einem natürlichen Abwehrsekret nachempfunden und verursacht keine Nebenwirkungen wie Hautreizungen. Das neuartige Insektizid wird auf der Analytica, einer internationalen Fachmesse für instrumentelle Analytik, Labortechnik und Biotechnologie, im April in München präsentiert.

"Insekten verursachen weltweit enorme Schäden an Ernteerträgen. Sie stellen ein Problem im Bereich der Wiederaufforstung dar und sind oftmals Überträger gefährlicher Krankheiten wie Malaria oder Gelbfieber", erklärt René Csuk, Professor für Organische Chemie an der MLU gegenüber pressetext. Daher müsse man Insekten abwehren, erklärt der Wissenschaftler. Csuk und sein Team haben nun ein Mittel entwickelt, das äußerst vielversprechend ist: Der Wirkstoff ist einem natürlichen Abwehrsekret von Kleininsekten gegen Ameisen nachempfunden. Ein Vorteil dabei ist, dass die Substanz nicht hautreizend ist und nicht auf das menschliche Nervensystem wirkt. "Wenn die Substanzen zu toxisch sind, wird zum einen die Umwelt beschädigt, zum anderen schädigt sich der Nutzer auch selbst", führt der Experte aus.

Bisher kam vor allem das Mittel N,N-Diethyl-m-toluamid, kurz auch DEET genannt, zum Einsatz. Auch das Insektizid Permethrin, ein Nervengift, das gesundheitsschädlich und umweltschädlich ist, wurde zur Vorsorge von Kleidung und Ausrüstungsgegenständen verwendet. Beide Substanzen haben allerdings Nebenwirkungen. DEET kann zu Hautreizungen führen, daher kann man zum Beispiel bei kleinen Kindern nur eine verdünnte Konzentration verwenden. Permethrin wird nur auf unbelebten Oberflächen verwendet und hat bei einer zu hohen Dosierung schädliche Wirkungen auf das menschliche Nervensystem. "Wir haben lange nach einer optimalen Lösung gesucht und sie im Abwehrmittel eines kleinen Insekts gefunden", erklärt der Forscher. Das kleine Insekt Thrips (Suocerathrips linguis) wehrt sich gegen Ameisen, indem er ein Tröpfchen eines Sekrets absondert."

... mehr zu:
»Insekt

Den Forschern ist es nun gelungen dieses Sekret zu analysieren und es künstlich nachzubauen. "Die bisher unbekannte Verbindung, ein (11Z)-Eicosadienylacetat, übt auf Ameisen eine starke Repellentfunktion aus", erklärt Csuk. Das Sekret habe sich in Versuchen als hochwirksam gegen Ameisen herausgestellt. Zudem sei es sehr gut hautverträglich und habe auf der Haut eine Wirkzeit von sechs bis acht Stunden. Auf der Kleidung konnte die Substanz sogar noch nach drei bis vier Tagen nachgewiesen werden. "Ein weiterer Vorteil ist, dass die Substanz für den Menschen absolut geruchlos ist", betont Csuk. Bisher habe man das Präparat, das voraussichtlich in etwa ein bis zwei Jahren als fertiges Produkt am Markt sein wird, an Ameisen erfolgreich getestet. "Heimische Stechmücken werden von der Substanz offensichtlich auch abgewehrt. Das gilt auch für Zecken", erklärt der Chemiker. Weitere Untersuchungen sollen noch folgen, meint Csuk abschließend gegenüber pressetext.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.uni-halle.de
http://www.analytica.de
http://www.chemie.uni-halle.de

Weitere Berichte zu: Insekt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Dichtes Gefäßnetz reguliert Bildung von Thrombozyten im Knochenmark
25.07.2017 | Rudolf-Virchow-Zentrum für Experimentelle Biomedizin der Universität Würzburg

nachricht Welcher Scotch ist es?
25.07.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

IT-Experten entdecken Chancen für den Channel-Markt

25.07.2017 | Unternehmensmeldung

Erst hot dann Schrott! – Elektronik-Überhitzung effektiv vorbeugen

25.07.2017 | Seminare Workshops

Dichtes Gefäßnetz reguliert Bildung von Thrombozyten im Knochenmark

25.07.2017 | Biowissenschaften Chemie