Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pavianmännchen bevorzugen weibliche Nachkommen

06.02.2008
Männlicher Nachwuchs leidet unter Rivalität

Pavianväter spielen in der Entwicklung ihrer Nachkommen eine wichtige Rolle. Ihre Fürsorge treibt die Geschlechtsreife ihrer Sprösslinge an - ein Zeichen dafür, dass Nachkommen der Paviane gesund und schnell heranwachsen.

Vor allem der Fortpflanzungserfolg der Paviantöchter wird durch die Aufmerksamkeit der Väter begünstigt. Forscher der Princeton University rund um Jeanne Altmann kamen zu diesem Ergebnis, als sie wild lebende Paviane im Nationalpark von Kenia nahe des Kilimandscharos beobachteten.

Der weibliche Nachwuchs wurde vom Vater vor allem in der Futtersuche unterstützt. Ganz anders verhielten sich Pavianväter ihren Söhnen gegenüber. Paviansöhne wurden nur dann in Schutz genommen, wenn es sich beim Pavianvater um ein ranghohes Tier handelte. Die Biologen erklärten ihre Beobachtungen damit, dass Söhne als Rivalen gegenüber anderen Männchen in der Gruppe gelten. Für Paviantöchter hingegen war die Unterstützung durch den Pavianvater besonders bei der Futtersuche hilfreich. Die Biologen hatten bereits in früheren Forschungen gezeigt, dass Pavian-Männchen trotz wechselnder Partnerinnen den eigenen Nachwuchs erkennen können und diesem bei Auseinandersetzungen hilft. Jedoch blieb der Effekt des väterlichen Beistands noch unerforscht. Auch bei anderen Affenarten ist es wahrscheinlich, dass es ein ähnliches Verhaltensmuster gibt.

Für Bernard Wallner, Primatenforscher am Department für Anthropologie der Universität Wien, ist dieses Studienergebnis über die Fürsorge von Pavianvätern neu. "Paviane verhalten sich promiskuitiv, dass heißt, jedes Pavianmännchen versucht mit möglichst vielen Pavianweibchen zu kopulieren," erklärt Wallner im Gespräch mit pressetext. "Pavianväter wissen oft gar nicht, ob sie Väter sind oder nicht", so Wallner.

Ganz anders die Berberaffen in Gibraltar: "Diese weisen zwar eine ähnliche Struktur wie Paviane auf, hier kümmern sich aber die Berbermännchen um die Weibchen. Der Berbernachwuchs dieser Affenart dient als Puffer der Väter. Sie zeigen den ranghöheren Tieren ihren Nachwuchs und sind stolz auf ihren Nachwuchs. Dies hat natürlich einen positiven Effekt auf die Kinder, wenngleich durch die Zuneigung der Väter die Mütter die Kinder oftmals nicht mehr stillen wollen", erklärt Wallner.

Auch dass speziell der weibliche und nicht der männliche Paviannachwuchs von der Fürsorge der Pavianväter profitieren, ist neu für Wallner. "Aus der soziobiologischen Perspektive wäre es eigentlich logischer, wenn Pavianväter den männlichen Nachwuchs mehr unterstützen, denn unter Pavianen herrscht eine große Konkurrenz. So wäre der Erfolg bei Pavianvätern in der Gruppe nur dann umso größer, je mehr sie ihre Söhne bei der eigenen Fortpflanzung unterstützen", so Wallner.

Sandra Haas | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.anthropology.at/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen
16.01.2018 | Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen

nachricht Leuchtende Echsen - Knochenbasierte Fluoreszenz bei Chamäleons
15.01.2018 | Staatliche Naturwissenschaftliche Sammlungen Bayerns

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Im Focus: Wie Metallstrukturen effektiv helfen, Knochen zu heilen

Forscher schaffen neue Generation von Knochenimplantaten

Wissenschaftler am Julius Wolff Institut, dem Berlin-Brandenburger Centrum für Regenerative Therapien und dem Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Hannoverscher Datenschutztag: Neuer Datenschutz im Mai – Viele Unternehmen nicht vorbereitet!

16.01.2018 | Veranstaltungen

Fachtagung analytica conference 2018

15.01.2018 | Veranstaltungen

Tagung „Elektronikkühlung - Wärmemanagement“ vom 06. - 07.03.2018 in Essen

11.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal mit neuem Onlineauftritt - Lösungskompetenz für alle IT-Szenarien

16.01.2018 | Unternehmensmeldung

Die „dunkle“ Seite der Spin-Physik

16.01.2018 | Physik Astronomie

Wetteranomalien verstärken Meereisschwund

16.01.2018 | Geowissenschaften