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Arterien: Gefährlichkeit von Fettablagerungen genabhängig

06.05.2009
Tote Zellen im Inneren der Ablagerungen für Platzen entscheidend

Wissenschaftler der Columbia University haben einen genetischen Mechanismus identifiziert, der offenbar festlegt, welche Fettablagerungen in den Arterien potenziell tödlich sein können. Die meisten dieser Plaquen sind keine Gefahr für die Gesundheit.

Ein geringer Teil platzt jedoch und bildet Blutgerinnsel, die einen Herz- oder Schlaganfall verursachen können. Das Team um Ira Tabas ermittelte jetzt ein Gen, das die Ablagerungen anfälliger für ein Zerreißen zu machen scheint. Details der Studie wurden im Fachmagazin Cell Metabolism veröffentlicht.

Fettablagerungen bilden sich bei den meisten Menschen noch im jugendlichen Alter. Der überwiegende Teil ist jedoch harmlos. Laut BBC wird jedoch angenommen, dass rund zwei Prozent der Plaquen potenziell platzen können. Die Wissenschaft geht davon aus, dass einer der entscheidenden Faktoren für dieses Platzen ist, wie das Innerste der Ablagerungen aufgebaut ist. Anfällige Plaquen enthalten in ihrem Kern häufig eine große Menge toter Zellen. Diese Zellen setzen Substanzen frei, die die äußere Umhüllung schwächen und so ein Platzen wahrscheinlicher machen. Jetzt wurde ein Gen identifiziert, dass anscheinend eine entscheidende Rolle bei der Ansammlung dieser toten Zellen spielt.

Das Team züchtete Mäuse, die anfällig für die Bildung von Plaquen waren und verabreichte ihnen zehn Wochen lang fettreiches Futter. Die Tiere, denen das entscheidende Gen fehlte, neigten dazu, kleinere Plaquen auszubilden. Bei ihnen traten Zelltod und Abbau der Plaquen deutlich seltener auf. Das Gen produziert ein Protein, das eine entscheidende Rolle bei einem Mechanismus spielt, den der Körper einsetzt um Zellen zu zerstören, die beschädigt und nicht mehr gesund sind. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass dieser Mechanismus fallweise zu aggressiv wird und in der Folge zu neurodegenerativen Erkrankungen und Diabetes führen kann.

Der leitende Wissenschaftler Ira Tabas erklärte, dass frühere Studien nahe gelegt hätten, dass dieser Mechanismus beim Platzen der Plaquen eine Rolle spielt. Das Ausmaß der entdeckten Auswirkungen war jedoch überraschend. Es bestehe Hoffnung auf die Entwicklung neuer Medikamente, die auf dieses entscheidende Gen oder den damit in Zusammenhang stehenden Mechanismus abzielen. In Zukunft könnte daher die Behandlung der Atherosklerose bereits bei jungen Menschen beginnen und so versucht werden zu verhindern, dass aus harmlosen Ablagerungen gefährliche werden.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.cumc.columbia.edu

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