Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissenschaft "im Akkord": Schneller Projektantrag, schnellere Bilder

09.01.2009
Am Institut für Photonische Technologien (IPHT) startete im Dezember ein neues von der Europäischen Union gefördertes Projekt.

Projektpartner sind neben dem IPHT die Friedrich Schiller Universität Jena sowie das französische Unternehmen FASTLITE. Dabei erhalten die Partner keine wie üblich festgeschriebene Fördersumme, sondern einen kostenlosen Technologietransfer.

Die gleichzeitige Untersuchung von verschiedenen Zellbestandteilen wird in Zukunft am IPHT schnell und einfach möglich sein. Das von der EU geförderten Projektes "ACCORD" (Advanced Components Cooperation for Optoelectronics Research and Development) ermöglicht einen Technologietransfer von der Industrie in die Wissenschaft und damit einen leichteren Zugang zu wichtigen biologischen Daten, zum Beispiel der Verteilung von Stoffwechselprodukten und Eiweißen in Zellen und Geweben.

In der Zukunft soll eine schnelle detailreiche Darstellung biologischer Zellstrukturen möglich sein. Dieses ist eine Vorraussetzung für die Unterscheidung von gesunden und kranken Geweben.

Um das zu erreichen, müssen die optischen Instrumente möglichst optimal für den Endnutzer und seine speziellen Anforderungen zugeschnitten werden. Dies kann nur durch die enge Zusammenarbeit von Industrie und Forschung ermöglicht werden. Im Rahmen des Projektes werden deshalb Wissenschaftlern neu entwickelte Komponenten und Systeme für die photonische Instrumentierung kostenlos zur Verfügung gestellt. So überlässt das 1999 in Paris gegründete Unternehmen FASTLITE den Wissenschaftlern der Universität Jena und des IPHT für ein Jahr einen programmierbaren Lichtmodulator zur Kontrolle von ultrakurzen Laserpulsen. Dieser wird in ein am IPHT stehendes CARS-Mikroskop integriert.

Mit Hilfe dieser speziellen mikroskopischen Methode ist es unter anderem möglich, lebende Zellen ohne Anfärbung und mit hochauflösender Bildgebung zu untersuchen. Die Methode beruht auf der Wechselwirkung von Licht und Materie. Das Licht wird an den Molekülen in der Zelle charakteristisch gestreut und liefert überdie Information der Schwingungen eine Art Fingerabdruck, der einem Molekül eindeutig zugeordnet werden kann.

"Mit der neuen Komponente können wir den komplexen Aufbau unseres CARS-Mikroskops erheblich zu vereinfachen und dessen Bedienbarkeit wesentlich verbessern" so Dr. Benjamin Dietzek, Leiter der Nachwuchsgruppe Ultrakurzzeitspektroskopie am IPHT. Bisher waren nur hochqualifizierte und sehr erfahrene Wissenschaftler in der Lage, Änderungen an den Einstellungen der Laser vorzunehmen um die Aufnahmemöglichkeiten des Mikroskops zu verbessern. Die Abmessung der mehrere Quadratmeter einnehmende CARS-Mikroskopie-Anlage könnte nun verringert werden.

Besonders erfreut war Dr. Dietzek wie schnell und unkompliziert der Projektantrag gestellt werden konnte, der ihm jetzt eine einfachere und schnellere Bildgebung bei der Mikroskopie erlaubt. Mit Hilfe des neuen Moduls ist es vorstellbar, dass wissenschaftliches Personal nach nur kurzer Einweisung selbstständig verschiedene Untersuchungen durchführen kann. Des Weiteren ermöglicht der "DAZZLER", so der Name der neuen Komponente, die gleichzeitige Untersuchung von verschiedenen Zellbestandteilen sowie deren genauen Unterscheidung. So können zum Beispiel verschiedene Proteine nach ihren Bindungspartnern oder speziellen funktionellen Gruppen in der Zelle unterschieden werden.

Die Biophotonikforschung zielt auf die Entwicklung neuer effizienter Werkzeuge für eine schnelle Diagnostik sowie für bezahlbare Therapien. "Photonischen Technologien für die Lebenswissenschaften stellen auch am IPHT einen entscheidenden neuen Schwerpunkt dar", betont Prof. Dr. Jürgen Popp, Wissenschaftlicher Direktor des Institutes. Mit Hilfe modernster optischer Technologien soll die zukünftige Gesundheitsversorgung erheblich verbessert und auf den einzelnen Patienten individuell zugeschnitten werden. "Das Projekt ACCORD schlägt eine wichtige Brücke von der Grundlagen- über die angewandte Forschung bis zur Industrie", so Popp.

Manuela Meuters | idw
Weitere Informationen:
http://www.ipht-jena.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Datenbrille und Co.: TU Kaiserslautern entwickelt alternative Prüfungsformate fürs Studium
02.02.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht Projekt DISTELL erforscht digitale Hochschulbildung
26.01.2017 | Hochschule Esslingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus

23.02.2017 | Förderungen Preise

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor

23.02.2017 | Physik Astronomie