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Studierendenzahl wächst nur noch begrenzt - Studienanfänger entdecken ostdeutsche Hochschulen

03.03.2009
Nach Berechnungen des FiBS wird einerseits die Gesamtzahl der Studierenden auf höchstens 2,03 Millionen und damit nur noch geringfügig ansteigen, andererseits zeigt sich ein Trend hin zu ostdeutschen Hochschulen, deren Studienanfängerzahlen überproportional zulegen.

Aktuelle Analysen und Vorausberechnungen des Berliner Forschungsinstituts für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) geben weitere Hinweise auf die Studierendenentwicklung in Deutschland.

1. Die Zahl der Studierenden wird nur noch leicht von derzeit 2,01 auf höchstens 2,03 Millionen ansteigen. Ein darüber hinausgehender Anstieg wäre nur dann möglich, wenn sich die Übergangsquote bundesweit von aktuell knapp 80 Prozent auf 85 Prozent erhöhen würde. "Dies erscheint jedoch nach den Entwicklungen der vergangenen Jahre und Hinweisen auf eine leicht sinkende Studierneigung eher unwahrscheinlich," erklärt Dr. Dieter Dohmen, der Direktor des FiBS. "Auch müsste dazu der Hochschulpakt auf 480.000 Studienanfängerplätze für den Zeitraum 2011 bis 2015 erhöht werden. Dies wären 200.000 zusätzliche Plätze im Vergleich zu den Vereinbarungen beim Bildungsgipfel."

2. Im vergangenen Studienjahr 2008 ist die Studienanfängerzahl in den meisten ostdeutschen Ländern gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen. Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen weisen historische Höchststände mit einer Übergangsquote von über 80 Prozent bezogen auf die eigenen Studienberechtigtenzahlen aus. Damit wird Ostdeutschland im Schnitt auf ein Niveau gehoben, das dem durchschnittlichen westdeutschen Niveau vergleichbar ist. Ursächlich hierfür dürften neben doppelten Abiturjahrgängen 2007 in Sachsen-Anhalt und 2008 in Mecklenburg-Vorpommern auch geringere Westwanderungen ostdeutscher Studienberechtigter sowie verstärkte Ostwanderungen westdeutscher Studienanfänger sein. Eine Analyse der Wanderungsbewegungen der letzten Jahre weist zudem darauf hin, dass auch die Einführung von Studiengebühren das Wanderungsverhalten von Studienanfängern beeinflusst hat. So ist die Zuwanderung in den meisten Ländern, die Studiengebühren eingeführt haben, nach 2005 im Vergleich zur Zeit vor der Einführung gesunken. Umgekehrt hat die Zuwanderung in den Ländern zugenommen, die keine Gebühren erheben.

Zwar ist die Übergangsquote im vergangenen Jahr auch in den meisten westdeutschen Ländern gegenüber dem Vorjahr deutlich angestiegen, allerdings liegt sie dort mit derzeit 75 Prozent um rund fünf Prozentpunkte unter dem ostdeutschen Referenzwert. Nordrhein-Westfalen hat mit deutlichem Abstand die niedrigste Übergangsquote an die Hochschulen und liegt bei unter 60 Prozent trotz einer deutlichen Steigerung bei den absoluten Anfängerzahlen.

Ostdeutschland wird seine hohe Anfängerquote in den nächsten Jahren nur dann halten können, wenn es weiterhin zu hohen und eher noch zu steigenden Zuwanderungen aus den westdeutschen Ländern kommt. Sollte es gelingen, dass mehr Studienanfänger ihr Studium an einer ostdeutschen Hochschule aufnehmen, dann könnte dies den Ausbaubedarf an den westdeutschen Hochschulen verringern. Es ist allerdings auch zu erwarten, dass die Finanz- und Wirtschaftskrise die Zahl der Ausbildungsplätze auch für Abiturienten verringern wird, sodass sich die Zahl der Studienbewerber erhöhen dürfte. In den vergangenen Jahren hat rund ein Drittel aller Studienberechtigten, dies sind fast 150.000, eine Berufsausbildung aufgenommen.

Diese und weitere Vorausberechnungen führt das FiBS mit seinem Simulationsmodell EduSim© durch.

Das FiBS-Forum Nr. 45
Dieter Dohmen, "Der Studentenberg": Prognose und Realität, Berlin 2009
kann von der Homepage des Instituts unter www.fibs.eu heruntergeladen werden.
Kontakt: Birgitt A. Cleuvers (FiBS), Tel. 0 30 - 84 71 22 3-20

Birgitt A. Cleuvers | idw
Weitere Informationen:
http://www.fibs.eu

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