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Strahlenklinik in Spitzencluster vertreten

27.10.2010
Die AG Strahlen-Immunbiologie um Priv.-Doz. Dr. Udo Gaipl an der Strahlenklinik des Universitätsklinikums Erlangen (Direktor Prof. Dr. Fietkau) ist mit dem Projekt „Bestimmung von Immun- und Tumorparametern im Serum von Tumorpatienten“ im m4 Spitzencluster „Personalisierte Medizin“ vertreten.

Das Verbundprojekt innerhalb des Clusters will anhand der Analyse von Immun- und Tumormarkern aus dem Blutserum von Patienten eine verlässliche Aussage über das Ansprechen der Therapie sowie den klinischen Verlauf von Tumorerkrankungen erhalten. Das Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 500.000 Euro gefördert.

Ein wesentliches Problem bei der Behandlung von Tumorpatienten stellen individuelle Unterschiede des Therapieverlaufs bei gleicher Behandlung dar. Der Grund für diese Abweichungen liegt in der genetischen Ausstattung des Tumors und im Immunstatus des Patienten. Um zukünftig den Verlauf und den Erfolg einer Tumortherapie besser einschätzen zu können, untersucht die Forschergruppe um Dr. Gaipl das Blut von Tumorpatienten in verschiedenen Stadien der Erkrankung.

Die Wissenschaftler analysieren so genannte tumorspezifische molekulare Marker im Blut, die einerseits eine Voraussage des Therapieansprechens ermöglichen und andererseits ideale Zielstrukturen für eine individualisierte Tumortherapie darstellen. Bei diesen Markern handelt es sich beispielsweise um Proteine. Ihr Nachweis aus Vollblut bzw. Serum ist von großem Interesse, da das Blut einen dynamischen Prozess widerspiegelt und einfach, rasch sowie zuverlässig vor, während und nach der Therapie abgenommen werden kann.

Der Fokus der Erlanger Forscher liegt dabei in der Analyse zweier spezieller Marker: HMGB1, ein immunaktivierendes Gefahrensignal, und AnnexinA5, ein Immunmodulator. Die beiden Proteine stehen im Zusammenhang mit der Immunogenität eines Tumors, also der Eigenschaft eine Immunantwort des Körpers gegen den Tumor auslösen zu können.

Am Ende der Projektlaufzeit soll ein Teststreifen zur Verfügung stehen, welcher es erlaubt die Anwesenheit der Tumorimmunogenitätsmarker im Blutserum von Krebspatienten rasch und engmaschig zu bestimmen. Die Forschungsergebnisse sollen dazu beitragen, das individuelle Ansprechen von Patienten auf Standardtherapien besser zu verstehen und zielgerichtete Krebstherapien weiter zu verbessern.

Der m4-Cluster
Neben dem Uni-Klinikum Erlangen sind an diesem Verbundprojekt innerhalb des m4-Clusters „Personalisierte Medizin“ noch die Klinik für Strahlentherapie und Radiologische Onkologie des Klinikums rechts der Isar (Technische Universität München), die Klinik für Strahlentherapie und Onkologie des Klinikums der Goethe-Universität-Frankfurt, die multimmune GmbH (München) und die GENEART AG (Regensburg) beteiligt. Bis zum Jahre 2020 will sich der Cluster zu einer internationalen Exzellenz- und Modellregion der personalisierten und zielgerichteten Medizin entwickeln. Die Fokussierung auf eine individualisierte, Biomarker-basierte Medizin erfolgt durch strategisch ausgerichtete, interdisziplinäre Kooperationen verschiedener Biomedizinischer Disziplinen.

Mehr Informationen unter http://www.strahlenklinik.uk-erlangen.de und http://www.m4.de.

Die Universität Erlangen-Nürnberg, gegründet 1743, ist mit 27.000 Studierenden, 550 Professorinnen und Professoren sowie 2000 wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte Universität in Nordbayern. Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen an den Schnittstellen von Naturwissenschaften, Technik und Medizin in engem Dialog mit Jura und Theologie sowie den Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Seit Mai 2008 trägt die Universität das Siegel „familiengerechte Hochschule“.

Weitere Informationen für die Medien:

Dr. Udo Gaipl
Tel.: 09131/85-32311
udo.gaipl@uk-erlangen.de

Pascale Anja Dannenberg | idw
Weitere Informationen:
http://www.m4.de
http://www.strahlenklinik.uk-erlangen.de

Weitere Berichte zu: Blutserum Cluster Onkologie Protein Serum Strahlentherapie Tumorpatient Tumortherapie

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