Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Startschuss für vier neue Zentren der Gesundheitsforschung

15.04.2011
Schavan: "Die besten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nehmen gemeinsam den Kampf gegen Volkskrankheiten auf"

Die Entscheidung ist gefallen: 27 Standorte mit über 100 Hochschulen, Universitätsklinika und außeruniversitären Forschungseinrichtungen bilden die Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung in den Bereichen Infektionskrankheiten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lungenkrankheiten und Krebs.

Nach Empfehlungen international besetzter Gutachtergremien hat Bundesforschungsministerin Annette Schavan am Freitag über die Förderung der vier neuen Zentren entschieden. "In den einzelnen Zentren werden die besten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen interdisziplinär zusammenarbeiten. Das Ziel ist klar: Wir wollen neue medizinische Forschungsergebnisse schneller in die Krankenhäuser und Arztpraxen bringen, zum Wohl aller Patientinnen und Patienten", betonte Schavan. "Die Zentren sind das Herzstück des kürzlich verabschiedeten Rahmenprogramms Gesundheitsforschung der Bundesregierung."

Schavan würdigte die geplanten wissenschaftlichen Aktivitäten der Zentren als "wesentlichen Beitrag zur Bekämpfung der Volkskrankheiten, der im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig und sichtbar sein wird". Im Fokus der Forschungsarbeiten stehen unter anderem eine verbesserte Vorsorge und Diagnose sowie individualisierte Therapien und eine optimale Versorgung der Patientinnen und Patienten.

Die wissenschaftlichen Gesamtkonzepte der ausgewählten Partnerstandorte wurden in den vergangenen Monaten durch international besetzte Expertengremien begutachtet, die wichtige Empfehlungen für die wissenschaftliche Arbeit und die Finanzierung der einzelnen Zentren gegeben haben. Zuvor wurden bereits die leistungsstärksten Standorte für die Zentren von den Gutachtern ausgewählt. "Die sehr engagierte Arbeit der Gutachtergremien hat ein wissenschaftlich faires und transparentes Auswahl- und Begutachtungsverfahren ermöglicht. Allen Beteiligten gilt mein herzlicher Dank für ihre große Unterstützung", erklärte Schavan. Bewertet wurden unter anderem die langfristige Vision und das geplante Leitbild des jeweiligen Zentrums, die wissenschaftliche Exzellenz des Konzepts, der Innovationsgehalt der gemeinsamen Forschungsaktivitäten, die Integration von Grundlagen- und klinischer Forschung sowie die Management-Strukturen.

Die Expertinnen und Experten haben allen Zentren bestätigt, dass es gelungen sei, Konzepte zu erarbeiten, die das hohe Potenzial für gemeinsame Forschungsaktivitäten auf strategisch wichtigen Gebieten belegen. Die Gutachterinnen und Gutachter empfehlen, mit dem Aufbau aller vier neuen Zentren zu beginnen. Die begutachteten Gesamtkonzepte werden in den folgenden Monaten konkretisiert, um eine optimale Umsetzung des Leitgedankens der Zenten sicherzustellen. Sie werden in ihrem Aufbau- und Arbeitsprozess durch wissenschaftliche Gremien beraten und begleitet. Für die Errichtung und Etablierung der vier neuen Zentren stellt der Bund in den Jahren 2011 bis 2015 rund 300 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Deutschen Zentren für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und für Diabetesforschung (DZD) wurden bereits im Jahr 2009 gegründet.

Deutsches Zentrum für Lungenforschung (DZL)
Ausgewählte Partnerstandorte:
Borstel/Lübeck/Kiel/Großhansdorf
(gemeinsamer Antrag des Forschungszentrums Borstel, der Universität Lübeck, der Christian-Albrechts-Universität Kiel und des Zentrums für Pneumologie und Thoraxchirurgie der Klinik Großhansdorf)
Gießen/Marburg/Bad Nauheim
(gemeinsamer Antrag der Justus-Liebig-Universität Gießen, der Philipps-Universität Marburg und des Max-Planck-Instituts für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim)
Hannover
(gemeinsamer Antrag der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), der Leibniz Universität Hannover und des Fraunhofer-Instituts für Toxikologie und Experimentelle Medizin in Hannover)
Heidelberg
(gemeinsamer Antrag der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, der Thorax-Klinik des Universitätsklinikums Heidelberg, des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg und des European Molecular Biology Laboratory (EMBL) Heidelberg)
München
(gemeinsamer Antrag des Helmholtz Zentrums München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (HMGU), der Ludwig-Maximilians-Universität München, des Klinikums der Universität München und der Asklepios Fachkliniken München-Gauting)
Ansprechpartner für die Presse: Sven Winkler, Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (HMGU), Tel. 089/3187-3946, E-Mail: sven.winkler@helmholtz-muenchen.de

Deutsches Zentrum für Herz-Kreislaufforschung (DZHK)
Ausgewählte Partnerstandorte:
Berlin/Potsdam
(gemeinsamer Antrag des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin Berlin-Buch (MDC), der Charité-Universitätsmedizin Berlin, des Deutschen Herzzentrums Berlin, des Robert-Koch-Instituts in Berlin und des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE))
Frankfurt am Main/Mainz/Bad Nauheim
(gemeinsamer Antrag der Johann-Wolfgang-von-Goethe-Universität Frankfurt am Main, der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim und des Max-Planck-Instituts für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim)
Göttingen
(gemeinsamer Antrag des Universitätsklinikums Göttingen, der Georg-August Universität Göttingen, des Deutschen Primatenzentrums Göttingen, des Max-Planck-Instituts für Biophysikalische Chemie in Göttingen, des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen und des Max-Planck-Instituts für Experimentelle Medizin in Göttingen)
Greifswald
(gemeinsamer Antrag der Ernst-Moritz-Arndt Universität Greifswald und des Universitätsklinikums Greifswald)
Hamburg/Kiel/Lübeck
(gemeinsamer Antrag des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, der Universität zu Lübeck, des European Molecular Biology Laboratory (EMBL) Hamburg und der Asklepios-Klinik St. Georg in Hamburg)
Heidelberg/Mannheim
(gemeinsamer Antrag des Universitätsklinikums Heidelberg, der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg und des European Molecular Biology Laboratory (EMBL) Heidelberg)
München
(gemeinsamer Antrag der Technischen Universität München, des Klinikums München Rechts der Isar, der Ludwig-Maximilians-Universität München, des Klinikums der Universität München, des Helmholtz Zentrums München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (HMGU) und des Max-Planck-Instituts für Biochemie in Martinsried)

Ansprechpartnerin für die Presse: Barbara Bachtler, Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC), Berlin-Buch, Tel. 030/9406-3896, E-Mail: bachtler@mdc-berlin.de

Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK)
Ausgewählte Partnerstandorte:
Berlin
Charité Universitätsmedizin Berlin
Dresden
(gemeinsamer Antrag des Universitätsklinikums Dresden, der Technischen Universität Dresden, des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) und des Max-Planck-Instituts für Molekulare Zellbiologie und Genetik)
Essen/Düsseldorf
(gemeinsamer Antrag des Universitätsklinikums Essen und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf)
Frankfurt am Main/Mainz
(gemeinsamer Antrag der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, des Universitätsklinikums Frankfurt am Main, des Universitätsklinikums Mainz, des Georg-Speyer-Hauses - Chemotherapeutisches Forschungsinstitut in Frankfurt am Main und des Krankenhauses Nordwest Frankfurt am Main)
Freiburg
(gemeinsamer Antrag der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und des Max-Planck-Instituts für Immunbiologie in Freiburg)
Heidelberg
(gemeinsamer Antrag des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg, der Universität Heidelberg, des Universitätsklinikums Heidelberg und des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg)
München
(gemeinsamer Antrag der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Technischen Universität München)
Tübingen
(gemeinsamer Antrag des Universitätsklinikums Tübingen und der Eberhard-Karls-Universität Tübingen)
Ansprechpartnerin für die Presse: Stefanie Seltmann, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) Heidelberg, Tel. 06221/42-2854, E-Mail: s.seltmann@dkfz.de

Deutsches Zentrum für Infektionsforschung (DZIF)
Ausgewählte Partnerstandorte:
Braunschweig/Hannover
(gemeinsamer Antrag der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), der Tierärztlichen Hochschule Hannover, der Technischen Universität Braunschweig, des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig, des Leibniz-Instituts Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen, des Zentrums für Translationsmedizin in Hannover und der TWINCORE - Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung GmbH)
Gießen/Marburg/Langen
(gemeinsamer Antrag der Justus-Liebig-Universität Gießen, der Philipps-Universität Marburg, des Paul-Ehrlich-Instituts in Langen und der Fachhochschule Gießen-Friedberg)
Hamburg/Lübeck/Borstel
(gemeinsamer Antrag des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, der Universität Hamburg, der Universität zu Lübeck, des Forschungszentrums Borstel, des Heinrich-Pette-Instituts für Experimentelle Virologie und Immunologie in Hamburg und des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin Hamburg)
Heidelberg
(gemeinsamer Antrag des Universitätsklinikums Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg)
Köln/Bonn
(gemeinsamer Antrag der Rheinischen-Friedrich-Wilhelms Universität Bonn, der Universität zu Köln und des Universitätsklinikums Köln)
München
(gemeinsamer Antrag der Technischen Universität München, der Ludwig-Maximilians-Universität München, des Helmholtz Zentrums München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (HMGU) sowie des Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr in München)
Tübingen
(gemeinsamer Antrag des Universitätsklinikums Tübingen und der Eberhard-Karls-Universität Tübingen sowie des Max-Planck-Instituts für Entwicklungsbiologie in Tübingen)

Ansprechpartner für die Presse: Manfred Braun, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) Braunschweig, Tel. 0531/6181-1400, E-Mail: manfred.braun@helmholtz-hzi.de

| BMBF Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Bei Celisca entsteht das Labor der Zukunft
19.12.2016 | Universität Rostock

nachricht Bildung 4.0: Die Welt des digitalen Lernens: Smartphones und Virtual Reality im Unterricht
14.12.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Feinstaub weckt schlafende Viren in der Lunge

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Energieeffizienter Gebäudebetrieb: Monitoring-Plattform MONDAS identifiziert Einsparpotenzial

16.01.2017 | Messenachrichten

Nervenkrankheit ALS: Mehr als nur ein Motor-Problem im Gehirn?

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie