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Positive Zwischenbilanz bei Projekt „Mobiles Lernen“

23.05.2011
Die Universität Kassel hat eine positive Zwischenbilanz beim Projekt „Mobiles Lernen“ gezogen: Der Einsatz von Tablet-Computern wie dem iPad erlaubt es, den Lernstoff in Vorlesungen spannender und interessanter zu gestalten.

„Die Befragung der Lehrenden erbrachte, dass die mobilen Geräte sehr gut eingesetzt werden können, um das Lehrangebot inhaltlich zu erweitern, didaktisch anzureichern und den Lernstoff interessanter und spannender anzubieten“, sagte Projektleiter Prof. Dr. Alexander Roßnagel, zugleich CIO der Universität, bei der Vorlage des Zwischenberichts am Montag in Kassel: „Während der aufgeklappte Bildschirm eines Notebooks wie eine Barriere zwischen Dozent und Studierendem wirkt, integriert sich ein Tablet-PC wie Papier und Kugelschreiber in die Lernumgebung einer Lehrveranstaltung.“

Auch die Evaluation bei den Studierenden zeigte weit überwiegend, dass die Möglichkeiten des mobilen Lernens angenommen und positiv bewertet werden. „Inhalte und Formen der Lernmaterialien konnten ausgeweitet werden“, sagte Roßnagel. „Dabei wurden besonders Videos als hilfreich eingeordnet, aber auch andere Selbstlernmaterialien positiv bewertet.“ Die Aktivierung der Studierenden in der Lehrveranstaltung – vor allem auch in großen Vorlesungen – sei von Lehrenden und Lernenden positiv gesehen worden.“ „Einig waren sich fast alle, dass das mit IT angereicherte Lehren und Lernen in Großveranstaltungen mehr Spaß macht als ohne“, sagte Prof. Dr. Jan Marco Leimeister vom Fachgebiet Wirtschaftsinformatik.

Unterschiedlich eingeschätzt werden die Auswirkungen auf das Lernverhalten. Während die Evaluation in der Veranstaltung „Einführung in die Informationswissenschaften“ zu dem Ergebnis komme, dass positive Auswirkungen weder in Bezug auf eine längere Auseinandersetzung mit Lerninhalten noch in Bezug auf das Engagement bei der Vor- und Nachbereitung nachgewiesen werden können, stellen die Evaluationen in den rechtswissenschaftlichen Veranstaltungen und im gesellschaftswissenschaftlichen Seminar fest, dass deutlich häufiger auch außerhalb der Vorlesung juristische und politologische Texte gelesen und allgemeine Informationsquellen nachgeschlagen werden. „Das Konzept des selbst gesteuerten Lernens wird dadurch entscheidend unterstützt“, betonte Roßnagel.

Im Projekt „Mobiles Lernen“ konnte die Universität Kassel vielfältige didaktische, fachliche, technische und konzeptionelle Kompetenzen aufbauen. In den beteiligten Fachgebieten konnten fachliche Konzepte erarbeitet und erprobt werden. Lerninhalte der Wirtschaftsinformatik, des Wirtschaftsrechts, der Politikwissenschaften, der Elektrotechnik und der Informatik wurden mithilfe der Tablet-Computer zeitgemäß vermittelt und Anreize für selbständiges Lernen gesetzt. „Die daraus gewonnenen Erkenntnisse können zur Verbesserung der Konzepte und ihrer Umsetzung genutzt werden und auf andere Studiengänge der Wirtschafts-, Gesellschafts- und Ingenieurwissenschaften übertragen werden“, sagte Leimeister.

Durch die finanzielle Unterstützung durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst und durch die Kooperation mit den Unternehmen Telekom, Cisco und Apple konnte die WLAN-Infrastruktur in der Universität und die UMTS-Infrastruktur in der Stadt Kassel verbessert und damit ein erster Ausbau für die notwendige Infrastruktur für mobiles Lernen erreicht werden.

Im derzeit laufenden Semester wird das Projekt „Mobiles Lernen“ mit gleicher technischer Ausstattung, verbesserter technischer Koordination und Unterstützung und mit überarbeiteten didaktischen Konzepten fortgeführt. Die Lerninhalte wechseln und mit ihnen auch ein Teil der Lehrenden, so dass der Kreis derer, die fachliche und didaktische Erfahrungen sammeln, ausgeweitet wird.

Im Wintersemester 2011/2012 soll das Projekt dadurch ausgeweitet werden, dass weitere, möglichst unterschiedliche Tablet-Computer beschafft werden und die technische Infrastruktur über WLAN weiter ausgebaut werden. Neben zusätzlichen Hörsälen und Seminarräumen sollen auch Mensen, Cafeterien und die Universitätsbibliothek mit zusätzlichen Access-Points versehen werden, um auch dort die Nutzung von Tablet-Computern zu ermöglichen. Durch diese Maßnahmen sollen weiteren Studierenden und Lehrenden Erfahrungen mit mobilem Lernen ermöglicht werden.

Mit dem Projekt „Mobiles Lernen“ hat die Universität Kassel als erste Universität in Deutschland in einem breit angelegten Versuch erprobt, wie die neuartigen Tablet-Computer für Lehre und Lernen eingesetzt und genutzt werden können. Vom IT-Servicezentrum der Universität wurden rund 200 Tablet-Computer vom Typ iPad beschafft, die an die Studierenden ausgeliehen werden. Das Pilotprojekt ist auf insgesamt drei Jahre angelegt und kostet rund eine halbe Million Euro. „Hinzugerechnet werden muss“, so Roßnagel, „das zeitliche Engagement der Lehrenden und ihrer Mitarbeiter für die Erarbeitung der didaktischen Konzepte, die Anpassung der Lernmaterialien und die Umstellung der Lehrveranstaltung. Ohne dieses Engagement wäre ein solches Projekt nicht möglich.“

Info
Prof. Dr. Alexander Roßnagel
Universität Kassel
Chief Information Officer
Tel.: 0561/804-3130
E-Mail: a.rossnagel@uni-kassel.de
Prof. Dr. Jan-Marco Leimeister
Universität Kassel
Fachgebiet Wirtschaftsinformatik
Tel.: 0561/804-2880
E-Mail: leimeister@uni-kassel.de

Christine Mandel | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-kassel.de

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