Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Studiengang: Informatik für Luft- und Raumfahrt

29.12.2008
Ingenieure verzweifelt gesucht - das gilt besonders auch für die Luft- und Raumfahrtbranche.

Als Reaktion auf die starke Nachfrage bietet die Universität Würzburg den neuen Bachelor-Studiengang Luft- und Raumfahrt-Informatik an. Er startet zum Wintersemester 2009/10. Die Zulassung ist frei, die Einschreibung voraussichtlich ab Mitte August 2009 möglich.

In Deutschland ist sie bislang einzigartig, die Kombination von Informatik mit Luft- und Raumfahrt in einem Bachelor-Studiengang. Die Studierenden sollen lernen, Inhalte aus Physik, Elektronik, Mathematik, Sensorik, Regelungstechnik und Informatik in den Weltraumwissenschaften sowie in der Luft- und Raumfahrttechnik anzuwenden und damit auch anspruchsvolle Aufgaben lösen zu können.

Die speziellen Eigenschaften der Weltraumumgebung, der Entwurf von Raumfahrt-Systemen, die Verarbeitung von Borddaten: All das werden die Studierenden kennenlernen. "Wir wollen sie dazu befähigen, komplexe integrierte Hard- und Softwaresysteme wie beispielsweise Raumsonden, Flugzeugsysteme und Beobachtungsinstrumente zu konzipieren, zu entwickeln und zu betreiben", sagt Professor Klaus Schilling, der den Studiengang initiiert hat.

Dazu bauen die Studierenden beispielsweise Kleinstsatelliten, die nicht größer sind als eine Milchtüte. Damit hat man in Würzburg Erfahrung: Schon bald werden zwei Generationen des Universität-Würzburg-Experimentalsatelliten UWE ihre Bahnen im Orbit ziehen. Mit dem Satelliten kommunizieren die Studierenden von der Bodenkontrollstation am Lehrstuhl für Robotik und Telematik in Würzburg.

Passender Master-Studiengang

Zu dem sechs Semester dauernden Bachelor-Studiengang Luft- und Raumfahrt-Informatik gibt es an der Universität Würzburg einen passenden internationalen Master-Studiengang für Space Science and Technology. Dieser ist ebenfalls am Institut für Informatik angesiedelt. Seit 2005 wird der SpaceMaster-Studiengang im Erasmus-Mundus-Programm für europäische Elite-Studiengänge finanziell gefördert: mit Stipendien für die internationalen Studierenden.

Das erste Semester in Würzburg, das zweite in Luleå in Schweden, das dritte und vierte dann wahlweise an einer der sechs Partneruniversitäten in Frankreich, Finnland, Tschechien, Großbritannien, Schweden - oder in Würzburg. So sieht das Master-Studienprogramm aus, und es wird in einer internationalen Truppe absolviert: Etwa die Hälfte der jeweils rund 50 Studienanfänger kommt aus China, USA, Indien, Japan oder einem anderen Nicht-EU-Land.

Arbeitsmarkt: Gute Aussichten

"Den Absolventen werden sich dank ihrer Fähigkeiten im Systemdesign auch über die Luft- und Raumfahrt hinaus exzellente Berufschancen in der Industrie eröffnen", sagt Professor Schilling, "denn in unserem neuen Studiengang führen wir zwei besonders nachgefragte Disziplinen zusammen."

Einer Studie der Deutschen Agentur für Luft- und Raumfahrt (DLR) zufolge sollen bis zum Jahr 2020 mehr als 50.000 Stellen in der Luft- und Raumfahrt neu besetzt werden. Zudem gibt es laut Schilling auch für Informatiker jede Menge freie Stellen. "Erst im März 2008 wurde auf der Bitkom von 43.000 Stellen berichtet, die mangels Bewerbern nicht besetzt werden konnten."

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.luft-und-raumfahrt.informatik.uni-wuerzburg.de/startseite/
http://www.spacemaster.uni-wuerzburg.de
http://www.uni-wuerzburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Digitale Bildung im Unterricht: Was Lehrer und Schüler von der Schul-Cloud erwarten
11.12.2017 | Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik (HPI)

nachricht Neues Computerprogramm hilft bei Lese-Rechtschreibschwierigkeiten
13.11.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin

12.12.2017 | Förderungen Preise

Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen

12.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen

12.12.2017 | Energie und Elektrotechnik