Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Potenziale durch Exzellenz und Effizienz

25.04.2013
Um auch zukünftig erfolgreich auf Herausforderungen wie Klimawandel, demografische Entwicklung und knappere Ressourcen reagieren zu können, setzt Fraunhofer auf neue strategische Maßnahmen: systematische Verwertung, Standortkonzepte und Leitprojekte.
»Wir bewegen uns in einem Spannungsfeld aus globalen Herausforderungen: Auf der einen Seite stehen Themen wie Klimawandel und die demographische Entwicklung, die insbesondere in Deutschland schon heute einen deutlich sichtbaren Fachkräftemangel mit sich bringt. Auf der anderen Seite gibt es die Forderung nach immer mehr neuen Produkten für mehr Menschen aus ständig knapper werdenden Ressourcen«, sagt Prof. Reimund Neugebauer, der seit Oktober 2012 Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft ist. »Weitere Faktoren, die unser Wirken und Forschen beeinflussen, sind: knapper werdende öffentliche Kassen, das gebremste Wirtschaftswachstum und das Vorandrängen der Schwellenländer«.

Damit Fraunhofer diese Herausforderungen meistern kann und zukunftsfähig bleibt, hat Prof. Neugebauer seit seinem Amtsantritt Entwicklungshorizonte definiert. »Fraunhofer ist in Wirtschaft und Wissenschaft eine starke Marke mit einem klaren Profil. Wir sind inhaltlich sehr gut aufgestellt und verfügen über eine Reihe weiterer Stärken, etwa unsere Organisationsstruktur, die uns bei der Bewältigung komplexer Aufgaben hilft; wobei gilt: so viel dezentrale Verantwortung wie möglich, so viel zentral begleitende Steuerung wie nötig«, führt Prof. Neugebauer aus. »Auch unsere nationale und internationale Vernetzung ist ein Plus. Diese Stärken wollen wir bewahren«.

Systematische Verwertung

Potenziale ausbauen – das will Prof. Neugebauer zum Beispiel beim Thema Verwertung, mit originären Produkten, Technologien und Dienstleistungen. Verwertung setzt sich aus vielen Komponenten zusammen, zum einen aus der klassischen Variante von Patenten und Lizenzen zum anderen gehört dazu das Überführen von Erkenntnissen aus öffentlichen Projekten zur Mehrfachnutzung in verschiedenen Anwendungen der Industrie. Aber auch der Transfer von Köpfen, Spin-offs oder Prototypenbau tragen dazu bei, Wissen in Technologien umzusetzen. »Wir wollen alle Verwertungspfade systematisch erschließen und entwickeln«, sagt Prof. Neugebauer.

Standorte entwickeln

Fraunhofer-Institute geben wichtige Impulse für die Entwicklung von Standorten. Sie sind attraktiv für die regionale Industrie und sind vernetzt mit anderen Wissenschaftseinrichtungen. Die erweiterten Standortkonzepte sehen vor, dass sich die Fraunhofer-Institute mit Partnern aus der Wissenschaft, der Wirtschaft, den Kommunen und Ländern intensiver Gedanken darüber machen, wie regional verfügbares Know-how und Expertise gemeinsam zum Standortvorteil auf- und ausgebaut werden können. »Schaut man sich Deutschland an, lassen sich an vielen Orten Kompetenzfelder von Fraunhofer erkennen: etwa Kommunikationstechnologie in Berlin, Maschinenbau und Innovationsmanagement in Stuttgart oder Automobil- und Maschinenbautechnologien in Chemnitz«, so Neugebauer. »Diese Wissens-Ballungsräume wollen wir zu national und international sichtbaren Anziehungspunkten für kleine und mittelständische Unternehmen ausbauen«.

Langfristig gilt es, neue Chancen zu eröffnen, und die sieht Präsident Neugebauer in der Nachhaltigkeit des Wissenschaftspotenzials: »Wir werden die wissenschaftliche Exzellenz von Fraunhofer sichern und stärken, aber auch weiterhin flexibel und wandlungsfähig sein, um immer wieder neue Entwicklungen voranzutreiben. Unsere Aufgabe und unser Ziel sind es, Lösungen für eine nachhaltige Wertschöpfung zu erarbeiten. Das gelingt, in dem wir mit eigener Vorlaufforschung immer wieder neue Themengebiete erschließen«.

Leitprojekte – Schnelle Umsetzung für den Markt

Zudem soll der bei Fraunhofer etablierte Portfolio-Prozess genutzt werden, um neue, profilschärfende Leitprojekte zu identifizieren – unter den Schwerpunktthemen Gesundheit und Ernährung, Kommunikation und Wissen, Mobilität und Transport, Energie und Rohstoffe, Sicherheit und Vorsorge, Produktion und Dienstleistung. Die Besonderheit: hohe Anwendungsnähe und schnelle Umsetzbarkeit. Von aktuell vier identifizierten Themen sind zwei bereits auf Projektbasis angelaufen – Zellfreie Bioproduktion und ein Transferprojekt zur Elektromobilität. Zwei weitere befinden sich in der Konzeptphase: Seltene Erden und E3-Produktion. »Mit den Leitprojekten wollen wir Fraunhofer-Kompetenzen interdisziplinär und flexibel zur Erarbeitung zukunftsfähiger Themenstellungen zusammenführen – zum Nutzen für den Standort Deutschland«, sagt Prof. Reimund Neugebauer. »Ziel ist, durch frühzeitige Einbindung von Industriepartnern rasch zu marktfähigen Angeboten zu kommen«.

Im Projekt Zellfreie Bioproduktion wird eine neuartige Produktionsplattform für Proteine entwickelt. Denn Peptide, Enzyme oder andere Biomoleküle braucht man in der Medizin ebenso wie in der Lebensmitteltechnologie, Agrar-, Kosmetik- und Waschmittelindustrie. Fraunhofer will bisherige Systeme, die mit lebenden Zellen arbeiten, durch in-vitro-Proteinsynthese ersetzen. Herausforderung dabei ist, steuerbare Reaktorsysteme zu entwickeln und sie auf industrielle Maßstäbe zu skalieren. Dieses Projekt wird sowohl aus Fraunhofer-Eigenmitteln finanziert als auch vom Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF unterstützt.

In der Systemforschung Elektromobilität entwickelte Fraunhofer eine Reihe von Komponenten, um die Idee von mehr Stromern auf der Straße Realität werden zu lassen. Im Transferprojekt sollen nun die Technologien fortgeführt werden, die rasch eine Umsetzung erwarten lassen.

Das Projekt »Seltene Erden« dient dazu, die Versorgung der deutschen Industrie mit kritischen Rohstoffen, insbesondere mit Seltenen Erden sicherzustellen. Diese Rohstoffe werden unter anderem für starke Magnete in Windkrafträdern oder Elektromotoren gebraucht. Es sollen Lösungen sowohl für die Substitution als auch das Recycling der Metalle Neodym und Dysprosium erarbeitet werden.

Wie sieht die Produktion der Zukunft aus? Konzepte und Technologien dazu sollen im Projekt E3-Produktion entstehen. E3 steht für effizient, emissionsarm und das Einbinden des Menschen in die Produktionsprozesse. Dabei wird ein integrales Stoffstrom- und Energiemanagement genauso verfolgt wie die Entwicklung von Instrumenten, um die Energieeffizienz zu bewerten oder um ergonomische Aspekte zu integrieren.

Britta Widmann | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/de/presse/presseinformationen/2013/April/neue-potenziale-durch-exzellenz-und-effizienz.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Bei Celisca entsteht das Labor der Zukunft
19.12.2016 | Universität Rostock

nachricht Bildung 4.0: Die Welt des digitalen Lernens: Smartphones und Virtual Reality im Unterricht
14.12.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik