Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mobilitätshindernisse überwinden: eine Mobilitätsstrategie für den Europäischen Hochschulraum

07.05.2012
Bereits im Jahr 2009 verabschiedeten die Wissenschaftsminister(innen) der 47 Bologna-Länder einen Benchmark für die internationale Mobilität von Studierenden
Bis 2020 soll mindestens jede(r) fünfte Hochschulabsolvent(in) während seines/ihres Studiums Auslandserfahrung gesammelt haben. Vergangene Woche legten die Minister(innen) in Bukarest die erste Mobilitätstrategie für den Europäischen Hochschulraum vor. Darin werden Mobilitätshindernisse identifiziert, die abgebaut werden sollen.

Der gemeinsam von Eurydice, Eurostat und EUROSTUDENT erarbeitete „Implementation Report“, der ebenfalls erstmals vorgelegt wurde, betont die Bedeutung des Abbaus von Hindernissen, die soziale Gruppen unterschiedlich betreffen: „If let unchecked, increases in mobility rates may lead to a new dimension of social disparity“, lautet die Schlussfolgerung des Berichts.

Das Ziel, die Teilnahme an Auslandsmobilität zu erhöhen und zu erweitern, begründen die Minister(innen) damit, dass Mobilität die persönliche Entwicklung und die Beschäftigungschancen („employability“) von Studierenden wesentlich beeinflusst. Zugleich dient sie einer Stärkung der kulturellen Identität Europas. Die Minister(innen) verpflichteten sich in der Mobilitätsstrategie deshalb darauf, existierende Mobilitätshindernisse abzubauen. Hierfür wollen sie unter anderem die Finanzierungsmöglichkeiten für Auslandsaufenthalte verbessern und bestehende Fördermöglichkeiten effektiver kommunizieren sowie die Anerkennung von im Ausland erworbenen Kreditpunkten an der Heimatuniversität sicherstellen. Außerdem wollen sie denjenigen Studierendengruppen besondere Aufmerksamkeit widmen, die bislang selten an Auslandsmobilität teilhaben.

„Wichtig ist, im Blick zu behalten, welche Studierenden nicht ins Ausland gehen“, erläutert Dr. Dominic Orr vom HIS-Institut für Hochschulforschung (HIS-HF), der das international-vergleichende Projekt EUROSTUDENT leitet und in Bukarest vor Ort war. In einem neuen Projekt hat HIS-HF die Ergebnisse der letzten EUROSTUDENT-Runde zur studentischen Auslandsmobilität für die Länder Österreich, Schweiz, Deutschland, Niederlande und Polen einer intensiveren Analyse unterzogen. Die Ergebnisse wurden den Minister(inne)n in Bukarest in Form einer Broschüre präsentiert. Das Steeplechase-Projekt untersucht die Hindernisse, die Studierende davon abhalten, während ihres Studiums ins Ausland zu gehen. Die wichtigsten Gründe gegen einen Auslandsaufenthalt sind länderübergreifend die hohen Kosten, die Trennung von Partner, Kindern und Freunden und die Befürchtung einer Verzögerung im Studienverlauf.

Nach den ersten Analysen der Steeplechase-Daten verzichten insbesondere ältere Studierende, Studierende aus nicht-akademischen Haushalten und Studierende mit Kindern auf einen studienbezogenen Auslandsaufenthalt. „Entsprechende Maßnahmen, die Studierende bei der Planung und Durchführung von Auslandsaufenthalten unterstützen sollen, müssen dies berücksichtigen“, so Orr weiter. Die Ergebnisse der Steeplechase-Studie werden im Herbst 2012 veröffentlicht.

Nähere Auskünfte:
Dr. Dominic Orr
Tel: 0511 1220-372
E-Mail: orr@his.de

Pressekontakt:
Theo Hafner
Tel.: 0511 1220-290
E-Mail: hafner@his.de

Tanja Meister
Tel: 0511 1220-384
E-Mail: meister@his.de

Theo Hafner | idw
Weitere Informationen:
http://www.his.de
http://www.eurostudent.eu/
http://www.his.de/presse/material/forschung/Steeplechase.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie