Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Miteinander Sprechen: Der Schlüssel kindlicher Bildung

29.10.2009
Neue Forschungsergebnisse zur frühkindlichen Bildungsforschung und zum CHARGE-Syndrom wurden von Dr. Ursula Horsch, Professorin für Gehörlosen- und Schwerhörigenpädagogik und Sonderpädagogische Früherziehung an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, und ihrem Forschungsteam vorgestellt.

Ein Projekt untersucht frühe dialogische Interaktionen und deren Bildungsrelevanz bei Kindern ohne Behinderung. Ein weiteres Projekt beschäftigt sich mit frühen Dialogen von Kindern mit CHARGE-Syndrom und ihren Eltern. Eltern-Kind-Interaktionen, so ein zentrales Ergebnis der Untersuchungen, fungieren als Bildungsmotor für die kindliche Entwicklung.

Ein Projekt beschäftigt sich mit frühen dialogischen Interaktionen und deren Bildungsrelevanz bei Kindern ohne Behinderung. Die Forschung mit Kindern ohne Behinderung sei laut Horsch nötig, um herauszufinden, wo in diesen Dialogen die Stärken von Kindern mit Behinderung liegen. Daher sind vergleichende Studien hinsichtlich dieser bildungsrelevanten Merkmale in den frühen dialogischen Interaktionen zwischen Eltern und Kind mit Hörschädigung ein Schwerpunkt dieses Forschungsprojekts. Ziel ist, wesentliche Elemente frühkindlicher Bildungsprozesse herauszufinden und diese im Rahmen von besonderen Bildungsanlässen zu untersuchen. Für die Forscherin sind Beziehung und Dialog untrennbar miteinander verbunden. Alles müsse miteinander geteilt werden, sonst gäbe es keine Bildung. Daher betrachtet Horsch Eltern-Kind-Interaktionen als Bildungsmotor.

Ein weiteres Projekt von Professor Horsch, das von deren wissenschaftlichen Mitarbeiterin und Doktorandin Andrea Scheele mitbetreut wird, sind frühe Dialoge von Kindern mit CHARGE-Syndrom und ihren Eltern. Die Forschung zum CHARGE-Syndrom ist noch sehr jung: Erst 1979 wurde das Syndrom, das vielfältige Mehrfachbehinderungen einschließt, entdeckt, und seit 1981 unter dem Namen CHARGE-Syndrom bekannt. Bis 2006 gab es keine Publikationen zu diesem Fachgebiet. Seit 2006 läuft das Projekt von Horsch und Scheele an der Pädagogischen Hochschule; seine Forschungsergebnisse werden unmittelbar in die Hochschullehre integriert. Seit Beginn stößt es auch auf sehr großes Interesse im Ausland. Ziel der Forschung ist es, frühe dialogische Interaktionen zwischen Kindern mit CHARGE und ihren Eltern zu dokumentieren, zu analysieren und darzustellen. Ebenso wichtig ist es, in der Öffentlichkeit ein Bewusstsein für das CHARGE-Syndrom zu entwickeln. Durch ein Hineinfühlen in die Mehrfachbehinderungen der Kinder, die insbesondere die Sinne betreffen, sollen Pädagogen in die Lage versetzt werden, deren Eltern besser beraten zu können. Daher sprach Scheele auch von einer Pädagogik der Sinne. Wege müssten gefunden werden, um mit den Kindern in Dialog zu treten. Scheele setzte in ihrem Vortrag das Forschungsprojekt mit CHARGE-Kindern auch in Bezug zu Horschs Vortrag zur frühkindlichen Bildung: Dies sei wichtig, da die Erkenntnisse über dialogische Aktivitäten von nicht-behinderten Kindern eine Folie zur Spiegelung seien, was Bildung für behinderte Kinder bedeutet.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Ursula Horsch
Pädagogik der Gehörlosen und Schwerhörigen - Frühpädagogik
Pädagogische Hochschule Heidelberg, Zeppelinstraße 3
D-69121 Heidelberg
E-Mail: horsch@ph-heidelberg.de, Tel. 06221 - 477450

Dr. Birgitta Hohenester-Pongratz | idw
Weitere Informationen:
http://www.ph-heidelberg.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Fast jeder vierte Hochschulabschluss ist ein Master
30.09.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Digitaler Wandel kommt im Bildungsbereich an
25.08.2016 | Technologiestiftung Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie