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Von Knochenmark und Flachkristallen

13.05.2009
Zwei der neuen Schwerpunktprogramme, die der Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) auf seiner Frühjahrssitzung in Bonn beschlossen hat, werden von Erlangen aus koordiniert.

Für das Schwerpunktprogramm "Osteoimmunology - IMMUNOBONE", das dem Wechselspiel zwischen dem körpereigenen Abwehrsystem und dem Knochensystem des Menschen nachspürt, ist Prof. Dr. Georg Schett, Direktor der Medizinischen Klinik 3 des Universitätsklinikums Erlangen zuständig. Koordinator des Schwerpunktprogramms "Graphene" ist Priv.-Doz. Dr. Thomas Seyller vom Lehrstuhl für Technische Physik der Universität Erlangen-Nürnberg.

Für die 18 neu eingerichteten Schwerpunktprogramme stellt die DFG im ersten Förderjahr rund 32 Millionen Euro zur Verfügung, wovon die beiden Programme mit maximal 2,2 bzw. 2,3 Millionen Euro gefördert werden; für die erste dreijährige Förderperiode erhalten sie maximale Fördersummen von rund 6,6 bzw. 7 Millionen Euro. Alle neuen Schwerpunktprogramme sollen ab Anfang 2010 ihre Arbeit aufnehmen. Mit den nun bewilligten 18 Einrichtungen, die aus 61 eingereichten Konzepten ausgewählt wurden, fördert die DFG im kommenden Jahr 99 Schwerpunktprogramme.

Immunzellen, die Antikörper produzieren, reifen bei Menschen im Knochenmark. Die übliche Bezeichnung "B-Lymphozyten" für diese weißen Blutkörperchen kann als Hinweis auf das Wort "bone" (für englisch: Knochen) interpretiert werden. Bei der Entwicklung von der Stammzelle zur B-Zelle werden Rezeptoren ausgebildet, die bestimmte fremde, schädliche Strukturen erkennen und Abwehrreak­tionen in Gang setzen. Dies ist ein Beispiel dafür, wie das Immunsys­tem und das Knochensystem zusammenspielen und wie sie sich gegenseitig beeinflussen. In dem Schwerpunktprogramm, dessen voller Titel "Osteoimmunology - IMMUNOBONE - A Programme to Unravel Mutual Interactions between the Immune System and Bone" lautet, befassen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit derartigen Wechselwirkungen unter den unterschiedlichsten Aspekten.

Außergewöhnlicher Kristall

Graphen (engl.: graphene) ist eine ultradünne Schicht aus Kohlenstoffatomen von der Dicke eines einzigen Atoms, wobei die Atome in einer honigwabenförmigen Struktur zusammengefügt sind. Graphen stellt somit den ersten wirklich zweidimensionalen Kristall dar. Im Vergleich zu anderen Kristallen hat Graphen außergewöhnliche Eigenschaften, von denen erwartet wird, dass sie zu neuen Entwicklungen in der Mikro- und Nanoelektronik, Sensorik und Displaytechnologie führen werden. Da­rüber hinaus schlägt Graphen eine Brücke zwischen Festkörperphysik und relativistischer Quantenphysik. Das SPP "Graphene" wird in den nächsten sechs Jahren zur Erforschung der Eigenschaften dieses Materials, seiner gezielten Herstellung und seiner Anwendung beitragen.

DFG-Schwerpunktprogramme sollen durch die koordinierte orts- und fächerübergreifende Bearbeitung neuer Themen spürbare Impulse zur Weiterentwicklung der Forschung geben. Auch die enge Einbeziehung und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist ein wesentlicher Bestandteil und Voraussetzung für eine Förderung.

Die Universität Erlangen-Nürnberg, gegründet 1743, ist mit 26.000 Studierenden, 550 Professorinnen und Professoren sowie 2000 wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte Universität in Nordbayern. Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen an den Schnittstellen von Naturwissenschaften, Technik und Medizin in engem Dialog mit Jura und Theologie sowie den Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Seit Mai 2008 trägt die Universität das Siegel "familiengerechte Hochschule".

Weitere Informationen für die Medien:

Prof. Dr. Georg Schett
Tel.: 09131/85-39133
georg.schett@uk-erlangen.de
Priv.-Doz. Dr. Thomas Seyller
Tel.: 09131/85-28335
Thomas.Seyller@physik.uni-erlangen.de

Ute Missel | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-erlangen.de/

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