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Kabinett beschließt den Aktionsplan Nanotechnologie 2015

12.01.2011
Schavan: "Mit diesem ressortübergreifenden Konzept werden wir die Chancen der Nanotechnologie für Deutschland verantwortungsvoll nutzen"

Das Kabinett hat heute den Aktionsplan Nanotechnologie 2015 verabschiedet. Die Nanotechnologie ist von einer forschungsnahen Disziplin zu einem Wirtschaftsfaktor mit weitreichenden Auswirkungen geworden.

Deshalb legt die Bundesregierung unter dem Dach der Hightech-Strategie nun erstmals eine gemeinsame Programmatik vor. Sie trägt der großen Bandbreite an Themenfeldern Rechnung, die mit der Nanotechnologie verknüpft sind. Dazu gehören neben der Forschungsförderung die Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) und Gründern, Fragen der Sicherheit und der Regulierung sowie der Dialog mit der Öffentlichkeit.

"Mit dem Aktionsplan 2015 geben wir der nachhaltigen und sicheren Erforschung und Nutzung der Nanotechnologie einen neuen Rahmen", sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan heute in Berlin. "Die Nanotechnologie hat Einzug in das tägliche Leben der Menschen gehalten. Damit ergeben sich auch für die Politik neue Herausforderungen, denen wir mit dem Aktionsplan 2015 Rechnung tragen."

Bereits heute leistet die Nanotechnologie wichtige Dienste, zum Beispiel bei der Hyperthermie, einer Krebstherapie auf Basis von Nanopartikeln, bei der einfachen Trinkwasseraufbereitung durch nanoporöse Filter, in Windkraftanlagen, deren immer größer werdende Rotoren durch Kohlenstoffnanoröhrchen besonders stabil und dennoch sehr leicht gebaut werden können, oder beim Korrosionsschutz durch keramische Nanobeschichtungen, die toxisches Chrom und Nickel ersetzen. "Die Nanotechnologie hat das Potenzial, zu den großen gesellschaftlichen Herausforderungen, wie wir sie in der Hightech-Strategie der Bundesregierung formuliert haben, wichtige technologische Lösungsbeiträge zu liefern. Dazu gehören Gesundheit, Umwelt- und Klimaschutz, die Sicherung der Energieversorgung, umweltfreundliche und energiesparende Mobilität sowie eine nachhaltige Landwirtschaft. Umwelt und Gesundheit dürfen dabei nicht gefährdet werden, deshalb setzen wir einen Schwerpunkt auf die Risikoforschung", betonte die Ministerin.

Der Aktionsplan beinhaltet sechs Aktionsfelder:

Forschungsförderung und Technologietransfer, ausgerichtet auf die Bedarfsfelder der Hightech-Strategie Klima/Energie, Gesundheit/ Ernährung, Mobilität, Sicherheit und Kommunikation;

Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit mit Schwerpunkten in der KMU-Förderung und der Gründerunterstützung;

es werden die Risiken der Nanotechnologie für Mensch und Umwelt in den Blick genommen - durch Forschung, aber auch durch Aktivitäten im Umwelt-, Verbraucher und Arbeitsschutz;

Verbesserung der Rahmenbedingungen; dazu gehören die Anpassungen in den gesetzlichen Regelwerken, Fragen der Standardisierung und Normung aber auch die Problematik der qualifizierten Nachwuchs- und Arbeitskräfte;

eine intensivierte Kommunikation und der Dialog mit der Öffentlichkeit;

die Stärkung der guten deutschen Position in der Nanotechnologie durch internationale Kooperation.

Der Aktionsplan schließt an die ressortübergreifende "Nano-Initiative - Aktionsplan 2010" an. Er wurde durch den Ressortkreis Nanotechnologie (BMAS, BMBF, BMELV, BMG, BMU, BMVBS, BMVg, BMWi) unter Federführung des BMBF erarbeitet.

Die Bundesregierung hat die Nanotechnologie im Jahr 2010 mit etwa 400 Millionen Euro im Rahmen von Projekten und der institutionellen Förderung unterstützt. Dies ist ein Anstieg von mehr als 50 Prozent gegenüber den Ausgaben im Jahr 2006. Im gleichen Zeitraum stiegen die Bundesmittel für Projekte der Risiko- und Begleitforschung um mehr als 70 Prozent auf 14 Millionen Euro.

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