Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Innovation auf Abwegen?

09.03.2011
Innovationspotenziale in anderen Branchen finden und systematisch umsetzen

Mit »INNOWAVE« hat das Fraunhofer IAO einen neuen Ansatz für die frühe Phase im Innovationsprozess entwickelt. Die Idee besteht darin, Impulse oder neue produktfunktionalitäten in branchenfremden Diziplinen zu suchen und systematisch umzusetzen.

Viele Wege führen zu Innovation. Um die eigene »Innovations-Pipeline« stetig zu füllen, sollten Unternehmen nicht nur die eingetretenen Wege im Innovationsprozess beschreiten, sondern öfter mal versuchen, über Abwege zum Ziel zu gelangen. Denn nur wer den Blick über den eigenen Tellerrand wagt, andere Blickwinkel einnimmt oder »kreative Seitensprünge« unternimmt, stößt auf Ideen, Impulse und Lösungen, die im eigenen Umfeld das Potenzial zur Schaffung von Alleinstellungsmerkmalen haben.

Doch die Suche nach externen Innovationsquellen sollte systematisch erfolgen, sonst führt sie ins Abseits. Derzeit entstehen sogenannte Cross-Industry-Innovationen meist ohne konkrete Vorgehensmodelle und Methoden. Die vorhandenen Ansätze sind wenig verbreitet und beruhen auf einem eher »reaktiven« Leitgedanken: für konkrete technologische Problemstellungen wird in anderen Branchen nach analogen Lösungsmöglichkeiten gesucht. Der Nachteil dabei: die externen Impulse kommen erst bei der Detaillierung des Produktkonzepts. Doch warum sollen Unternehmen die Möglichkeiten des Transfers von branchenfremdem Know-how erst dann nutzen, wenn sie bereits durch die Begrenzung auf technologische Fragestellungen eingeschränkt sind? Warum soll man auf das kreative Potenzial anderer Branchen in den frühen Innovationsphasen verzichten?

Der vom Fraunhofer IAO entwickelte INNOWAVE-Ansatz schließt diese Lücke und bietet Unternehmen die Möglichkeit, das Potenzial branchenfremder Innovationen bereits in den frühen Innovationsphasen zu nutzen. Die Methode verfolgt den Grundsatz, kreative Seitensprünge systematisch und proaktiv auszuschöpfen. Dabei werden durch ein hohes Maß an Interaktion auch die Kreativität und das Know-how von anderen Branchen genutzt.

INNOWAVE basiert auf einem vierdimensionalen Entscheidungsmodell mit den Ebenen »Transfer und Suchfeld«, »Kontrolle und Interaktionsgrad«, »Innovationsquelle« und »Reifegrad des Innovationsbeitrags«. Innovationsverantwortliche und strategische Entscheider können mit Hilfe dieses Modells in der Planungsphase die entscheidenden Fragen stellen und auf dieser Basis eine systematische Suchstrategie nach branchenfremden Innovationsbeiträgen entwickeln.

Eine ausführliche Darstellung des INNOWAVE-Ansatzes steht als PDF zur Verfügung. Dieser sowie weitere Wege zu mehr und besseren Innovationen durch Impulse von außen diskutieren internationale Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft am 5. April 2011 im Rahmen des Forums »Open Innovation – The next wave?« im Institutszentrum Stuttgart der Fraunhofer-Gesellschaft.

Claudia Garád | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.iao.fraunhofer.de/vk156.html
http://www.iao.fraunhofer.de/images/iao-news/innowave.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

29.05.2017 | Physik Astronomie

Deutschlandweit erstmalig: Selbstauflösender Bronchial-Stent für Säugling

29.05.2017 | Medizintechnik

Professionelle Mooszucht für den Klimaschutz – Projektstart in Greifswald

29.05.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz