Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschung auf Dauer publik machen

16.07.2009
Experten erarbeiten im Auftrag der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz GWK ein nationales Rahmenkonzept für Informationsinfrastruktur. Vorsitzende der Kommission ist Sabine Brünger-Weilandt, Geschäftsführerin des Fachinformationszentrums Karlsruhe.

Eine Expertengruppe unter der Federführung der Leibniz-Gemeinschaft wird den Stand der wissenschaftlichen Informationsinfrastruktur in Deutschland analysieren, die aktuellen Herausforderungen identifizieren und einen Vorschlag für ein nationales Rahmenkonzept erarbeiten. Dazu hat sich kürzlich die Arbeitsgruppe Forschungsinformationsinfrastruktur konstituiert und zu ersten Beratungen getroffen. Ziel des Gremiums ist es, der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) zu deren Herbstsitzung ein Konzept vorzulegen.

Die Vorsitzende der Arbeitsgruppe, die Geschäftsführerin des Fachinformationszentrums (FIZ) Karlsruhe, Sabine Brünger-Weilandt, sagt: "Es sind im wesentlichen Leibniz-Einrichtungen, welche die wissenschaftliche Informationsinfrastruktur in Deutschland prägen. Es lag also nahe, aus diesem Kreis ein Konzept erarbeiten zu lassen." Die Arbeitsgruppe habe sich hierzu externen Sachverstands versichert und renommierte Experten aus dem deutschen Wissenschaftssystem um Mitwirkung gebeten. Beteiligt sind auch Vertreter der der Öffentlichen Hand.

Hinter dem spröden Begriff Informationsinfrastruktur verbergen sich zahlreiche aktuelle und zum Teil höchst kontroverse Themen, beispielsweise die Debatte um Urheberrechte und Open Access, aber auch komplexe Herausforderungen wie die Verfügbarkeit von Forschungsprimärdaten oder die bessere weltweite Vernetzung von Sammlungen und Archiven. Gerade Deutschland mit seinen zentralen Fachbibliotheken und Forschungsmuseen besitzt immense Schätze, die zum Teil noch gar nicht erschlossen sind.

"Unsere Arbeit wird manchmal etwas abschätzig als Service bezeichnet", sagt Sabine Brünger-Weilandt, "doch es sind die Dienstleistungen der Fachinformationszentren und Museen, die es einerseits den Wissenschaftlern ermöglichen, auf seriösen, qualitätsgesicherten Grundlagen zu arbeiten, und die andererseits die nachhaltige Verfügbarkeit von Forschungsergebnissen garantieren." Dies geschieht, indem die wissenschaftlichen Infrastruktureinrichtungen gedruckte und digitale Publikationen, Forschungsprimärdaten, Patente, Quellen und unterschiedlichste mediale Objekte in umfassenden Sammlungen nachweisen, erschließen, aufbereiten und zur Verfügung stellen. Daneben entwickeln und erforschen sie neue Verfahren und Methoden im Kontext von informationswissenschaftlichen und informationstechnischen Fragestellungen.

Der Expertengruppe gehören an: Sabine Brünger-Weilandt, FIZ Karlsruhe (Leitung), Reinhard Altenhöner, Deutsche Nationalbibliothek; Prof. Dr. René Deplanque, FIZ Chemie, Berlin; Prof. Dr. Dieter W. Fellner, Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung, Darmstadt; Dr. Michael Klein, Leibniz-Gemeinschaft; Ulrich Korwitz, Deutsche Zentralbibliothek für Medizin (ZB Med); Prof. Dr. Reinhold Leinfelder, Deutsche Naturwissenschaftliche Forschungssammlungen, Museum für Naturkunde; Dr. Anne Lipp, Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG; Dr. Norbert Lossau, Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen; Tobias Möller-Walsdorf, M.A., MWK Niedersachsen; Prof. Dr. Hans Rattinger GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften; Prof. Dr. Jürgen Renn, Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin; Prof. Dr. Marc Rittberger, Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF); Uwe Rosemann, Technische Informationsbibliothek Hannover (TIB); Frank Scholze, MWK Baden-Württemberg; Dr. Andreas Stucke, Wissenschaftsrat; Horst Thomsen, Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften - Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft (ZBW); PD Dr. Erich Weichselgartner, Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID); Prof. Dr. Christian Wolff, Universität Regensburg; Prof. Dr. Christa Womser-Hacker, Universität Hildesheim.

Ansprechpartner:
Josef Zens, Pressesprecher der Leibniz-Gemeinschaft
Schützenstraße 6a
10117 Berlin
030 / 20 60 49-42
zens@leibniz-gemeinschaft.de
Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören 86 außeruniversitäre Forschungsinstitute und Infrastruktureinrichtungen für die Wissenschaft sowie drei assoziierte Mitglieder. Leibniz-Institute bearbeiten gesamt-gesellschaftlich relevante Fragestellungen strategisch und themenorientiert. Dabei bedienen sie sich verschiedener Forschungstypen wie Grundlagen-, Groß- und anwendungsorientierter Forschung. Sie legen neben der Forschung Wert auf wissenschaftliche Dienstleistungen sowie Wissenstransfer in Richtung Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Die Institute beschäftigen mehr als 14.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sie werden gemeinsam von Bund und Ländern finanziert. Ihr Gesamtetat beträgt etwa 1,1 Milliarden Euro, wovon ca. 230 Millionen Euro aus Drittmitteln stammen.

Josef Zens | idw
Weitere Informationen:
http://www.leibniz-gemeinschaft.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Digitales Know-how für den Mittelstand: Uni Bayreuth entwickelt neuartiges Weiterbildungsprogramm
28.09.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Physik-Didaktiker aus Münster entwickeln Lehrmaterial zu Quantenphänomenen
22.09.2017 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise