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Fit für den Beruf

29.05.2015

Das Forschungsprojekt »HANDELkompetent« entwickelt technik-gestützte »Lern-Instrumente« für die Kompetenzentwicklung im Arbeitsalltag

Für Unternehmen wird es immer schwieriger, Personal zu finden, das genau die Qualifikationen aufweist, die im Betrieb benötigt werden. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, ist es damit umso wichtiger, die bestehende Belegschaft mit den nötigen Kompetenzen auszustatten.

Am Beispiel des Einzelhandels wird nun in einem Forschungsprojekt ein Konzept entwickelt, welches das Kompetenzmanagement in Unternehmen erleichtert und durch technologiebasierte Lernformen unterstützt.

Wie die aktuelle Fachkräfteengpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit zeigt, ist es für Unternehmen unterschiedlichster Branchen in Deutschland immer schwieriger, offene Stellen adäquat oder überhaupt zu besetzen. Dies gilt zunehmend nicht nur für akademische, sondern auch für nichtakademische Berufe. Gründe dafür sind der demografische Wandel, Veränderungen im Erwerbsverhalten aber auch eine hoch spezialisierte Arbeitswelt mit sich schnell ändernden Anforderungen.

Um ihre Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und auszubauen, müssen Unternehmen auf diese Entwicklung reagieren. Eine strategische Personalpolitik, unterstützt durch ein effizientes betriebliches Kompetenzmanagement, spielt da eine Schlüsselrolle:

Durch berufsbegleitende, in den Arbeitsprozess integrierte und professionell unterstützte Kompetenzentwicklung werden eine hohe Leistungsfähigkeit der Beschäftigten im gesamten Erwerbsleben und eine lernförderliche Erwerbsarbeit ermöglicht. Für kleine- und mittelständische Unternehmen, die in Deutschland 99% der Betriebe ausmachen, ist dies mit einem erheblichen finanziellen und zeitlichen Aufwand verbunden, der oft nur schwer zu stemmen ist.

Das Projekt »Handel kompetent! – Demografie-sensibles Kompetenzmanagement für KMU durch begleitete, situationsadaptive und innovative Technologie-gestützte Lernformen« (Förderkennzeichen 01FK14018) soll nun Abhilfe schaffen. Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Förderschwerpunkt »Betriebliches Kompetenzmanagement im demografischen Wandel« des Förderprogramms »Arbeiten – Lernen –Kompetenzen entwickeln.

Innovationsfähigkeit in einer modernen Arbeitswelt« gefördert. Ziel des Vorhabens ist es, ein modulares Konzept zur Personalentwicklung zu erarbeiten, das sich reibungslos in betriebliche Abläufe integrieren lässt. Medium des Konzepts ist eine Online-Plattform; die dort angebotenen Lernmodule sind jederzeit über Tablet PC abrufbar. »Kompetenzpaten« unterstützen zudem die Lernenden, die in altersübergreifenden Lerntandems organisiert sind.

So werden, gerade bei älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, eventuelle Berührungsängste mit neuen Technologien leichter abgebaut. Neben der aktiven Förderung und Entwicklung von Kompetenzen und die dadurch erzielte Steigerung der Beschäftigungsfähigkeit, Selbstkompetenz und Innovationsfähigkeit der einzelnen Beschäftigten soll in dem Projekt auch ermittelt werden, welche Lernsituationen und -orte sich besonders positiv auf den Lernerfolg auswirken.

Der Startschuss für das Forschungsvorhaben, an dem neben dem Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST die Qualitus GmbH, die systemkonzept GmbH und die Zentralstelle für Berufsbildung im Handel e. V. beteiligt sind, fiel am 21. Mai 2015 in Dortmund, das Verbundprojekt endet im April 2018.

Als Umsetzungspartner haben die Handelsbetriebe Pattevugel und REMAGEN in Köln sowie die Metzgerei Sack in Malsch für die Erhebung der Anforderungen an ein betriebliches Kompetenzmanagement und für die anschließende Erprobung der im Projekt erarbeiteten Lösung ihre Bereitschaft zur Mitarbeit signalisiert.

Als Multiplikatoren sind die Umsetzungspartner IHK Köln, die Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution (BGHW) und die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) dem Verbundprojekt assoziiert. Über diese Partner erreicht das Projekt eine große Zahl von Handelsbetrieben und deren Beschäftigte.

Das Konzept wird zunächst im Handel getestet, später sollen die Ergebnisse auch auf weitere Branchen übertragen werden.

Weitere Informationen:

http://www.isst.fraunhofer.de

Monika Zimmer | Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST

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