Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ein Fünftel der Schweizer Stiftungen unterstützt Wissenschaft

14.04.2014

Immer mehr Stiftungen in der Schweiz fördern die Wissenschaft. Zwei Drittel dieser Stiftungen sind auf ein bestimmtes Forschungsgebiet fokussiert, und die Hälfte beschränkt sich zusätzlich auf eine einzelne Art von Förderung. Aus Sicht der Hochschulen sind diese Stiftungen wichtige Förderpartner, um Projekte schneller umsetzen zu können.

Philanthropie für die Wissenschaft liegt im Trend. Die Anzahl der Stiftungen, die einen Bezug zu Wissenschaft und Hochschulen in den Zweckbestimmungen aufweisen, wächst stärker als der ohnehin wachsende Stiftungssektor. Gerade in den letzten zwanzig Jahren hat Wissenschaftsförderung als Stiftungszweck deutlich an Bedeutung gewonnen. Gemäss einer Studie des Center for Philanthropy Studies der Universität Basel (CEPS) gibt es in der Schweiz 2‘305 wissenschaftsfördernde Stiftungen, das sind fast ein Fünftel (18,8%) aller gemeinnützigen Stiftungen.

Mit 43,1% unterstützt der Grossteil dieser Stiftungen die Medizin, gefolgt von den Geisteswissenschaften (28,6%) und den Naturwissenschaften (20,3%). Zwei Drittel der Stiftungen fokussieren sich auf eine einzelne Forschungsdisziplin, und die Hälfte beschränkt sich zusätzlich auf eine bestimmte Fördertätigkeit. Neben der Forschungsförderung (72,5%) sind dies vor allem die Unterstützung von Lehrtätigkeiten und Beiträge an Studierende (35,6%) sowie Beiträge an Publikationen (15,5%). Die private Wissenschaftsförderung ist durch die grosse Zahl der Stiftungen insgesamt breiter und vielfältiger als die staatliche Finanzierung.

Stiftungen als Strategiebeschleuniger

Für die Studie wurden ausserdem die Vertreter von Hochschulen nach der Bedeutung der privaten Wissenschaftsförderung für die Hochschulen gefragt. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass Stiftungsgelder die hohen staatlichen Budgetmittel nicht ansatzweise ersetzen können: Die private Wissenschaftsförderung deckt im Durchschnitt den Gesamtaufwand der universitären Hochschulen nur zu rund 6%.

Private Fördermittel dienen den Universitäten bei der Umsetzung ihrer Strategien und helfen, innovative und interdisziplinäre Projekte voranzubringen, die sich über reguläre Mittel nicht finanzieren liessen. Im Konkurrenzkampf um private Fördermittel sind Hochschulen, die in der Vergangenheit bereits hohe Fundraising-Erträge einwerben konnten, im Vorteil. Zusätzlich werden eher Projekte gefördert, die gut strukturiert sind und bei denen sich der Erfolg klar messen lässt.

Hochschulen haben Entwicklungsbedarf

Trotz Grossspenden im dreistelligen Millionenbereich, welche Schweizer Hochschulen in den vergangenen Jahren von Unternehmern wie Hansjörg Wyss, Ernesto Bertarelli und Branco Weiss sowie von der Grossbank UBS erhalten haben, besteht bei den Hochschulen noch einen grosser Entwicklungsbedarf in Bezug auf einen professionellen Umgang mit privaten Fördergeldern. «Um in Zukunft die universitäre Autonomie auch in Finanzangelegenheiten zu bewahren, sind Grundsätze wie Transparenz und Langfristigkeit bei privaten Förderengagements von zentraler Bedeutung», so Studienleiter Prof. Georg von Schnurbein vom CEPS.

Weitere Auskünfte
Prof. Dr. Georg von Schnurbein, Universität Basel, Center for Philanthropy Studies, Peter-Merian-Weg 6, 4002 Basel, Tel. +41 61 267 23 92, E-Mail: georg.vonschnurbein@unibas.ch

Weitere Informationen:

http://ceps.unibas.ch/fileadmin/ceps/redaktion/Downloads/Forschung/CEPS_Forschun... - «Philanthropie für die Wissenschaft – Wie Schweizer Stiftungen die Forschung unterstützen» [PDF, 6.3 MB]

Reto Caluori | Universität Basel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

VLC 200 GT von EMAG: Neue passgenaue Dreh-Schleif-Lösung für die Bearbeitung von Pkw-Getrieberädern

27.04.2017 | Maschinenbau

Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten

27.04.2017 | Maschinenbau

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie