Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fraunhofer baut in Chemnitz

05.11.2007
Der Chemnitzer Teil des Fraunhofer-Instituts für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM erhält ein eigenes Gebäude im neuen Technologiepark nahe der Universität. Die Fraunhofer-Gesellschaft verstärkt damit ihr Engagement am Forschungsstandort Sachsen. Die Forscher am IZM entwickeln kleine intelligente Systeme aus Sensoren und elektronischen Bauteilen für die Automobil- und Flugzeugindustrie sowie die Medizintechnik.

»Wir fördern mit dem Neubau in Chemnitz Entwicklungen in der Schlüsseltechnologie Mikrosystemtechnik. Unser Ziel ist es, die heimischen Unternehmer zu stärken und sie dabei zu unterstützen Forschungsergebnisse rasch in marktreife Produkte umzusetzen«, erklärt Professor Ulrich Buller, Forschungsvorstand der Fraunhofer-Gesellschaft. Das neue Gebäude wird Teil des Smart Systems Campus zu dem der Neubau des Instituts für Physik und der neue Reinraum des Zentrums für Mikrotechnologien der Technischen Universität sowie ein Start-Up Gebäude für Existenzgründer gehören. In direkter Nachbarschaft befindet sich auch das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU.

Professor Thomas Geßner plant in den nächsten vier Jahren den schrittweisen Aufbau des Institutsteils von jetzt 50 auf 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Er ist sowohl Leiter des Institutsteils vom IZM als auch Direktor des Zentrums für Mikrotechnologien und Dekan der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik an der Universität Chemnitz. In enger Kooperation mit den Fraunhofer- Kollegen der Institutsteile in Berlin und München arbeiten die Wissenschaftler an der Integration sowie an Mikro- und Nanosystemen für viele Einsatzgebiete wie hochgenaue Beschleunigungssensoren für die Automobil oder Flugzeugindustrie. Dies ist nur ein Beispiel für die Forschungsarbeiten am IZM. Solche komplexen Systeme sind die Grundlage für viele innovative Produkte. Ob in Telekommunikation, Maschinenbau oder Medizintechnik: diese Branchen sind auf ein hohes technologisches Niveau angewiesen, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können. Die Produkte sollen immer kompakter und kleiner werden und möglichst viele Funktionen vereinen und je nachdem auch für die Massenproduktion geeignet sein. So ist beispielsweise gedruckte Elektronik auf dem Weg zur kommerziellen Nutzung. Die Wissenschaftler am IZM haben dazu integrierte Schaltkreise aus speziellen Strom leitenden Kunststoffen entwickelt. Die Elektronikbauteile können auf Folie gedruckt und somit in großen Mengen und sehr schnell hergestellt werden.

»Wir unterstützen mit unserer Forschungsarbeit einerseits Material- und Systemhersteller, die Anwender- oder Technologiegeräteindustrie wie AMD, Qimonda und Infineon sowie andererseits kleine und mittelständische Unternehmen vor allem in Sachsen. International arbeiten wir insbesondere mit Universitäten und Firmen in China und Japan zusammen«, beschreibt Geßner die Kooperationen des IZM in Chemnitz. Die wirtschaftliche Bedeutung der Systemintegra-tion belegt auch die Nexus Studie 2004-2009: Das Wachstum der Mikrosystemtechnik MST und Micro Electro-Mechanical Systems MEMS beträgt im Jahr durchschnittlich 16 Prozent.

»Wir sind dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, dem Freistaat Sachsen und der Stadt Chemnitz zu Dank verpflichtet«, betont Buller. »Durch die Bereitstellung erheblicher Sondermittel können wir das Institut zügig ausbauen.«

Für diese fünfjährige Anlaufphase werden insgesamt fast 22,1 Millionen Euro Zuschüsse veranschlagt. Gebäudeinvestitionen, Großgeräte und Erstausstattungen von Fraunhofer-Instituten erfolgen über eine Kooperationsvereinbarung zwischen Bund und Ländern. Die Finanzierungsanteile sind in ihrer Höhe in Bund-/ Länderabkommen geregelt. Die Stadt bietet für den nötigen Neubau ein Grundstück in direkter Nachbarschaft zur Technischen Universität. Bis der Neubau fertig ist, wird das Institut Räume im Fraunhofer IWU, in der TU Chemnitz und im Industrie- und Technologiepark Chemnitz nutzen.

Mario Baum | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.izm.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Flugzeugindustrie Forschungsarbeit IWU IZM

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht MINT Nachwuchsbarometer 2017: Digitale Bildung in Deutschland braucht ein Update
22.06.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften