Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Afrikanisch-Deutsche Forschungs-Partnerschaft mit Afrika

05.10.2007
Am 6. Oktober 2007 besucht Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Nähe von Kapstadt ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Forschungsprojekt.

In dem multilateralen Verbundprojekt mit dem Namen BIOTA AFRICA kooperieren deutsche und afrikanische Wissenschaftler mit dem Ziel, solides Handwerkszeug für eine nachhaltige Nutzung und den Schutz der biologischen Vielfalt Afrikas zu entwickeln.

Das Projekt trägt der herausragenden Bedeutung der Biodiversität in Afrika als Grundlage für eine stabile ökonomische Entwicklung und eine gute Lebensqualität Rechnung. Damit stellt das Projekt einen signifikanten deutschen Beitrag zur Erreichung der Millenium Development Goals (MDG) dar.

Hintergrund
Die biologische Vielfalt in Afrika ist durch den Klimawandel sowie durch die expandierende und intensivierte Landnutzung gefährdet. Der damit verbundene rasche Wandel und Rückgang der Biodiversität gefährdet die ökonomische Entwicklung und die Lebensqualität der Menschen. Die Abnahme der Leistungsfähigkeit natürlicher Ökosysteme und die Verringerung der Nutzungspotentiale haben erhöhte Gesundheits- und Ernährungsrisiken sowie ein gesteigertes Risiko bei Extremereignissen zur Folge.
... mehr zu:
»BMBF »Biodiversität »Klimawandel

Die Auswirkungen des Klimawandels, insbesondere der Erwärmung (für das südliche Afrika sagen die Klimamodelle übereinstimmend die weltweit zweitstärkste Erwärmung vorher), gepaart mit Übernutzung, Raubbau und Zerstörung natürlicher Ressourcen führen zu einer starken Veränderung der Biodiversität. Durch Klimawandel und Lebensraumzerstörung drohen 30 bis 50 % der Tier- und Pflanzenarten innerhalb der nächsten Jahrzehnte auszusterben.

Als Folge des jetzigen Trends wird in Afrika mit einer Ausbreitung von Wüstengebieten, einer Degradation der Pflanzendecke und der Ökosysteme sowie einem Rückgang der landwirtschaftlichen Nutzungspotentiale gerechnet. Exotische Tier- und Pflanzenarten werden sich verstärkt ausbreiten und Landwirtschaft sowie menschliche Gesundheit gefährden. Waldbrände und Buschfeuer haben bereits stark zugenommen.

Internationale Einbindung
BIOTA SOUTHERN AFRICA ist ein international anerkanntes Flaggschiffprojekt für moderne Biodiversitätsforschung und leistet einen entscheidenden Beitrag zur UN-Konvention über die Biodiversität (CDB), zur Globalen Erdbeobachtung (GEOSS), zum internationalen DIVERSITAS Programm und dem Consolidated Plan of Action der "New Partnership for Africa´s Development (NEPAD).
Schaffung langfristiger Infrastrukturen
Die Forscher im BIOTA-Projekt nutzen standardisierte Flächen von Quadratkilometergröße für ihre Beobachtungen. Die sogenannten Observatorien sind mit Klimastationen, Sensoren und einem Monitoringprogramm ausgestattet. Das detaillierte Monitoringprogramm umfasst Fernerkundung, Daten zur Bodenfruchtbarkeit und landwirtschaftliche Indikatoren (z.B. Biomasse). Die Observatorien werden nach Ende des Projekts (spätestens Ende 2009) in die Hände der Partnerländer übergehen.

Darüberhinaus gehören zu dem BIOTA-Projekt Trainingsmaßnahmen zur Förderung von Kompetenzen von der universitären bis zur lokalen Ebene. An allen Observatorien werden die lokale Bevölkerung, vor Ort ansässige auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Unternehmen und die Nichtregierungsorganisationen in das Projekt einbezogen.

Für Herbst 2008 ist eine große Tagung in Südafrika geplant. Auf dieser soll die Umsetzung der wissenschaftlichen Ergebnisse mit Nutzergruppen und Politikern aus ganz Afrika diskutiert werden.

Das Projekt wurde durch das BMBF im Oktober 2000 im Rahmen der Forschung zum Globalen Wandel im Förderschwerpunkt BIOLOG gestartet. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die südafrikanischen Anteile dieses multilateralen Verbundprojektes mit rd. 2,6 Mio € pro Jahr. Dabei gehen ca. 20% der Förderung direkt an Projektpartner in Namibia und Südafrika. Anfang 2005 hat das südafrikanische Department of Science & Technology seinerseits weitere 11 Teilprojekte mit einer Gesamtsumme von 3 Mio. Rand bewilligt.

Weitere Informationen unter:

http://www.biota-africa.org/
http://pt-uf.pt-dlr.de/de/257.php
sowie beim Projektleiter:
Professor Norbert Jürgens
0170-1666500 bzw. +27-790362424
Mail: juergens@botanik.uni-hamburg.de
und beim PT-DLR, Projektträger des BMBF
Mail: umweltforschung@dlr.de

Birgit Bott | idw
Weitere Informationen:
http://www.biota-africa.org/
http://pt-uf.pt-dlr.de/de/257.php

Weitere Berichte zu: BMBF Biodiversität Klimawandel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Vom Feld in die Schule: Aktuelle Forschung zu moderner Landwirtschaft für den Unterricht
23.01.2017 | Max-Planck-Institut für Molekulare Pflanzenphysiologie

nachricht Bei Celisca entsteht das Labor der Zukunft
19.12.2016 | Universität Rostock

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie der Nordatlantik zum Wärmepirat wurde

23.01.2017 | Geowissenschaften

Immunabwehr ohne Kollateralschaden

23.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

23.01.2017 | Physik Astronomie