Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vom leisen Eulenflug lernen

18.09.2007
Prof. Dr. Ennes Sarradj erforscht im Rahmen eines mit 135.000 € dotierten DFG-Projektes den Eulenflug - vielfältige Anwendungsbereiche im Luftfahrtbereich denkbar

Im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierten Projektes forschen Wissenschaftler um Prof. Dr. Ennes Sarradj, Juniorprofessur Ae-roakustik der BTU Cottbus, derzeit daran, wie sich der leise Flug von Eulenvögeln auf technische Anwendungen übertragen lässt. Ziel des Projektes ist es, besser zu verstehen, wie Eulenvögeln ein nahezu lautloser Flug gelingt.

Zahlreiche Anwendungen im Bereich der Lärmminderung sind denkbar.

Vor allem dann, wenn feste Körper schnell in einer Luftströmung bewegt werden, wird die Entstehung von Lärm von aerodynamischen Mechanismen dominiert, so unter anderem bei Ventilatoren, bei sich schnell bewegenden Fahrzeugen und bei Flugzeugen. Während dieser aerodynamisch erzeugte Lärm beim Menschen erst seit vergleichsweise kurzer Zeit Beachtung findet, hat ein solches Geräusch schon seit Millionen von Jahren Bedeutung für den Flug von Eulenvögeln. Im Gegensatz zu anderen Raubvögeln fliegen beispielweise der Uhu oder die Schleiereule so leise, dass ihre Beutetiere sie nicht hören können. So hilft der leise Flug bei der Jagd und sichert das Überleben dieser Vögel. Ermöglicht wird er durch bestimmte Eigenschaften des Gefieders, die im Rahmen des Forschungsprojekts untersucht werden. Dabei werden auch Messungen an Präparaten von Eulenvögeln durchgeführt.

... mehr zu:
»Juniorprofessur
Um die von den Eulenvögeln entwickelten Anpassungen für einen leisen Flug auch
in ingenieurtechnischen Anwendungen nutzbar zu machen, steht jedoch nicht der bloße "Nachbau" des leisen Fluges einer Eule im Vordergrund, sondern das Verständnis der zugrunde liegenden physikalischen Wirkmechanismen und die Übertragung auf praktische technische Probleme. Dazu werden bestimmte Eigenschaften des Eulengefieders auf kleine, aus porösem Material bestehende Modell-Tragflügel übertragen. In einem speziellen, sehr leisen Windkanal wird untersucht, wie diese Tragflügel die Strömung beeinflussen.

Bisher konnte bereits nachgewiesen werden, dass deutlich weniger Schall entsteht. Mit spezieller Messtechnik aufgenommene "akustische Fotografien" ermöglichen dabei, den Ursachen auf die Spur zu kommen. Die Ergebnisse werden dazu mit denen herkömmlicher Tragflügel und mit Messungen an Vogelflügeln verglichen. Nachdem die lärmmindernde Wirkung in ersten Experimenten bestätigt werden konnte, sollen die Untersuchungen im Windkanal mit zahlreichen Experimenten fortgesetzt und dabei weitere Möglichkeiten der Übertragung auf die Technik untersucht werden.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Ennes Sarradj, Juniorprofessur Aeroakustik, Tel. 0355 69 4533

Katrin Juntke | idw
Weitere Informationen:
http://www.aeroakustik.de
http://www.tu-cottbus.de

Weitere Berichte zu: Juniorprofessur

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit