Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Digitale Fundgrube für Forscher

24.07.2007
DFG macht mit Nationallizenzen große Datenbanken, Text- und Zeitschriftensammlungen internationaler Wissenschaftsverlage online zugänglich

Auf dem Weg zur digitalen Bibliothek der Zukunft: Deutschlandweit können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nun auf vielfältige Forschungspublikationen und elektronische Medien kostenfrei zugreifen.

Ab sofort ist über die Computernetze an Hochschulen und Forschungseinrichtungen der Online-Zugang zu weiteren 34 großen Datenbanken, Textsammlungen und Zeitschriftenarchiven möglich. So wird zahlreichen Fachdisziplinen eine wichtige Forschungsgrundlage erschlossen. Eröffnet wird das neue Informationsangebot durch Nationallizenzen, also durch Datenrechte mit deutschlandweiter Geltung.

Die lizenzierten Publikationen namhafter internationaler Wissenschaftsverlage, die etwa 800 Millionen Online-Seiten umfassen, konnten jetzt frei geschaltet werden. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat den Ankauf der Datenrechte mit 18,3 Millionen Euro finanziert. "Damit setzt sie ihre langfristig ausgerichtete "Nationallizenzen-Initiative" fort, um die wissenschaftliche Literaturversorgung am Forschungsstandort Deutschland nachhaltig zu verbessern", unterstreicht Dr. Jürgen Bunzel, Leiter der Gruppe Wissenschaftliche Literaturversorgungs- und Informationssysteme in der DFG-Geschäftsstelle.

Unter den neuen Forschungsressourcen sind international ausgerichtete Datenbanken. Dazu zählt die große Volltextdatenbank der Economist Intelligence Unit: "EIU Country Reports Global", die monatlich aktualisierte Berichte zu allen Ländern der Erde bereitstellt. Die Dokumentationen vermitteln Strukturdaten und Informationen zu den gegenwärtigen und zukünftig zu erwartenden wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen sowie zum Außenhandel. Damit eröffnen sich Recherche- und Studienmöglichkeiten, die nicht nur für Wirtschafts- und Politikwissenschaftler aufschlussreich sind. Auf ein übergreifendes Interesse darf auch die "Central and Eastern European Online Library" mit ihren 246 Zeitschriftentiteln aus den Ländern Ostmittel- und Südosteuropas rechnen, die einen Schwerpunkt in den geistes- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen setzt. Hier werden bislang kaum erreichbare Quellen und Studien aus der osteuropäischen Forschungslandschaft allgemein zugänglich.

Einen weiteren Akzent setzt die Nationallizenzen-Initiative in diesem Jahr auf die Biologie und die biologienahen Fächer. Ein Beispiel ist das elektronische BIOSIS-Archiv für die Jahre 1929 bis 2004, das mit seinen mehr als 3,5 Millionen elektronischen Einträgen Bücher, Dissertationen, Tagungsberichte und Zeitschriftenaufsätze erschließt. Ergänzt wird dieses Angebot durch die Datenbank "Zoological Record", die beginnend mit dem Jahr 1864 über einen Zeitraum von 150 Jahren die Literatur im Fach Zoologie erschließt - eine erstrangige Fundgrube für die lebenswissenschaftliche Forschung.

An allen Hochschulen und Forschungseinrichtungen wird nun auch die Suche in internationalen Fachzeitschriften-Archiven erleichtert, zum Beispiel in den digitalen Sammlungen des renommierten Verlagshauses Taylor & Francis. Diese öffnen den Weg zu fast 200 Zeitschriftentiteln aus der Physik und Chemie, aber auch den Wirtschaftswissenschaften und der Bildungsforschung, was den Zugriff auf mehr als 4,5 Millionen Online-Seiten ermöglicht.

Das Ziel der DFG-Förderinitiative ist, die überregionale Literatur- und Informationsversorgung unter digitalen Vorzeichen weiter voranzutreiben. Im Rahmen ihrer Infrastrukturförderung fördert die DFG seit langem über Hochschulbibliotheken mit sogenannten Sondersammelgebieten den Ankauf spezieller Literatur - gedruckte Bücher und Zeitschriften - für Wissenschaft und Forschung. Elektronische Publikationen konnten dagegen bislang kaum berücksichtigt werden, da für diese Nationallizenzen angekauft werden müssen.

Vor diesem Hintergrund hat die DFG erstmals 2004 den Ankauf von nationalen Datenrechten für elektronische Publikationen gefördert und seitdem mehr als 45,7 Millionen Euro für bislang 80 Datenbanken, Textsammlungen und Zeitschriftenarchive bereitgestellt. Zukünftig sollen im Rahmen der Schwerpunktinitiative "Digitale Information" weitere Schritte in Richtung auf eine Digitalisierung der DFG-Sondersammelgebiete unterstützt werden. Dazu gehört auch der von der DFG jüngst beschlossene Einstieg in die Lizenzierung laufender Zeitschriftenjahrgänge, was Wissenschaftlern vieler Disziplinen die aktuellsten Forschungsergebnisse erschließt.

Folgende neun Informationseinrichtungen haben für die Sondersammelgebiete die Lizenzen erworben und die Freischaltung der digitalen Medien organisiert: Staatsbibliothek zu Berlin, GESIS / Informationszentrum Sozialwissenschaften Bonn, Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg Frankfurt/Main, Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, Technische Informationsbibliothek Hannover, Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften Kiel, Universitäts- und Stadtbibliothek Köln, Deutsche Zentralbibliothek für Medizin Köln, Bayerische Staatsbibliothek München.

Eine vollständige Liste DFG-finanzierter Nationallizenzen sowie weiterführende Informationen sind abrufbar unter www.dfg.de/lis/nationallizenzen sowie www.nationallizenzen.de.

Ansprechpartner bei der DFG sind Dr. Ralf Goebel, Bereich Wissenschaftliche Informationssysteme, Tel. +49 228 885-2358, E-Mail: ralf.goebel@dfg.de, und Dr. Rembert Unterstell, Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. +49 228 885-2275, E-Mail: rembert.unterstell@dfg.de.

Dr. Eva-Maria Streier, | idw
Weitere Informationen:
http://www.dfg.de/lis/nationallizenzen

Weitere Berichte zu: Nationallizenz Zentralbibliothek

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften