Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Test bei Germanistikstudenten zeigt: Grammatik: Mangelhaft

18.04.2007
Katastrophale Ergebnisse brachte ein Test über die Grundlagen der Schulgrammatik zutage, der im Wintersemester 2006/2007 an allen bayerischen Universitäten durchgeführt wurde. Die Befragung von über 1000 Studienanfängern im Fach Germanistik ergab ein schulgrammatisches Grundlagenwissen, das dem Stand von Fünft- und Sechstklässlern entspricht.

Nun fordert Prof. Dr. Mechthild Habermann vom Institut für Germanistik der Universität Erlangen-Nürnberg zusammen mit den Prüfern für die Staatsexamina an den Bayerischen Universitäten im Fach "Deutsche Sprachwissenschaft" in einem Schreiben an den Bayerischen Kultusminister Siegfried Schneider: "Der Anteil des Grammatikunterrichts in der Schule muss unbedingt erhöht, der Umfang der Grammatikausbildung für die Lehramtsstudierenden aller Schularten ausgeweitet werden."

Den Kurztest, mit dem das Grammatikwissen der bayerischen Germanistikstudenten im letzten Wintersemester überprüft wurde, schlossen mehr als ein Drittel der Studierenden mit "mangelhaft" oder "ungenügend" ab, weniger als zehn Prozent der Studierenden konnten den Test mit "befriedigend" oder besser absolvieren. Dabei konnten bayernweit keine signifikanten Unterschiede festgestellt werden, auch das Abschneiden der Teilnehmer aus anderen Bundesländern machte keine Unterschiede erkennbar. Lediglich Studierende aus Österreich, die an der Universität Passau immatrikuliert sind, schnitten deutlich besser ab. Alarmiert zeigten sich die Wissenschaftler über die Antworten der Abiturienten bei sehr einfachen Fragen zu Grundlagen der Schulgrammatik - Stoff, der in der siebten und achten Klasse behandelt wird. So erkannten beispielsweise 77 der Teilnehmer "käme" nicht als Form des Konjunktivs Imperfekt, 88 Prozent bestimmten "manche" nicht als Pronomen, 87 Prozent "dort" nicht als Adverb.

Prof. Mechthild Habermann, die gemeinsam mit ihren bayerischen Kollegen den Test entwickelt und durchgeführt hat, fordert deutliche Konsequenzen: "Der Anteil des Grammatikunterrichts muss von der Sekundarstufe I bis zum Abitur unbedingt erhöht werden, der Umfang der Grammatikausbildung für die Lehramtsstudierenden aller Schularten muss ausgeweitet, die Prüfungsanteile den Notwendigkeiten angepasst werden." In einem Gespräch mit dem Minister möchten nun die Hochschullehrer das weitere Vorgehen abstimmen, denn: "Wir brauchen die Unterstützung des Ministeriums bei unseren Bemühungen, die Defizite bayerischer Schülerinnen und Schüler sowie der Studierenden an bayerischen Hochschulen zu beheben", so Prof. Habermann.

... mehr zu:
»Grammatikunterricht
Prof. Dr. Mechthild Habermann
Tel.: 09131/85-29353
mechthild.habermann@ger.phil.uni-erlangen.de

Ute Missel | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-erlangen.de/

Weitere Berichte zu: Grammatikunterricht

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Sechs Bundesländer erproben Online-Schultests der Uni Jena
24.02.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht Datenbrille und Co.: TU Kaiserslautern entwickelt alternative Prüfungsformate fürs Studium
02.02.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie