Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Zuwanderungsrecht erleichtert Wissenschaftlern künftig das Leben

28.03.2007
Schavan: "Deutschland wird für ausländische Forscher attraktiver"

Die Bundesregierung hat am Mittwoch eine umfassende Novelle des Zuwanderungsrechts beschlossen. Mit dem umfangreichen Gesetzesvorhaben werden knapp ein Dutzend europäische Richtlinien in innerstaatliches Recht umgesetzt, darunter auch die Forscher- und Studentenrichtlinie der Europäischen Union (EU). Zudem werden die Voraussetzungen für die Zuwanderung von Selbständigen aus Nicht-EU-Staaten spürbar gesenkt. Insgesamt werde mit der Novelle ein Zeichen für die Offenheit und das Willkommen gegenüber Studierenden, Forschern und Wissenschaftlern aus aller Welt gesetzt.

Eine Aufenthaltserlaubnis als Selbständiger kann künftig erhalten, wer 500.000 Euro investiert und fünf Arbeitsplätze schafft. Bislang mussten als Regelvoraussetzung eine Investitionssumme von 1 Million Euro und die Schaffung von zehn Arbeitsplätzen nachgewiesen werden. "Mit den neuen Regelvoraussetzungen setzen wir ein deutliches Signal für die Stärkung des Innovationsstandortes Deutschland", sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan. "Indem wir Existenzgründern zeigen, dass sie bei uns willkommen sind, halten wir Deutschland als Ort für Innovationen und Ideen international wettbewerbsfähig."

Die Ministerin hob besonders das nach der Forscherrichtlinie vorzusehende vereinfachte Zulassungsverfahren von Forschern aus Nicht-EU-Staaten hervor: "Das neue Verfahren wird den bürokratischen Aufwand des einzelnen Forschers für eine Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung in Deutschland und in der Europäischen Union erheblich mindern. Deutschland und Europa werden dadurch deutlich an Attraktivität für ausländische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gewinnen."

Während Forscher aus Drittstaaten bislang für Forschungsprojekte in Deutschland eine Aufenthaltsgenehmigung zu Erwerbszwecken beantragen mussten, die individuell von der Ausländerbehörde und der Bundesagentur für Arbeit geprüft wurde, können sie künftig die Aufenthaltserlaubnis für Forschungszwecke bekommen, wenn sie mit einer hierfür anerkannten Forschungseinrichtung eine Vereinbarung für ein Forschungsvorhaben abgeschlossen haben. Diese Aufenthaltserlaubnis umfasst zugleich die Erlaubnis zur Erwerbstätigkeit sowie für Tätigkeiten in der Lehre an Hochschulen.

Mit der Novelle des Zuwanderungsrechts werden noch weitere Verbesserungen für Studenten und Wissenschaftler aus Nicht-EU-Staaten erreicht. So werden künftig beim Erteilen einer unbefristeten Aufenthaltserlaubnis die Zeiten eines rechtmäßigen Aufenthalts zu Studienzwecken zur Hälfte angerechnet. Bisher werden Studienzeiten in diesem Zusammenhang überhaupt nicht berücksichtigt.

Im Zusammenhang mit der Zulassung zum Studium sieht die Novelle verschiedene Vereinfachungen vor, etwa beim Nachweis von Sprachkenntnissen und den zur Sicherung des Lebensunterhalts nachzuweisenden Mitteln. Hat zum Beispiel die Hochschule die für das Studium erforderlichen Sprachkenntnisse im Rahmen der Studienzulassung geprüft, müssen diese künftig für die Aufenthaltserlaubnis nicht erneut nachgewiesen werden. Wie bisher kann die Aufenthaltserlaubnis für Studienzwecke in den meisten Fällen auch weiterhin für die Dauer von zwei Jahren erteilt oder verlängert werden.

Studienabsolventen, die zur Suche nach einem ihrer Qualifikation entsprechenden Arbeitsplatz in Deutschland bleiben, können während dieser Suchphase nun zudem auf die gleichen Jobmöglichkeiten wie während des Studiums zurückgreifen. Schließlich wird auch das Verfahren zum Erteilen einer Aufenthaltserlaubnis an Studierende aus Drittstaaten vereinfacht, die bereits in einem anderen EU-Staat zum Studium zugelassen sind und im Rahmen dieses Studiums einen Teil ihrer Ausbildung in Deutschland absolvieren möchten.

Silvia von Einsiedel | idw
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de/press/2005.php

Weitere Berichte zu: Aufenthaltserlaubnis Nicht-EU-Staat Zuwanderungsrecht

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Sechs Bundesländer erproben Online-Schultests der Uni Jena
24.02.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht Datenbrille und Co.: TU Kaiserslautern entwickelt alternative Prüfungsformate fürs Studium
02.02.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Proteine Zellmembranen verformen

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor Oliver Daumke vom MDC erforscht. Er und sein Team haben nun aufgeklärt, wie sich diese Proteine auf der Oberfläche von Zellen zusammenlagern und dadurch deren Außenhaut verformen.

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor...

Im Focus: Safe glide at total engine failure with ELA-inside

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded after a glide flight with an Airbus A320 in ditching on the Hudson River. All 155 people on board were saved.

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded...

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Poseidon goes Politics – Wer oder was regiert die Ozeane?

27.02.2017 | Veranstaltungen

Fachtagung Rapid Prototyping 2017 – Innovationen in Entwicklung und Produktion

27.02.2017 | Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Herz-Untersuchung: Kontrastmittel sparen mit dem Mini-Teilchenbeschleuniger

27.02.2017 | Medizintechnik

Neue Maßstäbe für eine bessere Wasserqualität in Europa

27.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wenn der Schmerz keine Worte findet - Künstliche Intelligenz zur automatisierten Schmerzerkennung

27.02.2017 | Medizintechnik