Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bundesweit erster Lehrstuhl für Transplantationshepatologie am UKM

16.01.2007
Am Universitätsklilnikum Münster (UKM) ist der bundesweit erste Lehrstuhl für Transplantationshepatologie eingerichtet worden. Lehrstuhlinhaber Professor Hartmut Schmidt intensiviert die Lehre der Studenten mit einem Pflicht-Lehrmodul: Bisher kam das Thema "Organspende" während eines Medizinstudiums nicht vor.

Außerdem ist Schmidt, der sechs Jahre als stellvertretender Klinikdirektor an der Charité tätig war, für Organisationsabläufe bei Transplantationen zuständig sowie für die Vor- und Nachsorge der Patienten.

Münster (upm/sh) Die Universität Münster hat 2006 den bundesweit einzigen Lehrstuhl für Transplantationshepatologie (Die Lehre von der Lebertransplantation) am Universitätsklinikum Münster (UKM) eingerichtet. Der Inhaber, Professor Dr. Hartmut Schmidt, intensiviert demnächst die Ausbildung für angehende Ärzte: Alle Medizinstudenten durchlaufen dann ein Pflicht-Lehrmodul zum Thema Lebertransplantationen. "Eine Woche lang bekommen die Studenten nicht nur chirurgisches Fachwissen vermittelt, es werden auch ethische, philosophische und juristische Fragen besprochen", sagt Schmidt.

Dieser Zusatz in der Medizinerausbildung ist ein Novum in Deutschland: Das Thema der speziellen Aspekte der Transplantationshepatologie als auch die interdisziplinären Aspekte der Transplantationsmedizin kamen darin bisher nicht vor. "Dabei ist die Leber das menschliche Organ, das sie meisten Krankheiten hervorrufen kann", betont er. Und keine Organverpflanzung bedarf so sehr der interdisziplinären Zusammenarbeit wie die der Leber."

Mittlerweile haben sich die Chancen für Patientinnen und Patienten nach Lebertransplantationen erheblich verbessert. Bisher liegt die Überlebensrate fünf Jahre nach der Organübertragung bei 80 bis 85 Prozent. "Das wollen wir noch weiter steigern", sagt Schmidt. 13 Lebertransplantationen wurden im Jahr 2004 am UKM durchgeführt, 22 im Jahr darauf und 2006 waren es bereits 37. "Insbesondere die Leistungsausweitung bei den Lebertransplantationen geht auf das Engagement von Professor Schmidt zurück", erklärte Professor Dr. Norbert Roeder, Ärztlicher Direktor des Klinikums.

Als Lehrstuhlinhaber für Transplantationshepatologie ist Schmidt nicht nur für die Lehre verantwortlich, sondern ist auch für bestimmte Organisationsabläufe bei einer Organverpflanzung sowie die Vor- und Nachsorge der Patienten zuständig. So konnte der 43-jährige Gastroentereologe in den vergangenen Monaten durch innovative interdisziplinäre Konzepte zwei weltweit erstmalig durchgeführte Therapien umsetzen.

In dem einen Fall wandte Schmidt über Monate ein Medikament an, für das der Hersteller nur zwei Wochen Dauer empfiehlt: "Hätten wir diese allerletzte Möglichkeit für den Patienten jedoch nicht ausgeschöpft, wäre er gestorben, während er auf eine neue Leber wartete", erklärt Schmidt.

In dem anderen Fall 'boxte' er, so Schmidt, bei Eurotransplant eine Leber-Pankreas-Transplantation bei einer angeborenen Eisenstoffwechselstörung des Patienten durch. Eurotransplant ist der Zusammenschluss mehrerer europäischer Länder, der darüber entscheidet, wer auf der Warteliste wann welches Organ bekommt. Bislang hatte diese Koordinationsstelle eine Transplantation in einem so speziellen Fall nicht genehmigt. Schmidt setzte sich dafür ein, dass dieser Patient in Münster dennoch transplantiert werden konnte. Beide Operationen verliefen erfolgreich.

Professor Hartmut Schmidt stammt aus der Nähe von Bremen und hat vier Jahre am National Institute of Health (Washington DC, USA), dem größten medizinischen Forschungsinstitut weltweit, gearbeitet. Bevor der Vater dreier Kinder nach Münster kam, war er sechs Jahre an der Berliner Charité als stellvertretender Klinikdirektor tätig und leitete unter anderem eine Lebertransplantationsambulanz.

Infos zur Organspende und zum deutschlandweit ersten Organspendeausweis in Chipkartenformat unter: http://www.klinikum.uni-muenster.de/organspende oder http://www.nopanicfororganic.de

Simone Hoffmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.nopanicfororganic.de
http://www.klinikum.uni-muenster.de/organspende

Weitere Berichte zu: Lebertransplantation Transplantationshepatologie UKM

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode zur Charakterisierung von Graphen

Wissenschaftler haben eine neue Methode entwickelt, um die Eigenschaften von Graphen ohne das Anlegen störender elektrischer Kontakte zu charakterisieren. Damit lassen sich gleichzeitig der Widerstand und die Quantenkapazität von Graphen sowie von anderen zweidimensionalen Materialien untersuchen. Dies berichten Forscher vom Swiss Nanoscience Institute und Departement Physik der Universität Basel im Wissenschaftsjournal «Physical Review Applied».

Graphen besteht aus einer einzigen Lage von Kohlenstoffatomen. Es ist transparent, härter als Diamant, stärker als Stahl, dabei aber flexibel und ein deutlich...

Im Focus: New Method of Characterizing Graphene

Scientists have developed a new method of characterizing graphene’s properties without applying disruptive electrical contacts, allowing them to investigate both the resistance and quantum capacitance of graphene and other two-dimensional materials. Researchers from the Swiss Nanoscience Institute and the University of Basel’s Department of Physics reported their findings in the journal Physical Review Applied.

Graphene consists of a single layer of carbon atoms. It is transparent, harder than diamond and stronger than steel, yet flexible, and a significantly better...

Im Focus: Detaillierter Blick auf molekularen Gifttransporter

Transportproteine in unseren Körperzellen schützen uns vor gewissen Vergiftungen. Forschende der ETH Zürich und der Universität Basel haben nun die hochaufgelöste dreidimensionale Struktur eines bedeutenden menschlichen Transportproteins aufgeklärt. Langfristig könnte dies helfen, neue Medikamente zu entwickeln.

Fast alle Lebewesen haben im Lauf der Evolution Mechanismen entwickelt, um Giftstoffe, die ins Innere ihrer Zellen gelangt sind, wieder loszuwerden: In der...

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wissenschaftsforum Chemie 2017

30.05.2017 | Veranstaltungen

Erfolgsfaktor Digitalisierung

30.05.2017 | Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Methode zur Charakterisierung von Graphen

30.05.2017 | Physik Astronomie

Riesenfresszellen steuern die Entwicklung von Nerven und Blutgefäßen im Gehirn

30.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Nano-U-Boot mit Selbstzerstörungs-Mechanismus

30.05.2017 | Biowissenschaften Chemie