Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auf dem Weg zu einem Europa des Wissens

14.12.2006
Bundesministerin Annette Schavan präsentiert die Schwerpunkte der deutschen EU-Ratspräsidentschaft in Bildung und Forschung

Die Bundesregierung will die Ratspräsidentschaft in der Europäischen Union intensiv nutzen, um die Zusammenarbeit innerhalb Europas auf den Gebieten Bildung und Forschung auszubauen. "Bildung und Forschung sind wichtige Impulsgeber für die gesellschaftliche Entwicklung in Europa - und die Quelle für künftigen Wohlstand", sagte die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Annette Schavan, als sie am Donnerstag ihr Programm für die deutsche EU-Ratspräsidenschaft in Berlin vorstellte.

Mit Forschung gewinnen

Mit dem Start des Siebten Forschungsrahmenprogramms (7. FRP) im Januar und mit dem Beginn der Arbeit des Europäischen Forschungsrates (ERC) wird nach den Worten der Ministerin ein neues Kapitel in der europäischen Forschungsförderung aufgeschlagen. Das 7. FRP reicht bis ins Jahr 2013 und umfasst ein Fördervolumen von 54 Milliarden Euro. Mit einer Fördersumme von mehr als 1 Milliarde Euro pro Jahr wird die Europäische Union mit dem ERC erstmals in die direkte Förderung der Grundlagenforschung einsteigen. "Das ist ein wichtiger Schritt, um den Forschungsraum Europa zu stärken", sagte Schavan. "Denn ohne exzellente Grundlagenforschung sind echte Innovationen kaum möglich."

... mehr zu:
»Bundesministerin »FRP »Mobilität

Den Schwerpunkt der Förderung im 7. FRP bildet das Programm "Zusammenarbeit" mit seinen zehn thematischen Prioritäten - darunter ist erstmalig auch der Bereich der Sicherheitsforschung zu finden. Allein für das Programm "Zusammenarbeit" sind rund 32 Milliarden Euro vorgesehen. "Wir wollen nicht nur verwalten, sondern wir werden vor allem gestalten", sagte Ministerin Schavan. Innerhalb des bereits beschlossenen Rahmens für die europäische Forschungsförderung sind zahlreiche Entscheidungen zu treffen, so zum Beispiel über die europäische Förderung von gemeinsamen Programmen von einzelnen Mitgliedstaaten (Artikel-169er-Maßnahmen) und die dauerhafte Zusammenarbeit von Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft mittels gemeinsamer Technologieinitiativen (JTI = Joint Technology Initiatives).

Der Einsatz von EU-Strukturfonds- und Forschungsfördermitteln kann zudem einen wesentlichen Beitrag zur besseren Einbindung der neuen Mitgliedsstaaten in den Europäischen Forschungsraum leisten. Eine deutsche Initiative soll deshalb erreichen, dass die EU-Kommission einen konkreten Leitfaden hierzu erstellt. Dabei soll die EU-Kommission anhand von Szenarien verdeutlichen, wie Strukturfondsmittel sinnvoll im Zusammenwirken mit Mitteln aus dem Forschungsrahmenprogramm eingesetzt werden können. Während der Ratspräsidentschaft werden wir zudem eine Initiative für eine Charta zum Umgang mit geistigem Eigentum an öffentlichen Forschungsinstituten und Hochschulen starten.

Bildung verbindet

Im Bereich der Bildungspolitik setzt die Bundesregierung gemeinsam mit der EU-Kommission darauf, die Mobilität von jungen Leuten weiter zu erhöhen. "Bildung ist der Schlüssel für individuelle Lebenschancen -Chancen auf wirtschaftliche, soziale und kulturelle Teilhabe des einzelnen", betonte Schavan. "Die Summe der individuellen Lebenschancen der Bürgerinnen und Bürger in Europa entscheidet über die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft, den sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft und nicht zuletzt über das Zusammenwachsen der Mitgliedsstaaten auf Basis eines gemeinsamen Verständnisses von Demokratie, Rechtstaatlichkeit und Werten."

Die EU-Bildungsprogramme Sokrates und Leonardo sind nach den Worten der Ministerin sichtbare Markenzeichen erfolgreicher EU-Politik. Jedes Jahr nehmen 22.000 Studierende und 10.000 Auszubildende aus Deutschland die Möglichkeit wahr, Studien- bzw. Ausbildungsabschnitte im Ausland zu absolvieren. Mit dem Programm für Lebenslanges Lernen werden diese erfolgreichen Vorgängerprogramme nun zusammengeführt und weiterentwickelt. Im Jahr 2007 stehen allein in Deutschland rund 87 Millionen Euro für Mobilitätsmaßnahmen und für die Zusammenarbeit von Bildungseinrichtungen zur Verfügung. Insgesamt ist das Programm im Zeitraum von 2007 bis 2013 mit rund 7 Milliarden Euro ausgestattet.

"Die europäische Bildungszusammenarbeit ist mit dem Bologna-Prozess für die Hochschulbildung und dem Kopenhagen-Prozess für die berufliche Bildung auf einem guten Weg", sagte Schavan. "Um die nationalen Bildungssysteme miteinander zu verknüpfen, müssen nun bestehende Hindernisse weiter abgebaut werden, ohne die Stärken der jeweiligen Systeme zu beeinträchtigen." Eine besondere Priorität wird dabei den Arbeiten an einem Europäischen Qualifikationsrahmen (EQF) sowie der Entwicklung eines Kreditpunktesystems in der beruflichen Bildung (ECVET) beigemessen. Diese Instrumente schaffen die Grundlage für mehr Transparenz und Vergleichbarkeit und letztlich für mehr Mobilität der Arbeitnehmer, der Auszubildenden und der Studierenden in Europa.

| BMBF Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de/

Weitere Berichte zu: Bundesministerin FRP Mobilität

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten