Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Helmholtz den Forschungsraum gestalten

12.09.2006
"Die Helmholtz-Gemeinschaft spielt eine zentrale Rolle für die Entwicklung des Forschungsstandortes Deutschland. Wir werden künftig noch stärker den deutschen Forschungsraum mitgestalten und unseren Beitrag zu Wachstum und Wohlstand leisten.

Dazu werden wir neue Allianzen mit Wirtschaft und Wissenschaft schmieden", so der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Prof. Dr. Jürgen Mlynek, auf der Jahrespressekonferenz in Berlin. "Jetzt muss die Politik die erforderlichen Rahmenbedingungen - Flexibilisierung, Bürokratieabbau, unternehmerische Freiheiten - schaffen, damit sich Spitzenforschung und die besten Köpfe entfalten können."

Mit dem Pakt für Forschung und Innovation habe die Politik eine wesentliche Richtungsentscheidung getroffen. "Der damit verbundene Zuwachs von jährlich drei Prozent sichert unsere Leistungsfähigkeit und ermöglicht uns Handlungsfreiräume", so Mlynek weiter. Gerade die Grundlagenforschung ist der Motor für Innovationen und damit auch für Wertschöpfung und Arbeitsplätze." Dazu setzt die Gemeinschaft auf drei Instrumente:

Bewährt - die Programmorientierte Förderung

... mehr zu:
»Helmholtz

Durch die Programmorientierte Förderung werden die Ressourcen der Helmholtz-Gemeinschaft nicht mehr in einzelne Institutionen investiert, sondern in zentrenübergreifende Forschungsprogramme, die sich untereinander im Wettbewerb befinden. Erfolgreiche Programme zeichnen sich gleichermaßen durch wissenschaftliche Exzellenz und strategische Relevanz aus.

Attraktiv - bedeutende Großgeräte

Komplexe Infrastrukturen und international bedeutende Großgeräte ziehen Spitzenwissenschaftler aus aller Welt an. Beispielhaft stehen dafür zwei große Zukunftsprojekte, die nun in internationaler Kooperation aufgebaut und finanziert werden: Mit dem Röntgenlaser XFEL lassen sich zum Beispiel chemische und biologische Reaktionen mit extrem hoher Orts- und Zeitauflösung filmen und mit dem Ionenbeschleuniger FAIR können gezielt Antiprotonen und Ionen für kernphysikalische Untersuchungen hergestellt werden.

Strategisch - den Forschungsraum gestalten

Der Impuls- und Vernetzungsfonds des Präsidenten kann dort Impulse setzen, wo strategische Ziele rasch erreicht werden sollen. Das Fördervolumen des Fonds wird von derzeit 25 Millionen Euro auf 57 Millionen Euro bis zum Jahr 2008 aufgestockt. Mit den Mitteln wurde beispielsweise die Vernetzung mit Hochschulen stark ausgebaut. Mlynek: "Dabei hat sich die neue Kooperationsform der Virtuellen Institute als erfolgreich erwiesen, in denen Gruppen aus Universitäten und Helmholtz-Zentren ihre Expertisen bündeln." Inzwischen gibt es 65 Virtuelle Institute mit über 150 Partnern aus 51 Hochschulen. Sie werden mit insgesamt 46 Millionen Euro gefördert. Auch in den nächsten drei Jahren werden je zehn weitere Institute mit bis zu 300.000 Euro pro Jahr unterstützt.

Ein anderer Schwerpunkt ist die Nachwuchsförderung, bei der ebenfalls eine enge Zusammenarbeit mit den Hochschulen besteht. "Jungen Führungskräften bieten wir hervorragende Arbeitsbedingungen, eine frühe wissenschaftliche Selbstständigkeit und eine verlässliche Karriereperspektive - die Besten haben die Möglichkeit, eine Dauerposition zu erhalten." Zurzeit werden 59 Nachwuchsgruppen gefördert, deren Zahl auf rund 100 erhöht wird.

Von strukturierten Ausbildungsprogrammen werden künftig die über 3000 Doktorandinnen und Doktoranden profitieren. In den Helmholtz-Kollegs erhalten bis zu 25 hochbegabte Doktoranden eine intensive fachliche Ausbildung und bekommen zusätzlich Schlüsselqualifikationen vermittelt. Pro Jahr werden drei Kollegs ausgeschrieben und mit bis zu je 1,8 Millionen Euro gefördert. In der ersten Runde wurden Anträge aus den Gebieten Biophysik, Infektionsbiologie sowie Kern- und Hadronenphysik ausgewählt. Ergänzt wird diese Fördermaßnahme in Zukunft durch Graduiertenschulen, die ein Großteil der Doktoranden eines Zentrums durchlaufen soll.

Beispielhaft sei auch die German Research School for Simulation Science, eine Elite-Schule für Computer-Simulation, deren Kosten von sechs Millionen Euro pro Jahr die fünf beteiligen Partner gemeinsam tragen: Helmholtz-Zentrum Jülich, RWTH Aachen, Bund, Land und Helmholtz-Gemeinschaft. "Spitzenforschung und Innovationen brauchen die besten Köpfe. Ich bin sicher, dass dieser Aufbaustudiengang auf dem Gelände des Forschungszentrums eine Talentschmiede sein wird und als hervorragendes Beispiel für die intensive Vernetzung von Helmholtz-Zentren und Universitäten ein Zeichen setzen wird", sagte Mlynek.

Neues Förderinstrument - mit Helmholtz-Allianzen neue Themen angehen

Um neue Themen mit der erforderlichen kritischen Masse aufzugreifen oder aktuelle Themen weiterzuentwickeln, werden so genannte Helmholtz-Allianzen ausgeschrieben. In den Allianzen arbeiten Partner aus Hochschulen, außeruniversitärer Forschung und Unternehmen eng zusammen und profitieren von ihren unterschiedlichen Kompetenzen. Die Gesamtkosten einer Allianz von bis zu 10 Millionen Euro pro Jahr werden zur einen Hälfte durch den Impuls- und Vernetzungsfonds und zur anderen Hälfte durch die Zentren mit ihren Partnern getragen. Die ersten Allianzen werden 2007 gefördert.

Weiterentwickeln - eine leistungsfähige Gemeinschaft unter der Marke Helmholtz

"Es kommt jetzt darauf an, die Gemeinschaft aus 15 nationalen Forschungszentren weiter zu stärken. Mit der konsequenten Umsetzung der programmorientierten Förderung und der Realisierung bedeutender Großprojekte werden wir unsere Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit weiter steigern. Noch stärker als bisher werden wir auf die Internationalität unserer Projekte achten", betonte der Präsident mit dem Blick in die Zukunft. "Wir werden eine moderne Gemeinschaft schaffen, die unternehmerisches Handeln ermöglicht, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fördert und ein attraktives Arbeitsumfeld bildet." Speziell für Führungskräfte aus Wissenschaft und Administration baut die Gemeinschaft mit der Helmholtz-Akademie ein eigenes Instrument zur Personalentwicklung auf.

"Dringend erforderlich ist auch ein gemeinsamer Auftritt unter der Marke Helmholtz, damit unsere Leistungen von Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit besser wahrgenommen werden. Wir müssen erreichen, dass die Erfolge eines Partners auf alle anderen Mitglieder der Gemeinschaft ausstrahlen", so Mlynek. Mit einer starken Marke seien zudem Vorteile im Wettbewerb um die besten Köpfe und um Fördermittel verbunden. Zentrale Bedeutung habe dabei die Integration des Namens Helmholtz in die Zentrenbezeichnungen. Im Juli hat sich als erstes Zentrum die Gesellschaft für Biotechnologische Forschung in Braunschweig zum Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung umbenannt.

Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie, Verkehr und Weltraum. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit 25.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,2 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

Ansprechpartner für die Medien:
Helmholtz-Gemeinschaft:
Thomas Gazlig
Leiter Kommunikation und Medien
Büro Berlin
Anna-Louisa-Karsch-Straße 2
10178 Berlin
Tel/Fax: 030 206 329-57/60
presse@helmholtz.de
Dr. Antonia Rötger
Pressereferentin
Tel: 030 206329-38
antonia.roetger@helmholtz.de

Thomas Gazlig | Helmholtz-Gemeinschaft
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz.de/jahrestagung
http://www.helmholtz.de/audio/pk2006
http://www.helmholtz.de

Weitere Berichte zu: Helmholtz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Wie ein Roboter Kita-Kindern Sprachen beibringt
14.07.2017 | Universität Bielefeld

nachricht MINT Nachwuchsbarometer 2017: Digitale Bildung in Deutschland braucht ein Update
22.06.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten

22.08.2017 | Informationstechnologie

Globale Klimaextreme nach Vulkanausbrüchen

22.08.2017 | Geowissenschaften

RWI/ISL-Containerumschlag-Index erreicht neuen Höchstwert

22.08.2017 | Wirtschaft Finanzen