Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Stärke konzertierter Forschung

11.12.2001


Professor Dr. Walter Kröll, neu gewählter Präsident der HGF


  • Helmholtz-Gemeinschaft geht auf Reformkurs voran
  • Walter Kröll zum Präsidenten gewählt

Nach der Gründung des eingetragenen Vereins Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e.V. am 12. September 2001 hat die Gemeinschaft am heutigen 11. Dezember 2001 mit der konstituierenden Sitzung ihres neuen Senats und der Wahl des ersten Präsidenten weitere Schritte zur Umsetzung ihrer strategischen Neuorientierung getan. Über Details informierten Edelgard Bulmahn, Bundesministerin für Bildung und Forschung, und Professor Dr. Walter Kröll, neu gewählter Präsident der HGF, in Berlin die Presse.

Mit der Programmfinanzierung haben Wissenschaft und Politik gemeinsam ein Förderkonzept geschaffen, das über die Grenzen Deutschlands hinaus Ausstrahlung hat. Eine der größten Reformen im deutschen Forschungssystem ist damit auf den Weg gebracht. Walter Kröll, bisher Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), betonte: "Es geht nun darum, die Reform zügig Realität werden zu lassen. Die Helmholtz-Zentren sollen im Verbund untereinander und mit starken externen Partnern noch leistungsstärker und wettbewerbsfähiger werden. Wir wollen die Helmholtz-Gemeinschaft zu einem tragenden Pfeiler des europäischen Forschungsraumes und einem weltweit anerkannten Markenzeichen machen."

Ihre Mission - so der Präsident - ist es, zu den großen Herausforderungen und drängenden Problemen in den Bereichen Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Verkehr und Weltraum, Schlüsseltechnologien und Struktur der Materie signifikante Lösungsbeiträge zu leisten. Dies verlangt große gemeinsame Anstrengungen, die in eine strategische Bündelung und Fokussierung der Kräfte münden müssen.

Im Bereich Energie geht es um eine langfristig gesicherte Energiebereitstellung, die ressourcen- und umweltschonend in einem geeigneten Energiemix die Grundlage für Wirtschaftswachstum und Wohlstand bildet. Im Bereich Erde und Umwelt steht das bessere Verständnis des komplexen Systems Erde im Mittelpunkt. Durch die Erforschung der Austausch- und Wechselwirkungsprozesse in der Atmosphäre sollen bessere Vorhersagen von Wetter und von Klimaveränderungen möglich werden. Im Bereich Gesundheit konzentrieren die Helmholtz-Zentren sich darauf, die molekularen Grundlagen für Krankheitsentstehung und Krankheitsabwehr unter anderem bei Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erforschen. Lösungsstrategien zur Bewältigung des Verkehrswachstums und zu mehr Sicherheit sowie Umweltverträglichkeit des Luftverkehrs gehören zu den zentralen Anliegen im Forschungsbereich Verkehr und Weltraum. Im Bereich der Schlüsseltechnologien geht es um die Entwicklung und Anwendung von Nanotechnologie, Mikrosystemtechnik, Mechatronik, Adaptronik und neuen Materialien, die die technologische Entwicklung unseres Jahrhunderts prägen werden. Die Aufklärung dessen, was die Welt im Innersten zusammenhält, ist das übergreifende Forschungsziel im Bereich Struktur der Materie. Dabei gehört die Bereitstellung von Großgeräten der nächsten Generation für nationale und internationale Forschungsgruppen zu den zentralen Aufgaben.

Die Helmholtz-Gemeinschaft will sich den genannten Herausforderungen und Problemen mit einer neuen Qualität der Kooperation und Arbeitsteilung in internen und externen Netzwerken stellen. Die Satzung der HGF und die Erklärung der Zuwendungsgeber geben dafür den organisatorischen und forschungspolitischen Rahmen.

Die entscheidenden Stichworte der HGF-Reform sind konzertierte Forschung in großen Programmen und programmorientierte Förderung. Sie beschreiben zwei Seiten derselben Medaille und zielen auf mehr Eigenverantwortung, Wettbewerb und internationale Qualitätsstandards, Kooperation und Vernetzung, Transparenz und Flexibilität. Gemeinsam haben die Mitglieder der HGF, der Senat und die Zuwendungsgeber die Kriterien formuliert, die für die Erstellung und Bewertung der Programme maßgebend sind. Dazu gehören an erster Stelle die wissenschaftliche Qualität im internationalen Vergleich, Originalität sowie die nachgewiesene wissenschaftliche Kompetenz für die Programmdurchführung. Daneben geht es um die strategische Bedeutung des Programms, seine wissenschaftliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Relevanz.

Dabei misst die Helmholtz-Gemeinschaft der Zusammenarbeit mit den Hochschulen besondere Bedeutung zu. Schon heute ist die HGF an circa 60 Sonderforschungsbereichen der Deutschen Forschungsgemeinschaft beteiligt, etwa 850 ihrer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler halten regelmäßig Lehrveranstaltungen an Hochschulen, die meisten Institutsdirektoren der Helmholtz-Zentren sind gemeinsam mit Universitäten berufen.

Zur Umsetzung der Reform werden adäquate Organisationsstrukturen und -prozesse entwickelt, mit dem Ziel, organisatorisch zusammenzuführen, was thematisch und programmatisch zusammen gehört. Entscheidend für den Erfolg ist der persönliche Einsatz und die Kreativität exzellenter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Helmholtz-Zentren, ferner die Kooperationsbereitschaft leistungsfähiger Partner in Wissenschaft und Wirtschaft außerhalb der Helmholtz-Gemeinschaft auf nationaler und internationaler Ebene.

Professor Kröll betonte, dass der Erfolg nicht zuletzt die nachhaltige Förderung der Zuwendungsgeber von Bund und Ländern bei diesem großen Reformvorhaben brauche. Deshalb sei die Zusage der Bundesministerin für Bildung und Forschung, der HGF aus einem hoffentlich weiter wachsenden Forschungshaushalt vergleichbare finanzielle Entwicklungsperspektiven wie der Max-Planck-Gesellschaft und der Fraunhofer-Gesellschaft zu gewährleisten, ein wichtiges und ermutigendes Signal.

Dem hauptamtlichen Präsidenten der Helmholtz-Gemeinschaft stehen drei Vizepräsidenten zur Seite, Prof. Dr. Rolf Emmermann, Stiftungsvorstand des GeoForschungsZentrums Potsdam, Prof. Dr. Joachim Treusch, Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums Jülich, und Prof. Dr. Harald zur Hausen, Stiftungsvorstand des Deutschen Krebsforschungszentrums.

Cordula Tegen | idw
Weitere Informationen:
http:// www.helmholtz.de

Weitere Berichte zu: HGF Luft- und Raumfahrt Materie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Datenbrille und Co.: TU Kaiserslautern entwickelt alternative Prüfungsformate fürs Studium
02.02.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht Projekt DISTELL erforscht digitale Hochschulbildung
26.01.2017 | Hochschule Esslingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungen

Wunderwelt der Mikroben

22.02.2017 | Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Meeresforschung in Echtzeit verfolgen

22.02.2017 | Geowissenschaften

EU-Forschungsprojekt INNOVIP: Neue Technologien für langlebige und kostengünstige Vakuumdämmplatten

22.02.2017 | Architektur Bauwesen

6. Internationale Fachkonferenz „InnoTesting“ am 23. und 24. Februar 2017 in Wildau

22.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten