Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Risikokapital für die Forschung

07.06.2006


Die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg unterstützt gezielt junge Wissenschaftler bei der Entwicklung neuer grundlegender Forschungsansätze - 60 000 Euro stehen aus dem "Frontier Research"-Fonds zur Verfügung



Forschung an den Universitäten wird zunehmend durch die Einwerbung von Drittmitteln im Wettbewerb mit anderen Forschungseinrichtungen finanziert. Die Heidelberger Ruprecht-Karls-Universität zählt dabei zu den drittmittelstärksten Universitäten in Deutschland und ist auch im europäischen Vergleich hervorragend platziert. Es besteht dennoch darüber hinaus ein hoher Bedarf an Fördermitteln, die es erlauben, schnell und flexibel auf neue und risikoreiche Forschungsideen zu reagieren.

... mehr zu:
»Membranprotein »Risikokapital


"Die Universität muss Wissenschaftlern schnell und unaufwendig Mittel zur Verfügung stellen und bereit sein, ein hohes Maß an Risiko einzugehen. Wir wollen Freiräume für genuine Forschung und die Kreativität der Wissenschaftler der Universität schaffen", betont Dr. Jens Hemmelskamp vom Forschungsdezernat der Universität.

Deshalb wurde bereits in dem 2004 erstellten Strategiepapier der Ruperto Carola der Einsatz von Risikokapital für die Realisierung neuer Ideen junger Wissenschaftler vorgesehen, um zukünftig noch gezielter Heidelberger Forscher als Vordenker für neue Forschungsansätze zu unterstützen. Mit "Frontier Research", einem Fonds zur Förderung neuer, zukunftsgerichteter Forschungsansätze, wurde dieser Tage dieser Plan in die Tat umgesetzt.

Die Antragssteller mussten eine maximal dreiseitige Projektskizze einreichen und ihre Projektidee dem Rektorat präsentieren. Mit Dr. Matthias Seedorf vom Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg, der in seinem Forschungsvorhaben der Sortierung von Membranproteinen in tierischen Zellen nachgehen möchte, wurde jetzt das erste Frontier-Projekt angestoßen.

In seinen bisherigen Forschungen konnte Matthias Seedorf zeigen, dass in Hefezellen gebildete Membranproteine nicht nur, wie bisher bekannt, zentral durch den so genannten Golgi-Apparat in den Zellen sortiert werden. Bestimmte Membranproteine werden auch dezentral synthetisiert und über einen neuen Weg verteilt. Daraus ergibt sich natürlich die Frage, ob dies so auch in tierischen Zellen, insbesondere in denen von Säugetieren funktioniert.

"Bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft hätte ich ein solches Projekt nicht genehmigt bekommen", ist sich Matthias Seedorf sicher. Denn für einen derartigen Antrag wären wesentlich mehr Vorarbeiten notwendig gewesen. So kann der Molekularbiologe die 60 000 Euro aus dem "Frontier Research"-Fonds dazu nutzen, einen Doktoranden zu bezahlen sowie das notwendige Verbrauchsmaterial anzuschaffen. In zwei Jahren muss Matthias Seedorf allerdings einen kurzen Sachstandsbericht erstellen und weitere Perspektiven seiner Forschung aufzeigen.

"Uns ist bewusst, dass die so geförderten Projekte auch scheitern können", hebt Professor Jochen Tröger, Prorektor für Forschung und Medizin der Heidelberger Universität, hervor, "aber wir müssen wieder verstärkt die Suche nach grundlegend neuen Forschungsansätzen unterstützen." Das Forschungsvorhaben von Matthias Seedorf ist zunächst ein Pilotprojekt, und wenn es zeigt, dass die Idee zielführend ist, möchte die Ruprecht-Karls-Universität in Zukunft das "Frontier Research"-Programm ausweiten.
Stefan Zeeh

Rückfragen bitte an:
Dr. Jens Hemmelskamp
Universität Heidelberg
Dezernent für Forschung
Seminarstraße 2, 69117 Heidelberg
Tel. 06221 542145
hemmelskamp@zuv.uni-heidelberg.de

Dr. Matthias Seedorf
Zentrum für Molekulare Biologie
der Universität Heidelberg
Im Neuenheimer Feld 282, 69120 Heidelberg
Tel. 06221 548299
m.seedorf@zmbh.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-heidelberg.de/presse

Weitere Berichte zu: Membranprotein Risikokapital

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Wie ein Roboter Kita-Kindern Sprachen beibringt
14.07.2017 | Universität Bielefeld

nachricht MINT Nachwuchsbarometer 2017: Digitale Bildung in Deutschland braucht ein Update
22.06.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie