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Trotz Angst vor Terrorismus sind junge Leute optimistisch

23.10.2001


Fachhochschule Ravensburg-Weingarten stellt 3. Stimmungsbarometer junger Leute in Oberschwaben vor



Den Terrorattacken vom 11. September zum Trotz: Junge Menschen in Oberschwaben schauen erstaunlich positiv in die Zukunft. Dies hat eine Umfrage ergeben, die Studierende des Studiengangs Technik-Management der Fachhochschule Ravensburg-Weingarten auf der Oberschwabenschau in Ravensburg durchgeführt haben.



400 junge Leute im Alter zwischen 15 und 25 Jahren wurden befragt. Optimistisch blicken 93 Prozent davon in die Zukunft. "Verglichen mit dem 1. Stimmungsbarometer, das wir vor zwei Jahren aufgestellt hatten, ist die Angst vor der Zukunft deutlich gewichen", meint die 21-jährige Technik-Management-Studentin Pamela Kunschmann aus Weingarten.

Trotzdem leben die jungen Leute nicht völlig sorglos in den Tag hinein. Der Terrorismus, so hat das 3. Stimmungsbarometer ergeben, belastet drei von vier der jungen Leute. 40 Prozent sorgen sich wie die vergangenen Jahre auch über den Rechtsextremismus, gefolgt von der Angst um die Umwelt. Für Dekan Professor Dr. Josef Fischer ist es "ein positives Zeichen, dass die jungen Menschen sich weiterhin mit dem Rechtsextremismus auseinandersetzen". Schließlich seien viele Rechtsextreme im selben Alter wie die Befragten. Das Thema, das die Gemüter vergangenes Jahr am meisten bekümmert hat, taucht 2001 nicht mehr auf, nämlich die stark angestiegenen Benzinpreise. Und an das Top-Thema des Jahres 1999, das verheerende Erdbeben in Japan, erinnert sich überhaupt niemand mehr.

Im Trend 2001 bleibt allerdings die Spaßgesellschaft. Dies hat sich in den vergangenen zwölf Monaten kein bisschen geändert. Traditionelle Werte wie Disziplin, Pünktlichkeit, Engagement sind weiterhin out. Aber eines wollen die Jugendlichen auf keinen Fall, nämlich belogen werden. Ehrlichkeit steht auf der Werterangliste ganz oben. Für 64 Prozent ist es unbedingt wichtig, dass auf Freunde und Partner Verlass ist.

Überraschend stabil geblieben ist auch das, was die jungen Menschen besonders positiv stimmt. "Zusammensein mit Freunden" steht für 88 Prozent ganz oben, dicht gefolgt von "Gesundheit", das die Jugendlichen offensichtlich nicht als Selbstverständlichkeit ansehen (69 Prozent). Platz Nummer drei nimmt der Urlaub mit 54 Prozent ein. Auf den hinteren Plätzen landeten dagegen der "Sieg des Lieblingssportvereins" mit neun und "Surfen im Internet" mit acht Prozent. Vor einem Jahr stimmte immerhin noch 22 Prozent das "Internetsurfen" positiv. Ein Hinweis, so Markus Dodek aus Amtzell, dass der Reiz der neuen Medien zum Teil vorbei sei und diese inzwischen zum Berufsalltag und nicht mehr unbedingt zur bevorzugen Freizeitaktivität gehörten.

Am meisten nerven die jungen Leute weiterhin die Politik (57 Prozent) sowie die Schule (42 Prozent). Auch der Stellenwert der Religion hat sich nicht gebessert. Für die 400 befragten jungen Menschen spielt die Religion im Leben fast keine Bedeutung. Es zählen stattdessen - und das in dieser Reihenfolge: Familie, Freizeitaktivitäten, Urlaub und der Job.

Infos über den Studiengang Technik-Management unter Fon (0751) 5 01-93 44, E-Mail: fischer@fbp.fh-weingarten.de

Dipl.-Journ. Tove Simpfendörfer | idw

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