Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Stifterverband will 2006 Barrieren zwischen Wirtschaft und Wissenschaft abbauen

19.01.2006


  • Arend Oetker: "Forschungsförderung muss Gemeinschaftsaufgabe bleiben"
  • Stifterverband schlägt Bestellung eines "Bundesbeauftragten für Wissenschaftskoordination" vor
  • Deutscher "Lambert-Report" soll erstmals Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft systematisch und umfassend untersuchen und die deutsche Innovationsfähigkeit verbessern
  • Geplante Premiere: erstmals gemeinsames Förderprogramm "Austauschprozesse" mit dem Bundesforschungsministerium

"Auch nach der Föderalismusreform muss die Forschungsförderung weiterhin als Gemeinschaftsaufgabe betrieben werden. Denn kein einzelnes Bundesland ist in der Lage, wissenschaftliche Exzellenzinstitutionen oder Großforschungsprojekte allein zu finanzieren." Mit deutlichen Worten setzte sich heute der Präsident des Stifterverbandes, Arend Oetker, anlässlich der Jahrespressekonferenz des Stifterverbandes in Bonn für eine Stärkung des Bundes in der Forschungsförderung ein. "Wir brauchen schnelle Entscheidungsprozesse und nicht zeitraubende Detailabstimmungen zwischen 17 Ministerien von Bund und Ländern", so Oetker weiter. Deutschland müsse gerade auch auf europäischer Ebene mit einer einheitlichen und gewichtigen Stimme sprechen.

Damit der Bund seine wachsende Verantwortung kompetent wahrnehmen könne, müssten sich die verschiedenen Bundesministerien bei ihrer jeweiligen Ressortforschung viel besser als bisher abstimmen. "Ich schlage daher vor, einen - möglichst parteiunabhängigen - "Bundesbeauftragten für Wissenschaftskoordination" zu bestellen, um die großen Leitlinien der Forschungs- und Innovationspolitik zu strukturieren und zu koordinieren." Dazu gehöre auch eine mit den großen Wissenschaftsorganisationen abgestimmte Forschungsplanung, die es derzeit kaum gebe.

Zur Verbesserung des Forschungssystems in Deutschland will der Stifterverband seinerseits eine Reihe neuer Programme auflegen. So wird der Stifterverband nach dem Vorbild des "Lambert-Review" in Großbritannien eine hochrangig besetzte Expertengruppe einsetzen, die das Gesamtsystem der Kooperationen zwischen öffentlich finanzierten Forschungseinrichtungen und der Wirtschaft in Deutschland untersuchen soll. Dabei sollen Defizite identifiziert und Empfehlungen für innovationsfreundliche Rahmenbedingungen erarbeitet werden. Der Stifterverband wird die Studie finanzieren, eine Geschäftsstelle einrichten und dafür 175.000 Euro bereitstellen.

Auch mit weiteren Programmen will der Stifterverband helfen, "die Barrieren zwischen Wissenschaft und Wirtschaft abzubauen, die es uns in Deutschland noch immer schwer machen, aus hervorragenden Ideen marktreife Innovationen zu schaffen", so Arend Oetker. Der Transfer von Forschungsergebnissen, Ressourcen und Personen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft müsse dringend verbessert werden.

Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat sich der Stifterverband hier auf eine Zusammenarbeit verständigt. So sollen in einem "Wettbewerb Austauschprozesse", den der Stifterverband in diesem Jahr ausschreiben will, besonders gelungene Transfer-Modelle prämiert und sichtbar gemacht werden. Das Prgramm ist mit einer Million Euro dotiert und wird - vorbehaltlich der endgültigen Entscheidung durch Ministerin Annette Schavan - zur Hälfte vom BMBF mitfinanziert. "Wir hätten damit ein Musterbeispiel einer gelungenen Public Private Partnership", so Oetker.

Darüber hinaus kündigte Oetker an, die von der rot-grünen Bundesregierung ins Leben gerufene Initiative "Partner für Innovation" mit insgesamt 400.000 Euro zu unterstützen. Die große Koalition wird diese Geeinschaftsaktion von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik weiterführen. "Damit die entstandenen Ideen nicht verloren gehen und nachhaltige Wirkung entfalten, beteiligt sich der Stifterverband an der Finanzierung eines Büros dieser Initiative in Berlin", sagte Oetker.

Finanziell steht der Stifterverband auf festen Füßen:

Die Einnahmen des Stifterverbandes beliefen sich 2005 auf insgesamt 31,1 Mio. EUR, das sind 2,3 % mehr als im Vorjahr. Für seine einzelnen Förderprogramme wendete der Stifterverband 20,4 Mio. Euro auf, mit weiteren 4,8 Mio. Euro unterstützte er die Wissenschaftsinstitutionen Deutsche Forschungsgemeinschaft, Max-Planck-Gesellschaft, Deutscher Akademischer Austauschdienst und Alexander von Humboldt-Stiftung. Einsparungen gab es bei dem vom Stifterverband betriebenen Wissenschaftszentrum Bonn und in der Verwaltung des Stifterverbandes.

In seiner Funktion als Dienstleister für Stifter war der Stifterverband mit seinem Deutschen Stiftungszentrum (DSZ) besonders erfolgreich. Dem DSZ wurden 78 Mio. Euro zusätzliches Stiftungskapital anvertraut, so dass dort nun insgesamt 1,608 Mrd. Euro (Buchwert) bzw. 1,854 Mrd. Euro (Börsenwert) verwaltet werden. Für die verschiedenen Stiftungszwecke der nun 366 Stiftungen standen in 2005 damit 93,4 Mio. Euro zur Verfügung.

Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft entwickelt Förderprogramme und unterstützt Initiativen, die exemplarisch zur Lösung von strukturellen Problemen in Hochschule und Wissenschaft beitragen. Der Stifterverband versteht sich als unkonventionelle Ideenschmiede in einem überbürokratisierten Wissenschaftssystem. Er vereint rund 3.000 Unternehmen, Unternehmensverbände und Privatpersonen. Für seine Programme stehen dem Stifterverband im Jahr rund 30 Millionen Euro an ge-meinnützigen Spenden zur Verfügung. Als Treuhänder betreut er eine stetig wachsende Zahl privater Stiftungen, derzeit rund 360 mit einem Stiftungskapital von 1,6 Milliarden Euro und einer jährlichen Fördersumme von über 100 Millionen Euro.

Michael Sonnabend | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.stifterverband.de

Weitere Berichte zu: BMBF Forschungsförderung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Regensburger Forscher entwickeln weltweit einzigartiges Online-Mentoring-System
10.01.2018 | Universität Regensburg

nachricht Neues Virtual Reality-Labs für Medizinstudierende: Lernen mit Cyber-Herz und virtuellem Darm
10.01.2018 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie