Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Nanobiotechnologie ist eine Schlüsseltechnologie neuer Art des 21. Jahrhunderts"

27.06.2001


Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Wolf-Michael Catenhusen, präsentierte am Dienstag in Berlin die erste Auswahl von Projekten im Rahmen des neuen Förderprogramms Nanobiotechnologie, Forschung an der Schnittstelle von Physik, Biologie, Chemie, Material- und Ingenieurwissenschaften, zwischen Nano- und Biotechnologie. Die Fördermaßnahme soll in den nächsten 6 Jahren ein Volumen von bis zu 100 Millionen Mark haben. In einer ersten Runde sind 21 Projekte mit einer Fördersumme von 40 Millionen Mark bewilligt worden. Die nächste Ausschreibung wird zur Zeit ausgewertet. Weitere Auswahlrunden sind in regelmäßigen Abständen geplant.

Im neuesten europäischen Life Sciences Report der Unternehmensberatung Ernst & Young werde die Nanobiotechnologie als eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts identifiziert. Die zahlreichen Einsatzfelder versprächen ein erhebliches wirtschaftliches, medizinisches und technologisches Potenzial. "Die Nanobiotechnologie ist in der Verknüpfung und Verschmelzung von Nanoelektronik, Nanomaterialien, molekularer Nanotechnologie mit Bio- und Gentechnologie eine Schlüsseltechnologie neuer Qualität", sagte Catenhusen. Die Dynamik auf diesem Gebiet könnte eine Dynamik wie bei der Entwicklung in der Mikroelektronik entfalten.

"Mit unserem Förderprogramm Nanobiotechnologie haben wir gute Chancen, aufbauend auf unsere glänzende Grundlagenforschung weltweit mit den USA und Japan die Nanobiotechnologie an führender Stelle zu entwickeln", so Catenhusen. Im Bioprofile-Wettbewerb des BMBF hätten sich Saarbrücken und Münster erstmals mit Konzepten zur Profilierung als Kompetenzzentren für die Nanobiotechnologie eingebracht.

Ziel der Technologieentwicklung sei es, funktionale Bausteine mit Abmessungen von wenigen Millionstel Millimetern mit häufig völlig neuen Eigenschaften kontrolliert zu erzeugen und letztlich in neuartige technische Systeme einzubetten. Themenschwerpunkte des neuen Förderprogramms sind zum Beispiel der therapeutische und diagnostische Einsatz so genannter Nano-Partikel zur Zerstörung von Tumorgewebe oder zur Herstellung kleinster elektronischer Bauteile und alternativer Datenspeicher. Auch das Interesse an der Nutzung der Mikrofabrikation als Methode der Miniaturisierung von körperverträglichen biologischen und biomedizinischen Geräten sei weltweit sehr groß. Zukünftige Anwendungsgebiete seien aber zum Beispiel in der Medizin auch die gezielte Synthese von Proteinen, die Entwicklung intelligenter Biosensoren zum Nachweis der Bildung von Antikörpern im Blut nach Infektionen oder Ultrafrühwarn- und Therapiesysteme für Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen auf Basis von Nanosonden. In der Informationstechnik seien Bauteile für die molekulare Elektronik oder für die Entwicklung eines DNA-Computers denkbar.

"Die Perspektive einer Nanotechnologie und Nanobiotechnologie hat schon seit Ende der 70er Jahre Futurologen beschäftigt. Wir sind gut beraten, künftig Forschungsförderung auf diesen Gebieten mit Vorhaben zur möglichst frühzeitigen Abschätzung ethischer, rechtlicher und sozialer Implikationen zu verbinden", sagte Catenhusen.

| BMBF-PRESSEDIENST
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de/presse01/PM0626LIsteNanobiotechnologie.pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie