Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschungsprojekt "Die Kunst der Seefahrt"

08.10.2004


Entwicklung, Organisation und Inhalte des Navigationsunterrichts in Norddeutschland bis zur Reichsgründung 1871 - Forschungsprojekt des Deutschen Schiffahrtsmuseums in Zusammenarbeit mit der Universität Hamburg



Schon im 19. Jahrhundert war es schwierig, qualifizierten Nachwuchs für die Schiffsführung zu bekommen. Im Gegensatz zu heutigen Zeiten, in denen man angesichts einer starken Nachfrage seitens der Reedereien die Schließung von Schulstandorten betreibt, suchte man damals dem Problem durch die Verbesserung der seemännischen Ausbildung zu begegnen. Jedoch garantierte der Besuch einer Seefahrtschule nicht immer fundierte Kenntnisse, wie ein Bericht des Bremer Navigationslehrers Arthur Breusing aus dem Jahre 1860 zeigt:



"Es sind etwa zwei Jahre als das hiesige Schiff "Hansa", Capitain Brinkmann, von Liverpool ausging. Als das Schiff zwei Tage unterwegs war, verunglückte der Capitain durch einen Sturz über Bord. Der Obersteuermann Ide, der als einziger Offizier an Bord war, fühlte sich nun nicht nur nicht fähig, das Schiff an seinen Bestimmungsort zu führen, er war nicht einmal im Stande, dasselbe nach Liverpool zurückzubringen, und hißte deshalb die Nothflagge. Ein englischer Dampfer gab dem Schiff den Steuermann und dieser brachte es, nicht eben zur Ehre der bremischen Marine nach Liverpool binnen."

Über die Einrichtung und den Lehrstoff der zahlreichen Seefahrtschulen Norddeutschlands gibt es bislang keine umfassende historische Untersuchung. Dank der finanziellen Förderung durch die Fritz Thyssen-Stiftung wird das Deutsche Schiffahrtsmuseum (DSM) in Bremerhaven in Zusammenarbeit mit dem Schwerpunkt Geschichte der Naturwissenschaften der Universität Hamburg ab Oktober 2004 ein Forschungsprojekt zur Geschichte und Organisation des nautischen Unterrichts an den Seefahrtschulen Norddeutschlands durchführen. Der Zeitraum der Untersuchung wird sich zunächst vom ausgehenden 18. Jahrhundert bis zur Reichsgründung erstrecken. 1869 beendete ein Gesetz, mit dem die Aufsicht über die Prüfung und Befähigung von Seeleuten zunächst auf den Norddeutschen Bund und wenig später auf das Deutsche Reich überging, die Vielfalt der verschiedenen Ausbildungsvorschriften und -ansätze.

Ziel des Forschungsvorhabens ist eine systematische Erschließung der zahlreichen erhaltenen Quellen in Archiven und Bibliotheken und der Aufbau einer Datenbank zur Geschichte des Navigationsunterrichtes sowie der erhaltenen nautischen Instrumente in Deutschland. Unter der Leitung von Prof. Dr. Karin Reich werden PD Dr. Günther Oestmann und Dr. Felix Lühning für zwei Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiter tätig sein. Enge Kooperationen bestehen mit dem Nederlands Scheepvaartmuseum, Amsterdam, dem National Maritime Museum, Greenwich, dem Schiffahrtsmuseum der oldenburgischen Weserhäfen in Brake und dem Deutschen Museum, München.

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt "Die Kunst der Seefahrt: Entwicklung, Organisation und Inhalte des Navigationsunterrichts in Norddeutschland bis zur Reichsgründung 1871" finden Sie im Internet unter www.dsm.de/kds/index.html.

Erik Hoops, M.A. | idw

Weitere Berichte zu: Norddeutschland Reichsgründung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

VLC 200 GT von EMAG: Neue passgenaue Dreh-Schleif-Lösung für die Bearbeitung von Pkw-Getrieberädern

27.04.2017 | Maschinenbau

Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten

27.04.2017 | Maschinenbau

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie