EU-Erweiterung stärkt europäischen Forschungs- und Bildungsraum

Bulmahn: „Weichen für gute Zusammenarbeit sind gestellt“

Die Osterweiterung der Europäischen Union stärkt den europäischen Forschungs- und Bildungsraum. Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn geht davon aus, dass die Kooperation mit den Beitrittsländern kontinuierlich ausgebaut wird. „Die positive Zusammenarbeit im europäischen Forschungsrahmenprogramm und beim Bologna-Prozess für die Hochschulen wird noch intensiver“, sagte sie am Donnerstag in Berlin. So seien die osteuropäischen Beitrittsstaaten seit 1999 assoziierte Partner des europäischen Forschungsrahmenprogramms. Nach dem Beitritt stellten die mittel- und osteuropäischen Staaten 14 Prozent des Personals für Forschung und Entwicklung in der Europäischen Union.

Deutschland habe mit den Beitrittsländern gute Erfahrungen gemacht, etwa in der neuromedizinischen Forschung mit Polen, in der Pflanzengenomforschung mit Ungarn, in der Umweltforschung mit der Tschechischen Republik oder in der Telemedizin mit Estland und Litauen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) werde nach der EU-Osterweiterung seine Forschungsprogramme verstärkt auch mit entsprechenden Programmen der neuen Partnerländer verknüpfen, sagte Bulmahn.

Ebenso gebe es gute Erfahrungen im Bildungsbereich. Bulmahn wies darauf hin, dass deutsche Hochschulen mittlerweile zu einem attraktiven Ziel für Gaststudenten aus den Beitrittsländern geworden sind. „Mit dem Bologna-Prozess sind die Beitrittsländer schon lange an der Entwicklung des europäischen Hochschulraums als volle Partner beteiligt.“ Zudem nehmen Polen, Ungarn und Tschechien seit sechs Jahren auch an den europäischen Bildungsprogrammen Sokrates und Leonardo da Vinci teil. „Mobilität ist ein wesentlicher Faktor für eine wissenschaftliche Karriere“, sagte Bulmahn. Um deutschen Studierenden einen Studien- oder Forschungsaufenthalt in Osteuropa und den Staaten der GUS zu ermöglichen, habe das BMBF im Juni 2002 gemeinsam mit dem DAAD, der Alexander von Humboldt-Stiftung und dem Ostausschuss der Deutschen Wirtschaft die Initiative „Go East“ gestartet. Bislang seien dadurch fast 1.000 Studien- und Forschungsaufenthalte zusätzlich gefördert worden.

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