Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fraunhofer trifft Faraday

27.06.2003


Europas Forschung wächst zusammen. Seit kurzem kooperiert die Fraunhofer-Gesellschaft mit dem britischen Netzwerk für angewandte Forschung, den Faraday-Partnerships.



Fraunhofer und Faraday sind natürliche Verwandte: Beide wurden nach großen Forschern benannt und arbeiten mit der Industrie zusammen. Beide stehen zudem in engem Kontakt mit den besten Universitäten und Technischen Hochschulen.

... mehr zu:
»Mechatronik »PRIME


Forschen für die Praxis, das ist die klassische Aufgabe der Fraunhofer-Gesellschaft. Mittlerweile gibt es in England eine Organisation, die sich dasselbe Ziel auf die Fahnen geschrieben hat: die Faraday Partnerships. Sie haben, genau wie die Fraunhofer-Gesellschaft, einen berühmten Namenspaten, der nicht nur als Wissenschaftler große Anerkennung genoss, sondern auch im ständigen Kontakt mit der Industrie Produkte entwickelte: Michael Faraday. "Die Kooperation zwischen Fraunhofer und Faraday ist schon wegen der Ähnlichkeit der Forschungsorganisationen nahe liegend", sagt Harald Egner von der Fraunhofer-Technologie-Entwicklungsgruppe TEG in Stuttgart, der über mehrjährige Erfahrung mit deutsch-britischen Kooperationen verfügt. "Beide Einrichtungen wollen Forschungs- und Entwicklungsergebnisse verwerten, neue Produkte entwickeln und den Know-how-Transfer fördern."

Parallelen gibt es auch bei den breitgefächerten technologischen Kompetenzen von Faraday und Fraunhofer: Die deutsche Fraunhofer-Gesellschaft ist mit 57 Instituten in wichtigen Technologiefeldern tätig - darunter Materialprüfung, Oberflächenveredelung, Mikroelekronik-, Laser- und Softwareentwicklung. In Großbritannien gibt es mittlerweile 24 verschiedene Faraday-Partnerships. Ihre Forschungsschwerpunkte reichen vom Automobilbau über Chemie, Elektronik, Photonik und Mechatronik bis hin zur Genomik und Sensorik. In den einzelnen Partnerships arbeiten Wissenschaftler an den Universitäten eng zusammen mit Kollegen in privaten und staatlichen Forschungseinrichtungen sowie den Anwendern aus großen und mittelständischen Unternehmen. Häufig stammen die Mitglieder einer Partnerschaft aus unterschiedlichen Regionen des Landes und arbeiten in virtuellen Instituten zusammen.

Die Fraunhofer-Gesellschaft ist der erste ausländische Kooperationspartner der Briten. Im Herbst letzten Jahres wurde Harald Egner als Fraunhofer-Repräsentant in das Management Board der Faraday Partnership PRIME aufgenommen - die Abkürzung PRIME steht für "products with independent mechanical and electronical parts". Im Deutschen wird dieses Forschungsgebiet als Mechatronik bezeichnet. An der Partnerschaft PRIME sind nicht nur die Universitäten Nottingham und Loughborough sowie die Forschungs- und Entwicklungseinrichtung PERA beteiligt, sondern auch große und mittelständische Industriekunden. Die Mitglieder des Management Boards treffen sich zweimal im Jahr, um Technologietrends, Forschungsschwerpunkte und -projekte zu besprechen. Außerdem wird hier das Dienstleistungsangebot für die Industrie diskutiert, aktualisiert und optimiert.

Für Egner eine gute Gelegenheit, mögliche Kooperationen zwischen den Briten und den zahlreichen Fraunhofer-Instituten, die sich mit Mechatronik beschäftigen, anzuregen. Er ist damit der Fraunhofer-Mann in England. "Von der Zusammenarbeit können alle Beteiligten profitieren", davon ist Egner überzeugt. "Die Partnership bietet die Gelegenheit zu Technologieaustausch, gegenseitigem Lernen und gemeinsamen Aktivitäten auf europäischer Ebene. Die Kooperation zwischen der Fraunhofer-Gesellschaft und PRIME übernimmt hier eine Pilotfunktion. Weitere Kooperationen zwischen anderen Faradays und Fraunhofer-Instituten werden folgen, die dann wiederum von den bereits gewonnenen Erfahrungen profitieren können."

Ansprechpartner:
Harald Egner
Telefon +44 (0) 16 64 / 5 03 - 7 80
Fax +44 (0) 16 64 / 5 01 - 5 89
harald.egner@teg.fraunhofer.de

Fraunhofer Technology
Development Group
Innovation Park, Melton Mowbray
Leicestershire, LE 13 OPB
United Kingdom

Beate Koch | idw

Weitere Berichte zu: Mechatronik PRIME

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Digitales Know-how für den Mittelstand: Uni Bayreuth entwickelt neuartiges Weiterbildungsprogramm
28.09.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Physik-Didaktiker aus Münster entwickeln Lehrmaterial zu Quantenphänomenen
22.09.2017 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Aufräumen? Nicht ohne Helfer

19.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Biotinte für den Druck gewebeähnlicher Strukturen

19.10.2017 | Materialwissenschaften

Forscher studieren molekulare Konversion auf einer Zeitskala von wenigen Femtosekunden

19.10.2017 | Physik Astronomie