Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bleiben und Schreiben - im Schreibzentrum der RUB

08.09.2000


Ein Leuchtturmprojekt, das sich bewährt hat: Seit dem 1. September ist das Schreibzentrum eine feste Institution in der Ruhr-Universität Bochum.


Beim Versuch, die hohe Kunst des wissenschaftlichen Schreibens zu erlernen, hat schon so manche(r) die Flucht ergriffen. Glück haben da die Studierenden der RUB: Seit 1997 hilft ihnen das Schreibzentrum am Germanistischen Institut (Fakultät für Philologie) mit Training und Beratung beim Bleiben und Schreiben. Als so genanntes Leuchtturmprojekt wurde es drei Jahre vom NRW-Wissenschaftsministerium gefördert, nun finanziert die RUB es dauerhaft weiter. Aufgrund des großen Anklangs bei Studierenden und Lehrenden ist das Schreibzentrum damit eine feste Institution in der RUB.

RUB setzt Maßstab

Mit der Dauereinrichtung des Schreibzentrums setzt die RUB ein bildungspolitisches Signal und übernimmt eine Vorreiterrolle in der deutschen Hochschullandschaft. Schreibzentren werden zukünftig zum Profil einer modernen Universität gehören - so wie in den USA und Skandinavien, wo universitäre Schreibzentren seit langem eine Selbstverständlichkeit sind. Demgegenüber taten sich deutsche Hochschulen bisher schwer mit einer institutionalisierten Schreibunterstützung. Etwa ein Dutzend universitärer Schreibprojekte werden bisher nur befristet unterstützt und ringen noch um eine dauerhafte Finanzierung.

Tatort Schreibzentrum

Im Bochumer Schreibzentrum finden Anfänger und Profis eine breite Palette von Angeboten. In Trainingsveranstaltungen, Arbeitsgruppen und Einzelberatungen lernen Studierende das Handwerk des wissenschaftlichen Schreibens. Lehrende und Studienberater nutzen Arbeitskreise, Weiterbildungsveranstaltungen und Lehrberatungen, um Studierende beim Schreiben zu unterstützen. In Workshops für Profis können angehende und arrivierte Wissenschaftler ihre Schreibmuskeln trainieren. Zukünftige und praktizierende Lehrer können sich demnächst im Schreibzentrum fortbilden, um bereits in der Schule die Grundlagen des wissenschaftlichen Schreibens zu vermitteln. Weitere Formen der Schreibunterstützung werden derzeit entwickelt, etwa Veranstaltungen zum berufsbezogenen Schreiben und Online - Schreibcoaching.

Multiplikationspatent

Zum Markenzeichen des Bochumer Schreibzentrums avancierte sein besonderes Multiplikationspatent: Fortgeschrittene Studierende und Doktoranden erhalten eine kostenlose qualifizierte Ausbildung zum akademischen Schreibtrainer. Als Gegenleistung für diese berufliche Weiterbildung bieten die Jungtrainer Schreibworkshops für Studierende an und sorgen so für eine Breitenwirkung in der RUB.

Schreiben auf Rädern

Als Leuchtturmprojekt erzielte das Schreibzentrum mit dieser Ausbildungskonzeption auch bundesweit Breitenwirkung. Auf Nachfrage anderer Hochschulen wurden mit Hilfe des Schreibzentrums etwa 30 akademische Schreibtrainer ausgebildet und zertifiziert. Sie schwirren derzeit aus, um an anderen Hochschulen Schreibtraining anzubieten und Schreibzentren aufzubauen.

Auf Eurokurs

Im Jahr 1999 war das Bochumer Schreibzentrum Gründungsort einer europaweiten Schreibbewegung. Auf Einladung des Schreibzentrums trafen sich etwa 100 europäische Schreibexperten, um sich über den Stand von Forschung und Praxis auszutauschen. Sie gründeten die europäische Gesellschaft für akademisches Schreiben (EATAW), eine Expertenverbindung, die sich für Qualität, Verbreitung und Institutionalisierung der universitären Schreibausbildung einsetzt. Das Schreibzentrum ist Gründungsmitglied der Vereinigung.

Täter, Paten, Daten

Die Wiege des Schreibzentrums steht im Germanistischen Institut der Fakultät für Philologie. Die Idee und Initiative zu diesem Unternehmen stammen von Prof. Dr. Wolfgang Boettcher, der das Projekt im Hintergrund führte und das Profil des Schreibzentrums maßgeblich mitformte. Auf der Linie seines Projektantrags gestaltete M.A. Gabriela Ruhmann das erfolgreiche Programm und die Praxis des Schreibzentrums. Die Institutionalisierung resultiert vor allem aus dem Engagement der beiden Prorektoren für Lehre, Studium und Studienreform, Prof. Dr. Harro Müller-Michaels (Germanistisches Institut) und seinem Nachfolger, Prof. Dr. Roland A. Fischer (Fakultät für Chemie). Das Schreibzentrum wird zukünftig an der Fakultät für Philologie angesiedelt sein, um von dort aus seine Dienstleistungen universitätsweit auszubauen. Die Leiterin Gabriela Ruhmann wird dabei von einer wissenschaftlichen und einer studentischen Hilfskraft unterstützt.

Weitere Informationen

Schreibzentrum der Ruhr-Universität Bochum. Fakultät für Philologie. GB 3/31. 44780 Bochum. Tel. 0234-3225104, eMail: schreibzentrum@ruhr-uni-bochum.de. Demnächst online unter: http://www.schreibzentrum.de. Informationen über die EATAW unter http://www.hum.ku.dk/formidling/eataw

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dr. Josef König |

Weitere Berichte zu: Leuchtturmprojekt Philologie RUB Schreibzentrum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligente Sensoren mit System

29.05.2017 | Messenachrichten

Geckos kommunizieren überraschend flexibel

29.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

1,5 Millionen Euro für vier neue „Innovative Training Networks” an der Universität Hamburg

29.05.2017 | Förderungen Preise