Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bulmahn will Studienbedingungen verbessern

06.03.2003


Hohe Abbrecherquote muss dringend sinken

... mehr zu:
»HIS

Bildungsministerin Edelgard Bulmahn will die Bedingungen an deutschen Hochschulen verbessern und damit auch die hohe Abbrecherquote senken. "Die hohe Abbrecherquote muss dringend sinken," sagte sie anlässlich der Vorstellung der Studie "Ursachen des Studienabbruchs" am Donnerstag in Berlin. Nach den Daten, die von der HIS Hochschul-Informations-Systeme GmbH in Bulmahns Auftrag erhoben wurden, nennen 71 Prozent der Studienabbrecher die Studienbedingungen als wichtigen Grund für ihre Entscheidung. Bulmahn sieht sich bestätigt, die Verbesserung der Studienbedingungen als zentralen Punkt in die Koalitionsvereinbarung aufgenommen zu haben. Nach den HIS Daten brechen 27 Prozent der Studierenden ihr Studium ohne Abschluss vorzeitig ab.

Nach dem Ergebnis der Studie fühlen sich drei von vier Abbrechern durch Hochschullehrer nicht ausreichend betreut, erleben die Studienorganisation als unübersichtlich und äußern sich negativ über den Bezug zwischen akademischer Lehre und Forschung. Besonders kritische Noten geben die Studienabbrecher der Qualität der Lehre im Bereich der Wirtschafts-/Sozialwissenschaften sowie in der Informatik, wo Lehrkräften generell attestiert wird, sie können kaum Interesse am Fach wecken und zum Studium motivieren.


Die offensichtlichen Defizite in der Studienorganisation, der Betreuung und Beratung müssten nun dringend behoben werden, sagte die Ministerin. Sie werde daher den Ländern einen Pakt für die Hochschulen vorschlagen. "Gemeinsam als Partner in der Sache werden Bund und Länder die Studienbedingungen weiter verbessern." Die Länder hätten in den vergangenen Jahren bereits mit der Umsetzung des neuen Hochschulrahmengesetzes wichtige Schritte eingeleitet. Bulmahn nannte als Beispiel unter anderem die erweiterte Autonomie der Hochschulen und die Stärke an den Leistungen in der Lehre orientierte Mittelvergabe. Bulmahn rief die Länder auf, die Reformen weiter gemeinsam anzugehen. "Wir brauchen unter anderem ein Ranking der Hochschulen, um deren Leistungen künftig besser würdigen und einschätzen zu können." Dazu führe sie zurzeit Gespräche mit dem Wissenschaftsrat.

Wie wirksam Reformen greifen können, beweise die Reform des BAföG im Jahr 2001, sagte Bulmahn. Zusammen mit der Erhöhung des Kindergeldes und den neuen Bildungskrediten habe die Bundesregierung die finanzielle Situation der Studierenden deutlich verbessert. Dies lasse sich an der deutlich wachsender Zahl der gestellten und bewilligten BAföG-Anträge ablesen sowie an der gestiegenen Zahl von Studierenden. Zum Zeitpunkt der Erhebung der aktuellen Studie im Sommersemester 2000 und Wintersemester 2000/2001 nannten noch über die Hälfte der Studierenden finanzielle Gründe als wichtiges Motiv für den Abbruch des Studiums.

Bulmahn verwies auch auf die Verantwortung der Schule für den späteren Studienerfolg. "Was die Schulen mit ihrem Unterricht den Schülerinnen und Schülern nicht beibringen, fehlt den späteren Studentinnen und Studenten an den Hochschulen." So weist die HIS-Studie bei den Abbrechern schulische Defizite in wichtigen Schlüsselqualifikationen nach. Demnach sind sie nur unzureichend in der Lage das Studium selbstständig zu gestalten, und sie haben vor allem mangelnde Kenntnisse in Mathematik und den naturwissenschaftlichen Fächern. Die Ministerin forderte alle Beteiligten auf, sich an einer gemeinsamen Bildungsreform zu beteiligen. "Dafür müssen wir über die Zuständigkeitsgrenzen hinweg zusammen arbeiten."

Die Ursachen des Studienabbruchs wurden bei einer repräsentativen Befragung von Studierenden des Exmatrikulationsjahrgangs 2000/2001 erhoben. An der Untersuchung beteiligten sich rund 3.000 Studienabbrecher von 63 Universitäten und Fachhochschulen. Zum Vergleich wurde gleichzeitig eine Stichprobe von 2.800 Absolventen und 1.000 Hochschulwechslern mit erfasst.

Weitere Informationen:
BMBF Bundesministerium fuer Bildung und Forschung
Pressereferat (LS 13)
Telefon: 01888-57-5050
Telefax: 01888-57-5551
Email: Presse@bmbf.bund.de

Edelgard Bulmahn | BMBF
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de
http://www.bmbf.de/pub/ursachen_des_studienabbruchs.pdf.

Weitere Berichte zu: HIS

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Neues Computerprogramm hilft bei Lese-Rechtschreibschwierigkeiten
13.11.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht Schulraum in Stuttgart mit VLC-Technologie vom Fraunhofer HHI eröffnet
03.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte