Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Forschungsprojekt zur Vernetzung psychosozialer Notfallversorgung von Einsatzkräften gestartet

28.01.2003


Am Fachbereich Sozial- und Gesundheitswesen der Hochschule Magdeburg-Stendal (FH) ist kürzlich ein neues Forschungsprojekt gestartet. Das Vorhaben dient der Bestandsaufnahme und Vernetzung der psychologischen, seelsorgerlichen und sozialen Unterstützung für Einsatzkräfte der Feuerwehren, Rettungsdienste und des Technischen Hilfswerkes. Den Auftrag für diese Arbeit erhielt die Hochschule vom Bundesinnenministerium.


Mit den Bildern des Winterhochwassers kehrten bei vielen Menschen die Eindrücke der Flutkatastrophe des vergangenen Jahres zurück. Auch für Helfer, die damals im Einsatz waren, sind die oft bedrückenden Erinnerungen noch greifbar. Viele suchen nach solchen Ereignissen Rat, wie sie Einsatzbelastungen besser bewältigen können. Doch nicht jede Feuerwehr, jede Hilfsorganisation oder Behörde hat für ihre Einsatzkräfte bisher umfassende Unterstützungsangebote aufbauen können. Weiterentwicklung sowie regionale und trägerübergreifende Vernetzung erscheinen daher als dringend notwendige Schritte, um zukünftig flächendeckend "Hilfe für Helfer" anbieten zu können. Die Leiterin des neuen Forschungsprojektes, die Psychologin Prof. Dr. Irmtraud Beerlage, will vor allem untersuchen, "wie diese Hilfe grundsätzlich in die Strukturen des Zivil- und Katastrophenschutzes eingebunden werden kann". Ziel des Projektes ist nun, Leitlinien zu entwickeln, wie bestehende Unterstützungs-Angebote weiter entwickelt und besser miteinander vernetzt sowie Lücken geschlossen werden können.

Eine einheitliche Struktur der Einsatznachsorge existiert bis heute nicht. Zahlreiche Initiativen sind mit sehr unterschiedlichen Methoden in der psychosozialen Notfallversorgung tätig. Auch die Einbindung dieser Betreuung in den Katastrophenschutz ist vielerorts kaum geregelt. Sie findet oft erst vor Ort in Katastrophenfällen statt.


Ereignisse wie der Amoklauf am Erfurter Gutenberg-Gymnasium oder der Flugzeugabsturz am Bodensee hinterlassen nach jüngeren Forschungsergebnissen zwar bei ca. 10-20% der Helfer schwere psychische Spuren - die so genannte posttraumatische Belastungsstörung. Die Wissenschaftler haben jedoch nicht nur Katastrophen und Traumatisierung im Blick. "Es sind längst nicht nur diese Ausnahme-Einsätze, die auf der Seele lasten. Oft wird auch der ganz ,normale’ Einsatzalltag zur Belastung", weiß der wissenschaftliche Mitarbeiter des Projektes, Diplom-Psychologe Jan Martin Schmidt, der über Erfahrungen als Rettungsassistent und in der psychosozialen Einsatznachsorge verfügt.

Was den einzelnen Helfer an den Rand seiner Belastbarkeit bringt, ist genau so unterschiedlich wie die Folgen. Neben der posttraumatischen Belastungsstörung gibt es noch viele weitere, weniger offensichtliche Nachwirkungen. Sie reichen von Fehleranfälligkeit während der Arbeit über soziale Probleme bis hin zu schweren Gesundheitsgefährdungen.

Die Wissenschaftler möchten durch Ihre Empfehlungen für ein tragfähiges Netzwerk einen weiteren Schritt hin zu einer verbesserten Unterstützung von Einsatzkräften leisten und somit Folgeschäden für die Betroffenen vermeiden helfen - damit sie ihre Gesundheit und Fähigkeit, den Bürgern zu helfen auch langfristig erhalten.

Für Nachfragen:

Dipl.-Psych. Jan-Martin Schmidt
Tel. (0391) 886 46 09

Norbert Doktor | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-magdeburg.de

Weitere Berichte zu: Katastrophenschutz Notfallversorgung Vernetzung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Digitales Know-how für den Mittelstand: Uni Bayreuth entwickelt neuartiges Weiterbildungsprogramm
28.09.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Physik-Didaktiker aus Münster entwickeln Lehrmaterial zu Quantenphänomenen
22.09.2017 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

18.10.2017 | Medizin Gesundheit

Rittal Klima-Tipps: Ist ein Kühlgerät wirklich nötig?

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik

Smartphones im Kampf gegen die Blindheit

18.10.2017 | Medizintechnik