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Studierende erstmals zufrieden mit Qualität des Studiums

14.08.2008
Schavan: "Augenmerk liegt auf Qualität der Lehre" / 10. Studierendensurvey zeigt positive Bilanz deutscher Studenten

Die Studierenden an deutschen Universitäten und Fachhochschulen sind mit der Qualität des Studiums zunehmend zufrieden. Viele wünschen sich allerdings noch eine bessere Betreuung im Studium und beim Übergang in den Arbeitsmarkt sowie mehr Praxisbezug.

Das sind die zentralen Aussagen des 10. Studierendensurveys zu "Studiensituation und studentischen Orientierungen", den das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) am Donnerstag veröffentlichte. Bundesbildungsministerin Annette Schavan erklärte zu den Ergebnissen der Befragung: "Inhalt und Struktur des Studiums werden erfreulicherweise sehr positiv eingeschätzt. Hier müssen wir unsere Anstrengungen mit Ländern und Hochschulen weiter intensivieren."

Erstmals überwiegen in der Bilanz die positiven Bewertungen zu allen vier Grundelementen der Studienqualität: inhaltliche Qualität, Aufbau des Studienganges, Durchführung der Lehrveranstaltungen sowie Beratung und Betreuung durch die Lehrenden . Nach wie vor schneidet die Betreuung aber weniger gut ab. "Durch den Bologna-Prozess sind wichtige Prozesse angeregt worden, die die Betreuung der Studierenden verbessern. Diese Ansätze müssen wir mit Ländern und Hochschulen konsequent weiter verfolgen", sagte die Bildungsministerin. "Unser Augenmerk liegt auf der Qualität der Lehre."

Die Studie belegt außerdem, dass die Studierenden ihr Studium effizienter gestalten wollen als noch vor wenigen Jahren, sei es durch einen zügigen Studienablauf, hohe Arbeitsintensität oder ein besonders gutes Examen. Auch die geplante Studiendauer hat sich weiter verringert. Dies ist fast vollständig auf den gestiegenen Anteil an Bachelor-Studierenden zurückzuführen Die Studie zeigt außerdem, dass Prüfungsängste in Bachelor-Studiengängen nicht höher sind als in anderen Studiengängen.

Des weiteren belegen die Ergebnisse der Studie, dass trotz des stabil hohen Anteils studierender Frauen, die Wahl des Studienfachs noch immer traditionellen Bahnen folgt: Nach wie vor gibt es wenige Studentinnen in den MINT-Fächern, also in den mathematischen, informationstechnischen, naturwissenschaftlichen, oder technischen Studiengängen. Eine Ursache dafür ist bereits die Wahl entsprechender Leistungskurse in der gymnasialen Oberstufe, da Leistungsfächer und Studienfach häufig im unmittelbaren Zusammenhang stehen. Um verstärkt junge Frauen für die MINT-Fächer zu gewinnen, müssen Mädchen also bereits in der Schule für die mathematisch- und naturwissenschaftlichen Leistungskurse gewonnen werden.

In der Studie wurde erneut deutlich, dass sich die "Schere" der sozialen Herkunft beim Hochschulzugang vergrößert hat . Deshalb müssen die Schulen verstärkt dafür sorgen, dass die Chancen zum Erwerb eines höheren Schulabschlusses ausschließlich von der Leistung der Schülerinnen und Schüler und nicht von ihrer sozialen Herkunft abhängig sind. Dazu gehört auch, leistungsstarke Kinder aus bildungsfernen Schichten und deren Eltern beim Zugang zur gymnasialen Oberstufe aktiv zu unterstützen. Bildungsministerin Annette Schavan erklärte hierzu: "Wir wollen junge Leute aus allen gesellschaftlichen Schichten für ein Hochschulstudium motivieren.

Deshalb müssen wir die starren Zugangsbeschränkungen für ein Hochschulstudium überdenken und die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung erhöhen." Aktuelle Studien zeigen, dass ein Studium die beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit ist. "Ein Studium lohnt sich immer!", so die Ministerin.

Die Ergebnisse des Studierendensurveys basieren auf Antworten von rund 8.350 Studierenden von Universitäten und Fachhochschulen, die sich im Wintersemester 2006/2007 an der Befragung beteiligt haben. Der Studierendensurvey wird von Forschern der Universität Konstanz durchgeführt und bietet seit 25 Jahren im dreijährigen Abstand Daten zum sozialen Profil der Studierenden, ihren Studienerwartungen und -strategien, bis hin zu den beruflichen Aussichten und Arbeitsmarktreaktionen.

Silvia von Einsiedel | idw
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de
http://www.bmbf.de/pub/studiensituation_studentetische_orientierung_zehn.pdf

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