Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Berlin und Erfurt: Drei neue Kolleg-Forschergruppen

16.07.2008
Stärkung der Geisteswissenschaften durch neues DFG-Förderverfahren

Der Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat in seiner Sommersitzung die Einrichtung der ersten drei Kolleg-Forschergruppen beschlossen. Mit diesem neuen Förderinstrument will die DFG exzellente Forschung in den Geisteswissenschaften stärken. Die Kernidee der Kolleg-Forschergruppen ist es, herausragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Freiräume zur eigenen Forschungstätigkeit zu schaffen.

Durch eine Kolleg-Forschergruppe soll ein wissenschaftlich anregendes Umfeld geschaffen werden, in dem durch diskursiven Austausch in einer kleinen Gruppe eine innovative Forschungsfrage bearbeitet wird. Zu den wesentlichen Merkmalen zählen ein umfassendes Fellow-Programm für Gäste aus dem In- und Ausland, die Integration des wissenschaftlichen Nachwuchses und die Möglichkeit zur zeitlich begrenzten Freistellung vom Lehrbetrieb.

Für das Förderinstrument Kolleg-Forschergruppen waren insgesamt 31 Skizzen eingereicht worden, von denen schließlich drei Projekte bewilligt werden konnten. Die Gesamtlaufzeit ist auf acht Jahre angelegt, das Fördervolumen beträgt für eine erste vierjährige Förderphase für die drei Kolleg-Forschergruppen insgesamt 11,6 Mio. €. Die ersten drei Kolleg-Forschergruppen in Berlin und Erfurt arbeiten über kunstgeschichtliche, politikwissenschaftliche und soziologisch-religionswissenschaftlichen Themen.

Die Berliner Kolleg-Forschergruppe um Professorin Tanja Börzel und Professor Thomas Risse an der Freien Universität Berlin widmet sich dem politikwissenschaftlich hochaktuellen Thema der Diffusion von Ideen. Anhand der Europäischen Union wollen die Forscherinnen und Forscher die kausalen Mechanismen für die zeitliche und räumliche Verbreitung von Ideen sowie ihre Auswirkungen methodisch erfassen. Untersucht wird dabei unter anderem die Wirkung der verschiedenen Mitgliedstaaten aufeinander, die Katalysatorfunktion der EU für äußere Ideendiffusion und die eigene Einbettung in globale Diffusionsprozesse.

Professor Horst Bredekamp von der Humboldt-Universität zu Berlin strebt eine umfassende Revision des Bildbegriffs an, die zeigen soll, dass Bilder als Objekte immer auch das miterzeugen, was sie darstellen. Sie sind also nicht bloße Abbilder oder Illustrationen, sondern besitzen eine eigene Lebendigkeit, welche die Phänomene mitproduzieren, die sie darstellen.

Die Individualisierung in der Religion und ihre Konsequenzen untersuchen Professor Hans Joas und Professor Jörg Rüpke und ihre Erfurter Kolleg-Forschergruppe. Im Fokus stehen dabei Bedingungen und Formen individueller Spielräume und der daraus resultierende Wandel religiöser Traditionen. So hat es sich die Kolleg-Forschergruppe zum Ziel gemacht, pauschale Theorien über religiöse Individualisierung durch die Untersuchung religionsgeschichtlicher Dynamik anhand konkreter Individualisierungsschübe zu ersetzen.

Das neue Förderprogramm Kolleg-Forschergruppe wurde im Rahmen der 2003 gestarteten "Förderinitiative Geisteswissenschaft" der DFG entwickelt. Ziel der Initiative war es, durch Erweiterungen und Änderungen der bestehenden DFG-Förderformate diese besser an die Forschungspraxis in den Geisteswissenschaften anzupassen und damit die Geisteswissenschaften nachhaltig zu stärken.

Weiterführende Informationen
Ansprechpartner in der DFG-Geschäftsstelle ist Dr. Manfred Nießen, Gruppe Geistes- und Sozialwissenschaften, Tel. +49 228 885-2393, Manfred.Niessen@dfg.de.
Mehr zu den Kolleg-Forschergruppen unter: www.dfg.de/forschungsfoerderung/foerderinitiativen_projektgruppen/

foerderinitiativen/geisteswissenschaften/index.html#2

Dr. Eva-Maria Streier | idw
Weitere Informationen:
http://www.dfg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Wie ein Roboter Kita-Kindern Sprachen beibringt
14.07.2017 | Universität Bielefeld

nachricht MINT Nachwuchsbarometer 2017: Digitale Bildung in Deutschland braucht ein Update
22.06.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie