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Aufstiegsstipendien kommen hervorragend an

07.11.2008
Schavan: "Wir schaffen wichtige Anreize zum Studium ohne Abitur" / Über 2.700 Bewerbungen für die erste Auswahlrunde / Weitere Aufstockung geplant

Über 2.700 berufserfahrene Frauen und Männer haben sich in der ersten Auswahlrunde um ein Aufstiegsstipendium des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) beworben. Damit wurden die Erwartungen zur Nachfrage nach einem Studienstipendium für begabte Berufstätige weit übertroffen.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan machte am Freitag in Berlin die Bedeutung dieser hervorragenden Resonanz deutlich: "Das große Interesse an den Aufstiegsstipendien zeigt die hohe Bereitschaft zum Aufstieg durch Bildung. Wir schaffen mit unserem Stipendium wichtige Anreize zum Studium ohne Abitur." Im nächsten Jahr soll es zwei weitere Auswahlrunden geben.

Bis Ende 2009 ist zunächst die Aufnahme von 1.000 Stipendiatinnen und Stipendiaten geplant. Aufgrund der großen Nachfrage prüft die Bundesregierung derzeit die Möglichkeit einer Aufstockung des Programms. "Mit den Aufstiegsstipendien fördern wir gezielt die bessere Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung", sagte Schavan. "Wir brauchen hier mehr Flexibilität bei der Anerkennung beruflicher Qualifikationen."

Das Programm "Aufstiegsstipendium" ist ein Kernelement der Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung "Aufstieg durch Bildung". Es richtet sich insbesondere an diejenigen, die die Möglichkeit des Hochschulzugangs durch die Ausbildung, Fortbildung oder Berufspraxis erworben haben.

"Die Biografien der Bewerberinnen und Bewerber um das Aufstiegsstipendium beweisen schon heute, dass Bildung der Schlüssel für individuelle Aufstiegschancen ist", so die Ministerin. Einige Beispiele für solche Aufstiegsbiografien unter den Bewerbungen verdeutlichen dies: Ein 33-jähriger Industriemechaniker mit Hauptschulabschluss, der bereits einen landesweiten Meisterpreis gewann, und eine 29-jährige gelernte technische Zeichnerin planen zum Beispiel nun das Studium der Ingenieurwissenschaften. Pflegepädagoge ist dagegen das Berufsziel eines 45-jährigen Krankenpflegers, der sich mit einem Bachelor-Studium beruflich neu orientieren möchte. Insgesamt erlangt allein ein Drittel aller Bewerberinnen und Bewerber den Zugang zu einem Studium durch eine Eignungsprüfung oder einen Meistertitel.

Für die erste Auswahlrunde der BMBF-Aufstiegsstipendien werden Anfang Dezember dieses Jahres die ersten Stipendiatinnen und Stipendiaten feststehen. Für Studierende im Vollzeitstudium beträgt das Stipendium 650 Euro sowie 80 Euro Büchergeld im Monat. Zusätzlich wird eine Kinderbetreuungspauschale (113 Euro für das 1. Kind, jeweils 85 Euro für jedes weitere) gewährt. Die Stipendien müssen nicht zurück gezahlt werden. Stipendiatinnen und Stipendiaten, die in einem berufsbegleitenden Studiengang studieren, erhalten jährlich 1.700 Euro für Maßnahmekosten.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts betrug die Zahl der Studierenden an deutschen Hochschulen, die ein Studium aufgrund ihrer beruflichen Qualifikation aufgenommen haben – also ohne formalen Hochschulzugang und ohne zusätzliche Aufnahmeprüfung – zum Stand Wintersemester 2007/08 genau 10.778. Das entspricht 0,56 Prozent aller Studierenden.

Nähere Informationen zur Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung sowie zum Programm "Aufstiegsstipendium" erhalten Sie im Internet unter:

www.aufstieg-durch-bildung.info/de/535.php und www.begabtenfoerderung.de/Aufstiegsstipendium.194.0.html

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