Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissenschaftler der Freien Universität ließen autonomes Auto durch Zentrum Berlins fahren

19.09.2011
Wissenschaftler der Freien Universität haben erfolgreich eine Erprobungsfahrt des von ihnen entwickelten Autos „MadeInGermany“ durch das Zentrum von Berlin vorgeführt.

Das Fahrzeug absolvierte bei der Vorführung vor Medienvertretern mehrfach eine etwa zwanzig Kilometer lange Strecke zwischen dem Brandenburger Tor und dem Internationalen Congress Centrum im Bezirk Tiergarten und zurück.


Es „beachtete“ dabei jeweils störungsfrei die Phasen von 46 Ampeln, demonstrierte autonome Spurwechsel und durchquerte die Kreisverkehre „Großer Stern“ und Ernst-Reuter-Platz stets souverän.

„Dies ist ein weiterer Schritt hin zu einer Mobilität der Zukunft“, sagte der Leiter der Arbeitsgruppe Künstliche Intelligenz der Freien Universität, Prof. Dr. Raúl Rojas. Auf privatem Gelände – etwa auf Flughäfen oder in Fabriken – wäre es bereits jetzt möglich, autonome Fahrzeuge einzusetzen. Auf Autobahnen sei es denkbar, autonomes Fahren in zehn Jahren zu erleben. „Im Stadtverkehr dagegen müssen noch viele Probleme gelöst werden“, betonte der Wissenschaftler. Dort sei mit einer Einführung autonomer Fahrzeuge erst in 20 bis 30 Jahren zu rechnen.

Das von den Forschern modifizierte Fahrzeug eines deutschen Automobilkonzerns erkennt seine Umgebung mithilfe spezieller Sensoren und kann damit jedes Ziel in der Stadt selbstständig ansteuern. Der Mensch im Auto ist nur noch Passagier und Fahrlehrer. „MadeInGermany“ ist das erste Fahrzeug, das im Land Berlin eine Ausnahmegenehmigung durch das Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten beziehungsweise die Senatsverwaltung für die autonome Steuerung erhalten hat. Dazu wurde eigens ein ausführliches Sicherheitskonzept in Kooperation mit dem TÜV-NORD entwickelt. Gemäß einer Auflage des TÜV sitzt ein Sicherheitsfahrer am Steuer; er braucht aber bei der Fahrt nicht einzugreifen: Der Computer übernimmt das Fahren. Grünes Licht für die autonomen Fahren gab es im Juni dieses Jahres. Die Wissenschaftler des vom Bundesforschungsministerium geförderten Innovationslabors „AutoNOMOS Labs“ haben seitdem verschiedene Erprobungsfahrten in der Stadt Berlin und auf der Autobahn absolviert.

Der Computer regelt über das Drive-By-Wire-System Bremse, Gaspedal und Lenkung. Andere Autos und Passanten werden über Laser-Scanner, Radar und Videokameras erfasst. Spezielle Software analysiert die Daten, erkennt Fahrsituationen und erzeugt die notwendigen Fahrbefehle. MadeInGermany ist ein Prototyp dessen, was die Wissenschaftler der Freien Universität Berlin das „grüne Auto“ der Zukunft nennen. Autonome Fahrzeuge werden in Zukunft als autonome Taxis die Anzahl der Passagiere pro Auto steigern können. Eine optimale Kombination mit dem öffentlichen Verkehr ist denkbar, und Carsharing in der ganzen Stadt soll durch Schwärme autonomer Fahrzeuge ermöglicht werden. Das Projekt der Freien Universität ist deswegen nicht nur wissenschaftlich interessant, sondern eröffnet Perspektiven für grundlegende gesellschaftliche Veränderungen.

Weitere Informationen

Raúl Rojas, Arbeitsgruppe Künstliche Intelligenz am Institut für Informatik der Freien Universität Berlin, Telefon: 030 / 838 – 75102, E-Mail: rojas@inf.fu-berlin.de

Tinosch Ganjineh, AG Künstliche Intelligenz, Institut für Informatik, Telefon: 030 / 838-75128, E-Mail: ganjineh@inf.fu-berlin.de

Patrick Vogel CFO/ Kaufmännischer Projektkoordinator, Telefon: 030 / 838-75149, E-Mail: patrick.vogel@fu-berlin.de

Carsten Wette | idw
Weitere Informationen:
http://www.fu-berlin.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Leuchtende Mikropartikel unter Extrembedingungen
28.02.2017 | Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

nachricht IHP-Forschungsteam verbessert Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren
22.02.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften