Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Startschuss für »Kfz-Service-Engineering 2020«

25.09.2012
Die Fraunhofer-Projektgruppe Prozessinnovation entwickelt gemeinsam mit der Handelskammer für Oberfranken und der Universität Bayreuth neue Kfz-Servicelösungen.

Mehr Technik und Komfort haben ihre Schattenseiten: Elektronische Baugruppen verursachen inzwischen mehr als die Hälfte aller Autopannen. Jedes Jahr fallen allein in Oberfranken 21 000 Luftmassenmesser, 15 000 Turbolader und 10 000 Motorsteuergeräte aus.

Ziel des Projekts »Kfz-Service-Engineering 2020« ist es, technische Serviceprozesse einschließlich von Diagnose- und Reparaturmöglichkeiten für elektronische Baugruppen im Auto neu- und weiterzuentwickeln. Den Startschuss für die Projekthauptphase gab der bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil am 1. August 2012 in Bayreuth.

»Mit 462 000 Mitarbeitern arbeiten im Kfz-Handwerk in Deutschland mehr Menschen als in der Autoindustrie«, macht HWK-Hauptgeschäftsführer Thomas Koller deutlich. Neue Modellvarianten, technische Komplexität und mehr Elektronik im Fahrzeug erfordern immer neue Serviceprozesse und Diagnosetechniken – in der Ein-Mann-Autowerkstatt genauso wie in den freien Werkstätten oder im großen Marken-Autohaus. Das Projekt soll helfen, die Diagnose- und Reparaturkompetenz des Handwerks zu stärken und bestehende Reparaturpotenziale voll auszuschöpfen.

Für die Projekthauptphase werden zehn Servicebereiche ausgewählt und bis hin zur endgültigen Anwendung durch die Kfz-Betriebe weiterentwickelt. Das Einzigartige am Projekt ist nach Koller seine institutionelle Dimension. Neue Service-Engineering-Prozesse benötigen Forschung und Wissenschaft und müssen praktisch umsetzbar sein. Diese Kriterien werden durch die Zusammenarbeit der drei Projekt partner ideal erfüllt.

In der Vorphase wurde mithilfe einer umfassenden Bestandsaufnahme der aktuellen Service- und Schadensfälle in Oberfranken ermittelt, wo der größte Handlungsbedarf liegt. Ausgewertet wurde dafür die ADAC-Pannenstatistik mit 3,9 Millionen Servicefällen. Außerdem wurden alle 1200 Kfz- Betriebe in Oberfranken und auch Autobesitzer und Werkstattmitarbeiter befragt. Die wichtigsten Ergebnisse:

Zwei Drittel aller Pannen passieren bei Autos, die älter als 5 Jahre sind. Die Zahl ist dabei je nach Automarke verschieden und reicht von 10 bis 70 Schadensfälle pro 1000 Autos und Jahr. Probleme macht besonders die Elektronik älterer Autos, so Prof. Rolf Steinhilper, Leiter der Fraunhofer-Projektgruppe für Prozessinnovation und Inhaber des Lehrstuhls für umweltgerechte Produktionstechnik an der Universität Bayreuth:

»Der Innovationszyklus bei der Elektronik beträgt ein bis drei Jahre. Um ein sechs Jahre altes Automobil instand zu setzen, ist Elektronik notwendig, die oft schon bis zu sechs Generationen veraltet ist. Ersatzteile hierfür sind kostspielig, knapp oder schon nicht mehr verfügbar. Eine technische Modernisierung, also der Ersatz der alten Elektronikkomponenten durch Neuentwicklungen, ist bislang kaum möglich.« Oft müssen ganze Baugruppen ausgetauscht werden, obwohl nur ein Teil defekt ist. Der Grund hierfür sind Probleme bei der Fehlerdiagnose und fehlende Reparatur- und Austauschmöglichkeiten.

Weitere Ansprechpartner
Prof. Dr.-Ing. Rolf Steinhilper | Telefon +49 921 55-7301 | manfred.rolf.steinhilper@ipa.fraunhofer.de | Fraunhofer-Institut für

Produktionstechnik und Automatisierung IPA | www.ipa.fraunhofer.de

Jörg-Dieter Walz | Fraunhofer Mediendienst
Weitere Informationen:
http://www.ipa.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Leuchtende Mikropartikel unter Extrembedingungen
28.02.2017 | Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

nachricht IHP-Forschungsteam verbessert Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren
22.02.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise