Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Software für das Auto der Zukunft

08.08.2007
Autofahrer legen zunehmend Wert auf Sicherheit und Komfort. Die Hersteller statten neue Pkws daher mit immer mehr elektronischen Extras aus. Damit sich die neuen Systeme in die bestehende Autoelektronik integrieren lassen, sind Software-Standards notwendig.

Nicht mehr als ein Tastendruck - und schon öffnet sich die Verriegelung der Autotüren, sorgt die Klimaanlage für die gewünschte Temperatur, spielt der CD-Player die Lieblingsmusik. In einem Pkw der Oberklasse steuern bis zu 70 verschiedene Kleincomputer die Bordelektronik. Und das ist erst der Anfang: Nach einer Studie der Managementberatung Mercer Management Consulting wird sich die Software, die die elektronischen Komponenten regelt, in den nächsten 15 Jahren verdoppeln.


Bis zu 70 verschiedene Kleincomputer steuern in einem Pkw der Oberklasse die Bordelektronik

"Ein riesiger Markt, gleichzeitig aber auch eine echte Herausforderung für die Zulieferfirmen", urteilt Mike Heidrich von der Fraunhofer-Einrichtung für Systeme der Kommunikationstechnik ESK in München. Zusammen mit Ingenieuren von Audi, Siemens VDO und dem Zulieferer ESG hat sein Team einen neuen Softwarestandard entworfen, der die Entwicklung der computergesteuerten Komponenten einfacher, besser und zuverlässiger machen kann. "Bisher arbeitet jeder Hersteller mit einem eigenen Softwaresystem. Wenn eine Zulieferfirma neue Komponenten entwickelt, müssen diese an die verschiedenen Systeme angepasst werden. Bei einer komplexen Software ist das ein aufwändiger Prozess", weiß Heidrich.

Im Projekt mobilSoft, das vom Bayerischen Wirtschaftsministerium gefördert wurde, haben die Forscher jetzt ein einheitliches Konzept für die Softwareentwicklung der Zukunft erarbeitet: Basis des neuen Standards ist eine Softwareplattform, die alle Zulieferer und Hersteller der Automobilbranche nutzen können. Heidrich: "Dieses Datenformat schafft die Basis, die notwendig ist für einen einheitlichen Informationsaustausch. Damit lässt sich bei der Entwicklung neuer Komponenten Zeit und Geld sparen." Wenn sich der Standard durchsetzt, können neue Trends in der Fahrzeugentwicklung besser bedient werden. "Die Zukunft", davon ist Heidrich überzeugt, "gehört weniger, aber dafür leistungsstarken Recheneinheiten, die ausreichend Kapazität bieten für die nächste Generation von elektronischen Service- und Sicherheitspaketen - beispielsweise Fahrerassistenzsystemen oder Infotainment-Angeboten." Wenn sich diese neuen Services in die vorhandenen Bordrechner integrieren lassen, verursacht der Einbau geringere Kosten. Die Hersteller können ihren Kunden dann ein umfangreiches Angebot an Zusatzfunktionen für einen geringen Aufpreis anbieten - ein echter Wettbewerbsvorteil.

... mehr zu:
»PKW »Softwareplattform

Die neue Softwareplattform hat mittlerweile alle Tests erfolgreich bestanden. Das Projekt mobilSoft wurde vor wenigen Tagen abgeschlossen. "Wir konnten zeigen, dass eine Integration der Automobil-Software möglich ist. Jetzt haben die Hersteller das Wort", resümiert Heidrich. In den nächsten Monaten wollen die Projektpartner den neuen Standard bei den zuständigen Gremien vorstellen.

Ansprechpartner:
Dipl.-Ing. Mike Heidrich
Telefon: +49 89 547088-377
Fax: +49 89 547088-220
Fraunhofer-Einrichtung für Systeme der Kommunikationstechnik
ESK
Hansastraße 32
80686 München

Mike Heidrich | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.esk.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: PKW Softwareplattform

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht 3D-Scans für die Automobil-Industrie
13.01.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht Jedem Fahrer das passende Fahrzeug
03.01.2017 | Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau