Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Slush-Häute: Zusätzliche Kompetenz für hochwertige Oberflächen

29.09.2010
Johnson Controls wertet das Fahrzeuginterieur durch zweifarbige Slush-Häute auf

Johnson Controls, ein weltweit führendes Unternehmen in der automobilen Innenausstattung und Elektronik, bietet eine weitere Technologie zur Gestaltung der Oberflächen von Fahrzeuginnenräumen an. Diese Erweiterung der Inhouse-Kompetenz schafft nicht nur eine Vielzahl von Wahlmöglichkeiten für die Automobilhersteller.


Die exakte Abbildung der Oberflächenstruktur in den Galvanoformen ermöglicht, real aussehende Ziernähte in den Slush-Häuten zu imitieren.
Foto: Johnson Controls


Zu den Vorteilen der in der Regel 1,2 Millimeter starken Slush-Häute zählt deren konturgenaue Herstellung.
Foto: Johnson Controls

Durch die in der Branche einzigartige Produktpalette für Oberflächen sowie das entsprechende Know-how ist Johnson Controls überdies in der Lage, eine Harmonisierung von Farbe, Narbung und Glanz an Bauteilen des Fahrzeuginnenraums sicherzustellen, unabhängig davon, ob es sich dabei um Slush- oder um Tiefziehhäute handelt.

"Slush-Häute erfüllen bezüglich Farbausprägung und Glanz die hohen Qualitätsansprüche der Automobilindustrie. Gleichzeitig schaffen sie vielfältige Designmöglichkeiten, da komplexe Geometrien mit großen Hinterschnitten, aber auch kleinen Radien mit hoher Präzision dargestellt werden können", erläutert Han Hendriks, Vice President Global Product Development Interiors bei Johnson Controls Automotive Experience.

"Zudem sind wir inzwischen in der Lage, in einem Produktionsschritt zweifarbige Slush-Häute herzustellen. Bislang war dies nur einfarbig möglich und schränkte den Nutzen des Verfahrens ein.“

Bei der Slush-Haut-Technik handelt es sich um das Abformen eines Kunststoffs aus einem galvanisch hergestellten Urmodell. Zur Herstellung einer Slush-Haut, beispielsweise für eine Armaturentafel, wird eine mit Slush-Pulver gefüllte Wanne an eine auf bis zu 230 °C erhitzte Galvanoschale angekoppelt. Durch die anschließende Rotation der Wanne mit der Galvanoform wird das gelierfähige PVC-Pulver auf der genarbten Werkzeugoberfläche verteilt. Die Menge an Pulver, die in der Form haftet, wird durch gezielte Steuerung von Temperatur, Rotation und Zeit exakt bestimmt.

Konturgenaue Herstellung

Nachdem sich das Pulver auf der beheizten Oberfläche der Innenwand der Form abgelagert hat, wird die Pulverwanne wieder von der Form getrennt und es folgt eine Phase des Gelierens des geschmolzenen PVC-Pulvers in dem Werkzeug, wodurch sich eine homogene Slush-Haut bildet. Nach einer Abkühlphase auf etwa 50 °C kann die Haut aus der Form entnommen werden. Zu den Vorteilen der Slush-Häute zählt neben der konturgenauen Herstellung die verzugfreie Darstellung einer genarbten Oberfläche mit gleichmäßiger Dickenverteilung.

"Daraus resultiert bei der späteren Verkleidung des Substrats, zum Beispiel einem Instrumententafel-Rohling, eine hohe Passgenauigkeit, und die gleichmäßige Materialstärke sorgt für eine angenehme Haptik auch in kritischen Bereichen wie Hinterschnitten und engen Radien“, erklärt Hendriks.

Die meist aus dem Kunststoff PVC, manchmal auch aus TPU – einem thermoplastischen Elastomer auf Urethanbasis – hergestellten Slush-Häute sind darüber hinaus sehr vielseitig. So lassen sich unterschiedliche Glanzgrade ebenso einstellen wie haptische Effekte. Die exakte Abbildung der Oberflächenstruktur in den Galvanoformen ermöglicht sogar, real aussehende Ziernähte in den Slush-Häuten zu imitieren. Auch die Farbkonsistenz, die Kratz- und Alterungsbeständigkeit und nicht zuletzt die geringen Emissionen sprechen für die Technologie.

Zwei Farben auf einen Streich

Zu den Nachteilen des Verfahrens zählte bislang, dass die so gebildete Slush-Haut einfarbig ist, weil über den gesamten Bereich der Form nur ein bestimmtes PVC-Pulver zur Anwendung kommt. Um auch zweifarbige Slush-Häute anbieten zu können, nutzt Johnson Controls die Möglichkeiten der Maskentechnik. Dabei wird das Werkzeug partiell mit einer Maske abgedeckt.

Danach sprüht ein Roboter zunächst eine rund 0,6 Millimeter dicke Pulverschicht auf die von der Maske unbedeckten Bereiche der Form.

Anschließend wird die Maskierung entfernt und der Rest des Prozesses auf die gewohnte Weise durchgeführt. Durch diese technologischen Möglichkeiten können zweifarbige Slush-Häute ohne zusätzlichen Produktionsschritt hergestellt werden. Da der Sprüh- und der Slush-Haut-Prozess mit identischen Werkstoffen unterschiedlicher Einfärbung erfolgen, ist eine hohe Konsistenz von Optik und Haptik der Häute sichergestellt. Auch sichtbare Farbtrennlinien können realisiert werden.

Bei der Produktion der Slush-Häute bei Johnson Controls am Stanbdort in Peine kommen ölbeheizte Galvanowerkzeuge zum Einsatz. Verglichen mit den weithin luftbeheizten Systemen bietet dies mehrere Vorteile. So erlaubt die Öltechnik auch in hinterschnittigen Bereichen eine exakte Temperaturverteilung sowie eine konstante Temperatursteuerung. Dies trägt dazu bei, besonders gleichmäßige Wandstärken bei den Slush-Häuten zu erzielen. Auch sogenannte Hotspots in den Werkzeugen, die das Material beschädigen würden, lassen sich so vermeiden.

Global verfügbare Technologie

Nachdem Johnson Controls in der Vergangenheit bereits vergleichbare Fertigungstechnologien in den USA und China vorhielt, schließt die Integration des Standorts Peine in die europäische Organisation des Unternehmens nun die Reihe einer globalen Verfügbarkeit der Slush-Häute.

Zahlreiche Referenzen, unter anderem bei Volkswagen, Audi und Ford, zeugen von Interesse und Nachfrage der Kunden. Selbst für die noch vergleichsweise junge Technologie der zweifarbigen Slush-Häute wurde zwischenzeitlich ein weiterer Auftrag bei einem deutschen Premiumhersteller akquiriert.

"Unsere Fertigungsmöglichkeiten und unser langjährig gewachsenes Know-how versetzen uns in die Lage, mit der Slush-Haut-Technik das Angebot an innovativen Oberflächentechnologien effizient zu erweitern“, sagt Han Hendriks.

Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung:

Johnson Controls GmbH
Automotive Experience
Industriestraße 20 – 30
51399 Burscheid
Ulrich Andree
Tel.: +49 2174 65-4343
Fax: +49 2174 65-3219
E-Mail: ulrich.andree@jci.com
Astrid Schafmeister
Tel.: +49 2174 65-3189
Fax: +49 2174 65-3219
E-Mail: astrid.schafmeister@jci.com
Johnson Controls Automotive Experience ist weltweit führend bei Autositzen, Dachhimmelsystemen, Türverkleidungen, Instrumententafeln und Elektroniksystemen. Mit unseren Produkten und Technologien sowie moderner Fertigungskompetenz unterstützen wir alle großen Automobilhersteller bei der Differenzierung ihrer Fahrzeuge. Mit mehr als 200 Standorten auf der ganzen Welt sind wir dort vertreten, wo unsere Kunden uns brauchen. Vom Einzelbauteil bis hin zum kompletten Innenraum – in mehr als 200 Millionen Fahrzeugen begeistern Komfort und Design unserer Produkte die Konsumenten.

Astrid Schafmeister | Johnson Controls
Weitere Informationen:
http://www.johnsoncontrols.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Neue Akzente für das Ambiente im Automobil
19.09.2017 | Schott AG

nachricht Mobilität von Morgen: Wie wir uns in Zukunft von A nach B bewegen
07.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise