Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pflanzlich verstärkte Autoreifen in Sicht

27.07.2009
Zusatz von mikrokristalliner Zellulose verspricht hochwertige Produkte

Untersuchungen der Oregon State University (OSU) zufolge eignet sich mikrokristalline Zellulose (MCC) bestens als stabilisierender Füllstoff in der Autoreifenproduktion. Die befassten Wissenschafter haben den Gummi verstärkenden Füllstoff Kieselerde teilweise mit MCC ersetzt.

In mehreren Testverfahren hat sich abgezeichnet, dass die durch Beimischung des aus Pflanzenfasern herstellbaren Materials produzierten Reifen in qualitativer Hinsicht mit marktüblichen Produkten mehr als nur mithalten können. "Die ersten Resultate sind so vielversprechend, dass dies zu einer neuen Ära in der Produktion von Autoreifen führen könnte", sagt Kaichang Li, Professor für Holz- und Ingenieurswissenschaften an der OSU.

Ein Ziel ist die Senkung des Rollwiderstands durch Materialverbesserungen, was zu einem geringeren Kraftstoffverbrauch führt. Etwa ein Fünftel des Verbrauchs von Kraftfahrzeugen ginge direkt auf das Phänomen des Rollwiderstands zurück, heißt es unter Experten. Vor Jahren ersetzten Reifenproduzenten zu diesem Zweck Kohlenschwarz, einen industriell hergestellten Ruß, der bei der Verbrennung von schweren Petroleumprodukten entsteht und den Reifen ihre schwarze Farbe verleiht, zum Teil mit silikatischen Füllstoffen wie Kieselerde. Der Rollwiderstand ließe sich durch die Beimengung von MCC weiter verringern. Obendrein sei weniger Energie nötig, um das Materialgemisch aus Gummi, Kieselerde und MCC zu verbinden, so die Wissenschafter aus dem amerikanischen Nordwesten, deren Zellulosereifen obendrein verbesserte Werte für Hitzebeständigkeit und Spannkraft aufweisen würden.

Auch ein zentraler Faktor für die Beurteilung von Reifenperformanz ist die Traktion, also die Fähigkeit eines Automobils Antriebskraft in Vortrieb bzw. Beschleunigung umzusetzen. Die mit zwölf Prozent MCC angereicherten Reifen sollen auf nassem Untergrund vergleichbare Werte erzielt, sich als ebenso widerstandsfähig erwiesen und bei warmen Wetter zu einem geringeren Kraftstoffverbrauch als traditionelle Produkte geführt haben.

MCC kann aus Pflanzenfasern gewonnener Zellulose durch Hydrolyse kostengünstig hergestellt werden. Dabei wird die Pflanzen-Zellulose mit verdünnter Salzsäure bei Temperaturen von über 100 Grad von nicht-kristallinen Zellulose-Anteilen befreit. Mikrokristalline Zellulose weist als besonders reiner Stoff eine extrem geordnete Molekularstruktur auf. Von Seiten der Universität von Oregon wird jedoch betont, dass weit mehr an Forschung nötig sei, um die Langlebigkeit so produzierter Fahrzeugreifen zu prüfen.

Nikolaus Summer | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://oregonstate.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Leuchtende Mikropartikel unter Extrembedingungen
28.02.2017 | Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

nachricht IHP-Forschungsteam verbessert Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren
22.02.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE